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Gnade sei mit euch und Friede
von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Der Predigtabschnitt für die
heutige Predigt steht im Epheserbrief, die sechste Kapitel, die Verse
10 bis 20. Das ist der relativ bekannte
Abschnitt über die sogenannte geistliche Waffenrüstung und
wir wollen uns diesen Abschnitt in drei Predigten gemeinsam anschauen. und jeweils den gesamten Abschnitt
lesen und Schwerpunkte setzen. Heute wollen wir den Schwerpunkt
setzen auf die ersten vier Verse, die Verse 10 bis 13, aber trotzdem
einen Überblick gewinnen über den gesamten Abschnitt. Ich lese
uns das Wort des lebendigen Gottes ab Epheser, Kapitel 6, Vers 10. Im Übrigen, meine Brüder, seid
stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die
ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber
den listigen Kunstgriffen des Teufels. Denn unser Kampf richtet
sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften,
gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis
dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen
Regionen. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung
Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr
alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt. So steht nun fest, eure Lenden
umgürtet mit Wahrheit und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit
und die Füße gestiefelt mit der Bereitschaft zum Zeugnis für
das Evangelium des Friedens. Vor allem aber ergreift den Schild
des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen
könnt. Und nehmt auch den Helm des Heils
und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist. Indem ihr zu jeder Zeit betet,
mit allem Gebet und flehenem Geist. Und wacht zu diesem Zweck
in aller Ausdauer und führ bitte für alle Heiligen. auch für mich,
damit mir das Wort gegeben werde, so oft ich meinen Mund auftue,
freimütig das Geheimnis des Evangeliums bekannt zu machen, für das ich
ein Botschafter in Ketten bin, damit ich darin freimütig rede,
wie ich reden soll. Gemeinde unseres Herrn Jesus
Christus, es herrscht Krieg. Und jeder von uns ist mittendrin. Es ist ein Krieg, der ernster
und dramatischere Folgen hat als jeder Krieg, der jemals in
der Weltgeschichte war und der jemals sein wird. Es ist kein Krieg gegen Armeen,
die man sehen kann. Es ist kein Krieg mit Waffen,
die man hören kann. Es ist kein Krieg gegen Fleisch
und Blut, wie Paulus hier in Vers 12 schreibt. Sondern es ist der Krieg gegen
die unsichtbare Welt. Ein Krieg gegen den Teufel und
seine Verbündeten. Und jeder von uns, jeder Einzelne
steht in diesem Krieg. Vielleicht denkt sich jetzt der
eine oder andere von euch, das mag ja stimmen, aber übertreibst
du mich ein bisschen mit deiner aggressiven und kriegerischen
Sprache? Geht es nicht auch ein paar Stufen
weniger dramatisch? Ich habe diese Predigt ganz bewusst
so angefangen. weil ich euch alle und auch mich
aufrütteln will. Denn ich glaube, dass wir alle
dazu neigen, diesen Krieg völlig oder zumindest weitgehend zu
vergessen. Und wenn man diesen Krieg vergisst,
dann hat man diesen Krieg schon verloren. Warum glaube ich, dass wir diesen
Krieg gegen den Teufel und seine Armee immer wieder vergessen?
Ich glaube, es gibt dafür vor allem zwei Gründe. Der erste
Grund ist, wir Menschen neigen gerade seit dem Sündenfall dazu,
das zu vergessen oder das zu ignorieren, was wir nicht sehen
können. Gott sagt zum Beispiel zu Samuel,
der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das
Herz an, also das, was unsichtbar ist. Und irgendwo ist es ja auch
logisch. Der Volksmund sagt ja auch, aus
dem Auge, aus dem Sinn. Was wir nicht mit unseren fünf
Sinnen wahrnehmen, das ist nicht so ganz wirklich. Was wirklich
ist, das können wir mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen. Und was
wir eben nicht wahrnehmen können, das vergessen wir leider schnell. Aber es gibt noch einen zweiten
Grund, warum wir immer wieder dazu neigen, diesen Kampf zu
vergessen. Auf der einen Seite ist diese
menschliche Neigung, nur das wahrzunehmen, was man auch tatsächlich
sieht. Aber diese Neigung wird noch durch etwas verstärkt, und
zwar von unserem Zeitgeist, von unserer Kultur. Wenn wir zum
Beispiel nach Afrika gehen, in die Stammeskulturen, dann ist
es für diese Leute dort völlig selbstverständlich, dass es eine
unsichtbare Welt gibt, dass es Geister und Dämonen gibt. Aber in unserer Kultur wird diese
unsichtbare Welt von der breiten Masse geleugnet. Wirkliche ist
eben nur das, was ich mit meinen fünf Sinnen wahrnehmen kann.
Alles andere ist nicht so ganz wirklich oder gibt es überhaupt
nicht. Wirklich ist nur das, was ich
wissenschaftlich beweisen kann. Ja, so denkt jetzt nicht jeder
Einzelne in unserer Kultur, aber so die Hauptstoßrichtung, die
ist auf jeden Fall so. Das Übernatürliche wird entweder
geleugnet oder es wird ignoriert. Und das hat Auswirkungen auf
uns Christen. Ja, wir Christen bekennen ja, wir haben es auch
gerade eben wieder im apostolischen Glaubensbekenntnis getan, dass
es mehr gibt als nur diese sichtbare Welt. Aber wir sind eben auch
alle Kinder unserer Kultur, wir sind alle Kinder unserer Zeit. Und deswegen neigen wir mit unserer
Kultur dazu, die unsichtbare Welt eher auszublenden. Das Geld gilt vermutlich am wenigsten
für Gott. Den haben wir noch relativ häufig
auf dem Schirm, weil wir ja auch relativ häufig über ihn sprechen
oder mit ihm sprechen. Aber was ist mit den Engeln,
mit dem Teufel und den Dämonen? Ja, als Christen glauben wir
natürlich, dass es sie gibt. Aber provokative Frage an jeden
von euch. Glauben wir das nur mit unserem
Kopf? Oder glauben wir das wirklich? Vielleicht war es zu keiner Zeit
in der Weltgeschichte so wichtig, dass wir uns als Christen daran
erinnern, dass es wirklich eine unsichtbare Welt gibt und dass
wir alle in einem wirklichen Kampf gegen diese unsichtbare
Welt stehen. Paulus erinnert uns in unserem
Abschnitt daran, dass ein wirklicher Teufel mit seinen wirklichen
Soldaten alles daran setzt, dich von Gott wegzuziehen. Und das
es deshalb so wichtig ist, sich diesem Kampf zu stellen. Und so ist mein Thema für heute.
Nimm den Kampf gegen den Teufel an. Ich habe drei Punkte, die
heute drei Fragen mit Antworten sind. Das erste ist, warum? Weil er dich mit seinen Soldaten
angreift. Das zweite ist, wie? Indem du
Gottes Waffenrüstung anziehst. Und das dritte ist, Wozu? Damit du im Glauben standhaft
bleibst. Nimm den Kampf gegen den Teufel
an, weil er dich mit seinen Soldaten angreift, indem du die Waffenrüstung
Gottes anziehst. Und drittens, damit du im Glauben
standhaft bleibst. Paulus beginnt diesen Abschnitt
mit folgenden Worten in Vers 10. Er sagt, im Übrigen, meine
Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Im Übrigen steht er am Anfang.
Oder vielleicht können wir das besser ein bisschen freier und
ausführlicher übersetzen. Eine Sache noch zum Schluss meines
Briefes, die ihr auf keinen Fall ignorieren dürft. Seid stark in dem Herrn. Es ist eben deshalb so wichtig,
stark zu sein, weil der Teufel ständig versucht, dich zu schwächen
oder dich in Momenten deiner Schwäche zu überwältigen. Mein erster Punkt, nimm den Kampf
gegen den Teufel an. Warum? Weil er dich mit seinen
Soldaten angreift. In Vers 11 lesen wir das, dass
der Teufel ständig versucht, uns anzugreifen, und zwar mit
listigen Kunstgriffen. Und er benutzt dazu auch seine
Armee. Das lesen wir einen Vers später, in Vers 12. Da heißt
es denn, unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und
Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die
Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen
Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen. Also Paulus beschreibt
ausführlich die Armee des Teufels in Vers 12. Und welche Eigenschaften
hat der Teufel, wenn er uns jetzt angreift zusammen mit seiner
Armee und uns versucht von Gott wegzuziehen? Und ich glaube,
vier Eigenschaften des Teufels werden hier besonders deutlich. Die erste Eigenschaft ist, der
Teufel ist unglaublich listig. Ja, es heißt hier, es sind listige
Kunstgriffe des Teufels in Vers 11. Und das Tückische an so einer
List ist ja, dass man das nicht mitkriegt, wenn man listig angegriffen
wird. Der Teufel kommt eben nicht zu
uns mit einem Zettel auf der Stirn, wo draufsteht, Hallo,
ich bin der Teufel und ich würde dich jetzt gerne mal ärgern. Ganz im Gegenteil. Der Teufel
kommt immer hinten rum, getarnt. Ja, Paulus schreibt in 2. Korinther
11 über ihn, dass er sich als Engel des Lichts verkleidet.
Jesus nennt ihn den Vater der Lüge. Er denkt an den Teufel
im Paradies, wie er ganz geschickt versucht, Eva zum Sündigen zu
bringen. Oder an den Teufel in der Wüste,
als er Jesus versucht hat, wie er versucht, irgendwie ganz fromm,
klingend und sehr biblisch fundiert, Jesus dazu zu bringen, entweder
ihn anzubeten oder zumindest Gott zu verlassen. Der Teufel ist also erstens äußerst
listig. Das zweite, was wir an den Eigenschaften
des Teufels sehen, ist, der Teufel und seine Armee, die sind sehr
mächtig. Vers 12 heißt es, denn unser
Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen
die Herrschaften, gegen die Gewalten und gegen die Weltbeherrscher. Wir kämpfen eben nicht gegen
Fleisch und Blut, nicht gegen andere Menschen als Christen. Als Christen kämpfen wir, und
darum geht es heute, Aber wir kämpfen nicht mit normalen Waffen
und eben nicht gegen Menschen, nicht gegen Fleisch und Blut. Das ist übrigens einer der großen
Unterschiede zwischen dem Neuen Bund, in dem wir jetzt leben,
und dem Alten Bund. Im Alten Testament befiehlt Gott
seinem Volk sehr häufig, mit dem Schwert für das Reich Gottes
zu kämpfen. Aber das ist heute anders. Wir
kämpfen heute nicht gegen andere Menschen. Aber das heißt nicht, dass heute
alles schön und entspannt und easy ist. Diese Mächte, von denen Paulus
hier schreibt, die sind stärker und die sind mächtiger, als es
andere Menschen jemals sein können. Paulus nennt sie ein Fest zwölf
Herrschaften, Gewalten, Weltbeherrscher. Manche haben gesagt, es sind
vermutlich bestimmte Abteilungen in der Armee des Teufels. Aber
die Ausdrücke beziehen sich wahrscheinlich alle auf die unsichtbare Armee,
mit der der Teufel versucht, uns Christen vom Weg abzubringen. Und es ist eine unglaublich mächtige
Armee. Das dritte, was wir hier sehen
über den Teufel und seine Armee, ist, dass die sehr, sehr böse
sind. Vers 12 heißt es am Ende, es
geht gegen die Weltbeherrscher, der Finsternis dieser Weltzeit,
gegen die geistlichen Mächte der Bosheit. Ich denke, das ist
uns allen klar, dass sie böse sind. Aber Paulus betont es hier
noch einmal ausdrücklich. Sie sind die Quelle der Bosheit,
mit der sie diese Welt im Würgegriff halten. Und das vierte, was wir sehen,
ist, der Teufel und seine Armee sind unsichtbar. Vers 12 heißt
es ganz am Ende, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen
Regionen. Paulus sagt hier, dass sie geistlich
sind und dass sie in den himmlischen Regionen sind. Und beides bedeutet,
dass wir sie mit unseren Augen bzw. mit unseren fünf Sinnen
eben nicht wahrnehmen können. Und auch gerade das macht sie
eben so gefährlich. Das erste Ziel des Teufels in
deinem Leben ist, dass wir gar nicht an ihn glauben oder ihn
nicht auf dem Schirm haben. Ja, wenn er das geschafft hat,
in unseren Kopf eintrichtern zu lassen, dann hat er schon
einen Teilsieg erreicht und kann dann unbemerkt sein zerstörerisches
Wirken in unserem Leben beginnen. Wir haben vier Eigenschaften
des Teufels und seiner Armee gesehen. Erstens, sie sind listig,
zweitens mächtig, drittens böse und viertens unsichtbar. Und
die nächste Frage, die wir uns jetzt anschauen wollen, ist,
wie sieht das denn jetzt konkret aus, wenn der Teufel und seine
Armee uns angreifen? Das ist sehr schwer zu beantworten. Denn wie gesagt, der Teufel ist
listig. Wenn der Teufel nur eine Methode
hätte, um uns anzugreifen, dann wäre das ja relativ leicht für
uns, auf den Trichter zu kommen, wie man jetzt dagegen vorgeht. Aber der Teufel hat hunderte,
tausende Möglichkeiten, uns anzugreifen. Und ich möchte euch einmal auf
fünf hinweisen, wie das heute aussehen kann. Und ich sage euch
jetzt schon, das sind nicht alle Möglichkeiten, die der Teufel
hat. Aber fünf ganz wichtige. Das
erste ist, der Teufel bringt Spaltung in die Gemeinde. Warum nenne ich diesen Punkt
als erstes? Weil die Einheit der Gemeinde
das Hauptthema des Epheserbriefs ist. Ja, die Kapitel zwei, drei
und vier am Anfang sind voll von diesem Thema. Und es ist
auch völlig logisch, wenn der Teufel den Christen schaden will,
natürlich setzt er bei der Gemeinde an. Die Tatsache, dass es uns
hier gibt, findet der Teufel schrecklich. Den Gedanken findet
er furchtbar. Er kann den Gedanken nicht ertragen. Martin Luther sagte einmal völlig
zutreffend, wo Gott eine Kirche baut, da baut der Teufel eine
Kapelle daneben. Immer dann, wenn uns Dinge als
Gemeinde zu spalten drohen, die nicht die Wahrheit des Evangeliums
betreffen, dann können wir sicher sein, genau da ist der Teufel
am Werk. Das zweite, was der Teufel tut,
ist, er verführt uns zum Sündigen. Ja, und das tut er jeden Tag
mit den kleinen Dingen, mit den kleineren Sünden in unserem Leben. Aber er tut es auch im Großen,
wenn die Folgen der Sünden besonders fatal ist. Wenn die Sünden Folgen
haben, die nicht nur für uns problematisch sind, sondern auch
für andere. Ja, wenn zum Beispiel der treusorgende christliche
Ehemann der Versuchung nachgibt, sich heimlich auf der Arbeit
zu bereichern. Und plötzlich findet er sich
vor Gericht wieder und die gesamte Familie steht vor dem Nichts. Oder wenn die eigentlich glückliche
Ehefrau und Mutter sich auf eine Affäre einlässt. Ja, vielleicht schütteln wir
den Kopf, wenn wir sowas hören, dass sowas unter Christen passiert.
Und fragen uns, wie kann sowas passieren? Aber gerade das ist
ja die Masche des Teufels. Ja, erst geht er hin und macht
uns die Sünde so richtig schmackhaft. Ja, wenn du diese Sünde begehst,
dann wirst du Freude haben und dann wird alles gut werden. So
hat er es schon bei der ersten Sünde im Paradies gemacht. Und
dann, wenn wir der Sünde nachgeben, wenn wir zerstört am Boden liegen
und merken, das war alles andere als gut, dann lacht er uns aus
und verspottet uns und sagt uns auch noch, jetzt habt ihr es
euch mit Gott endgültig verscherzt. Das Dritte, was der Teufel tut,
er sorgt dafür, dass wir uns in unserem Denken dem Zeitgeist
anpassen. Ja, was uns regelmäßig durch
die Medien in den Schulen oder Universitäten erzählt wird, das
prägt uns ganz automatisch. Und dahinter steht eben nicht
der Geist Gottes, sondern dahinter steht der Zeitgeist. Und dieser
Zeitgeist steht immer im Dienst des Teufels. Heute sind es Denkweisen,
die die Unterschiede zwischen den Geschlechtern leugnen, die
die biblische Ehe hinterfragen, die die Unabhängigkeit des Einzelnen
überhöhen oder die Umwelt zum absoluten Maßstab machen. Ja,
und vielleicht sind wir als Christen nicht so, dass wir diese Ideen
automatisch übernehmen. Aber wenn ich auch ehrlich zu
mir selbst bin, wie schnell gewöhnen wir uns dran? Paulus schreibt in Römer 12,
uns Christen, passt euch nicht diesen Zeitgeist an, sondern
lasst euer Denken erneuern. Damit ihr so über diese Welt
denkt, wie Gott über diese Welt denkt. Und nicht wie die Kultur. Das vierte, was der Teufel gerne
tut, ist, er nimmt irgendetwas in unserem Leben und lässt es
so groß und wichtig werden, dass es Christus und das Evangelium
aus dem Zentrum verdrängt. Ja, das kann zum Beispiel ein
Hobby sein. Das kann ein Projekt sein, für
das man sich begeistert. Das kann irgendein Leid im eigenen
Leben sein. Es kann jemand sein, in dem wir
verliebt sind. Es kann etwas sein, über das
man sich ärgert. Es kann eine politische Position
sein, was auch immer. Es kann richtig oder falsch sein,
gut oder schlecht sein. Wir können über diese Sache unglaublich
begeistert sein oder unglaublich verbittert. Der springende Punkt ist, der
Teufel nimmt diese Sache und lässt sie in unserem Leben so
groß werden, sie nimmt so unser Fühlen und Handeln in Beschlag,
dass unsere Freude über Jesus vollkommen erstickt wird oder
zugeschüttet wird. Und auch dann hat der Teufel
gewonnen. Und ein fünftes, was der Teufel
gerne tut, ist, er verfolgt Christen auch gerne ganz offen. Die bisherigen Beispiele, die
wir gesehen haben, das sind alles Beispiele, wie der Teufel uns
listig irgendwie hintenrum verführt. Aber häufig greift der Teufel
Christen auch frontal an, ohne Verkleidung, gerade heraus. Bei uns im Westen passiert das
hier kaum, aber Christen in kommunistischen oder islamischen Staaten erleben
das tagtäglich. Ja, das Wort Gottes zeigt uns
das zum Beispiel in Offenbarung 13, also einem Kapitel nach dem,
was wir gerade gelesen haben, wie der Teufel den Staat und
also die weltlichen Königreiche und die Propaganda, heute würden
wir wahrscheinlich sagen die Medien, benutzt, um die Christen
ganz offen zu verfolgen. Ja, und in einem Sinn ist das
der Normalfall für die Zeit, bis Jesus wiederkommt. Nehmen wir zum Beispiel Paulus.
Ja, gerade als er diese Zeilen hier geschrieben hat, den Epheserbrief,
Da erlebt er das im eigenen Körper. Schaut mal ganz ans Ende. In
Vers 20 schreibt er, dass er selbst ein Botschafter in Ketten
ist. Paulus lag in Ketten, als er
das hier geschrieben hat. Er spürt also, während er diese
Zeilen schreibt, am eigenen Körper, was es bedeutet, vom Teufel angegriffen
zu werden, beziehungsweise wie der Teufel hier ganz offen und
frontal die Gemeinde und die Ausbreitung des Evangeliums angreift. Wir haben eben gesehen, dass
wir nicht gegen andere Menschen kämpfen. Aber das dürfen wir
nicht falsch verstehen. Der Teufel benutzt natürlich
andere Menschen, um gegen Christen zu kämpfen oder um gegen das
Evangelium zu kämpfen. Wir dürfen nicht so naiv sein
zu denken, ja, der Teufel ist böse und alle Menschen, die Gott
nicht kennen, die sind irgendwie neutral. Häufig benutzt der Teufel
gerade Menschen, um Gottes Gemeinde zu schwächen und ihr zu schaden.
Und natürlich bleibt es immer noch dabei, dass wir auf gar
keinen Fall mit Waffengewalt dagegen kämpfen sollen. Unser
Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut. Aber wir dürfen
eben auch nicht unterschätzen, dass der Teufel oft andere Menschen
für sein Werk gebraucht. Es gibt sehr viele Wege, die
der Teufel einschlägt, um uns als seine Gemeinde, um uns als
seine Kinder anzugreifen. Und fünf haben wir uns genauer
angeguckt. Ich fasse sie nochmal kurz zusammen.
Der Teufel und seine Soldaten bringen erstens Spaltung in die
Gemeinde, verführt uns zweitens zum Sündigen und freut sich dann
über die Folgen. Drittens versucht, dass wir unser
Denken dem Zeitgeist anpassen. Viertens setzt irgendwas in unserem
Herzen an die Stelle der Freude über Christus und das Evangelium.
Und fünftens verfolgt Christen offen durch die Königreiche dieser
Welt. Wenn ich das so sage, bin ich
mir bewusst, dass das keine besonders guten Nachrichten sind. Ja, wenn
wir ehrlich sind, wollen wir doch alle ein ruhiges und ein
entspanntes Leben. Und jetzt hören und lesen wir,
wir haben es mit einem wirklichen Teufel, mit wirklichen Soldaten
zu tun, der uns in unserem wirklichen Leben wirklich angreift. Aber es gibt eine gute Nachricht.
In diesem Kampf, in dem wir stehen, sind wir nicht wehrlos. Und wir
sind schon gar nicht hoffnungslos. Denn Gott hat uns ein wirksames
Gegenmittel geschenkt. Und das sehen wir in Vers 13.
Dort schreibt er deshalb, also weil der Krieg so unglaublich
ernst ist, deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes. Und es bringt mich zu meinem
zweiten Punkt. Nimm den Kampf gegen den Teufel an. Wie? indem
du Gottes Waffenrüstung anziehst. Das Erste, was bei dieser symbolischen
Waffenrüstung wichtig ist, ist, sie ist Gottes Waffenrüstung.
Du musst sie dir nicht selber bauen, du musst sie nicht selbst
produzieren. Sie wird dir von Gott zur Verfügung
gestellt. Und noch etwas Zweites ist wichtig. Der Kampf gegen den Teufel mit
der Waffenrüstung ist nichts Spektakuläres. Ihr kennt vermutlich
alle die Filmszenen aus Filmen, die zur Römerzeit spielen oder
im Mittelalter, wo irgendwann der Gute und der Böse mit ihren
Rüstungen aufeinandertreffen und die Schwerter klirren und
das Blut spritzt. Die Musik wird immer dramatischer. Ich weiß nicht, ob euch das schon
mal aufgefallen ist. Am Ende gewinnt sowieso immer der Gute,
weil die Bösen immer so dumm sind, den Guten immer nacheinander
und nicht alle zusammen anzugreifen. So ist das in Filmen, aber unser
Kampf gegen den Teufel, der ist ganz anders. Der ist oft nicht
spektakulär. Oder der fühlt sich auch nicht
heldenmäßig an. Manche Christen fallen da auch
auf der anderen Seite vom Pferd. Wie gesagt, wir haben gesehen,
dass die meisten Christen die Gefahr unterschätzen. Aber ich
glaube, dass es auch andere Christen gibt, die sehen Dämonen überall
und glauben, dass man immer, wenn irgendwer irgendwo ein Problem
hat, gleich dahinter einen Dämonen vermuten muss, der dann ausgetrieben
werden muss. Ja, es geht hier, Paulus, aber
nicht um ein spektakuläres Austreiben von Dämonen, sondern darum, dass
wir treu, jeder einzelne von uns, diese Waffenrüstung anlegen
und dann auch gebrauchen. Und diese Waffenrüstung besteht
aus sechs Teilen und einem Zusatz. Und wie ich schon am Anfang angekündigt
habe, wir werden uns heute diese Waffenrüstung nur ganz grob im
Überblick anschauen und dann in der nächsten Predigt darauf
ausführlicher eingehen. Das Erste, was wir sehen, ist,
die Lenden umgürtet mit Wahrheit. Vers 14, so steht nun fest, eure
Lenden umgürtet mit Wahrheit. Der breite Ledergürtel war die
Grundausrüstung eines römischen Soldaten. Da hing zum Beispiel
das Schwert drin. Und wenn wir uns jetzt mit Wahrheit
umgürten sollen, dann bedeutet es zwei Dinge. Zum einen sollen
wir festhalten an der Wahrheit von Gottes Wort. Der Teufel versucht
immer wieder, Christen einzureden, auf Gottes Wort kannst du dich
nicht verlassen. Es ist nicht irrtumslos, da sind
Fehler drin. Oder vielleicht gilt es ja für
alle anderen Menschen, aber für mich gilt es nicht. Und umso
wichtiger ist es, um dem Teufel zu widerstehen, dass wir die
Wahrheit von Gottes Wort bekennen. Aber es bedeutet auch, wahrhaftig
zu leben. Du kannst die Wahrheit von Gottes
Wort bekennen, du kannst vorne rum als guter Christ leben, aber
hinten rum, wenn es keiner sieht, sieht es ganz anders aus. Dann lebst du nicht wahrhaftig
und dann hat der Teufel gewonnen. Steh fest auf der Wahrheit von
Gottes Wort und lebe davon ausgehend wahrhaftig. Dann hast du den
breiten Ledergürtel der Wahrheit angezogen. Das zweite, was wir
sehen, ist angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit. Vers 14. So
steht nun fest, angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit. Der Brustpanzer schützte damals
alle lebenswichtigen Organe, Herz, Lunge, Und genauso schützt
uns die Gerechtigkeit Christi davor, in die Fallstricke des
Teufels zu geraten. Der Teufel greift uns zum Beispiel
an, indem er uns erzählt, dass wir vor dem gerechten Gott mit
unserer Gerechtigkeit, mit unserer eigenen Gerechtigkeit, nicht
bestehen können. Und dass wir deswegen Angst vor
Gott haben müssen. Und in einem Sinn hat er damit
recht. Wir können tatsächlich nicht mit unserer eigenen Gerechtigkeit
vor Gott bestehen. Aber da kommt es eben auch nicht
darauf an, sondern wir haben die Gerechtigkeit von Jesus Christus
und mit der können wir vor Gott bestehen. Lass dir vom Teufel
diese Lüge nicht einreden, dass du Angst vor Gott haben musst. Das dritte, was wir sehen, die
Füße gestiefelt mit der Bereitschaft zum Zeugnis für das Evangelium. Vers 15. Und habt die Füße gestiefelt
mit der Bereitschaft zum Zeugnis für das Evangelium des Friedens. Die Stiefel eines Soldaten waren
dafür gedacht, große Distanzen schnell und sicher zu laufen. Die Stärke der römischen Armee
beruhte in einem großen Maß darauf, dass sie so gute Schuhe hatten,
mit denen sie auf sehr guten Straßen schnell von A nach B
kommen konnten, viel schneller als ihre Feinde. Und in diesem Bild geht es jetzt
darum, dass wir das Evangelium hochhalten. Und zwar zum einen
in der Gemeinde. Denn das Evangelium ist ein Evangelium
des Friedens, schreibt Paulus hier. Paulus hatte es, wie gesagt,
ausführlich in den Kapiteln 2 und 3 erklärt. Aber es geht eben
um mehr. Es geht nicht nur darum, dass
dieses Evangelium Frieden hier in der Gemeinde schafft, sondern
dass wir auch nach außen gehen, gestiefelt sind mit diesem Evangelium
und Menschen dazu einladen, dass sie ebenfalls Christus kennenlernen
und dadurch Frieden mit Gott bekommen. Das vierte, was wir sehen, ist
der Schild des Glaubens, Vers 16. Vor allem aber greift den
Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des
Bösen auslöschen könnt. Wie gesagt, der Teufel versucht
uns immer und immer wieder anzugreifen. Mal schießt er feurige Pfeile
auf uns, indem er uns erzählt, dass wir für Gott zu schlecht
sind. Mal versucht er uns einzureden,
dass auf Gott kein Verlass ist, dass er es nicht gut mit uns
meint. Dann wiederum versucht er uns
eine bestimmte Sünde schmackhaft zu machen. der Glaube daran,
dass Gott es gut meint, dass er für uns sorgt, dass Gott recht
hat und der Teufel lügt, dass Jesus die Wahrheit ist und der
Teufel der Vater der Lüge ist. Das hilft uns, den feurigen Pfeilen
des Teufels zu widerstehen. Das fünfte, was wir sehen, ist
der Helm des Heils, Vers 17, und nehmt auch den Helm des Heils. Jesus verspricht uns, dass wir
bereits gerettet sind. Und er verspricht uns, dass er
uns eines Tages in der Zukunft vollständig retten wird. Und der Teufel auf der anderen
Seite versucht uns jetzt in der Zwischenzeit einzureden, dass
unser Heil, dass unsere Rettung eben nicht in Christus ist, sondern
dass wir es irgendwo anders suchen müssen. Aber es gibt keinen anderen. Und das sechste, was wir sehen,
ist das Schwert des Geistes. Und nehmt das Schwert des Geistes,
welches das Wort Gottes ist, ebenfalls Vers 17. Das Schwert ist der letzte Ausrüstungsgegenstand
der Waffenrüstung und es ist die einzige Angriffswaffe, die
einzige, mit der man in die Offensive gehen kann. Und das Wort Gottes
ist das Mittel, durch das der Geist Gottes wirkt. Und dieses
Mittel sollen wir einsetzen, wenn der Teufel uns angreift. Ein super Beispiel dafür, wie
das geht, ist Jesus in der Wüste, als sie in der Teufel versucht
hat. Und Jesus hat diese Angriffe
alle abgewehrt, indem er das Wort Gottes verkündigt hat, indem
er das Wort Gottes gegen die Lügen des Teufels gesetzt hat. Und das letzte, worüber Paulus
hier spricht, das gehört gar nicht mehr zur eigentlichen Waffenrüstung. Aber es ist trotzdem unglaublich
wichtig, um gegen die Angriffe des Teufels bestehen zu können. Es ist das Gebet. Jetzt lesen
wir den Versen 18 bis 20. Paulus schreibt, indem ihr zu
jeder Zeit betet, mit allem Gebet und Flehen im Geist und wacht
zu diesem Zweck in aller Ausdauer und fürbitte für alle Heiligen. Auch für mich, damit mir das
Wort gegeben werde, so oft ich meinen Mund auftue, freimütig
das Geheimnis des Evangeliums bekannt zu machen, für das ich
ein Botschafter in Ketten bin, damit ich darin freimütig rede,
wie ich reden soll. Paulus ruft hierzu allen möglichen
Gebeten und Gebetsanliegen auf. Gleich viermal im Vers 18 steht
das Wort alle. Ja, wir sollen alle Zeit mit
allen Gebeten in aller Ausdauer für alle Heiligen beten. Und ganz besonders eben für die,
die wie Paulus an der Front stehen, die wie Paulus das Wort Gottes
verkündigen und dadurch für das Reich Gottes arbeiten. Und dafür möglicherweise, wie
hier Paulus, sogar verfolgt werden. Auch diesen Punkt des Gebets,
den Paulus hier sehr betont, wollen wir uns in einer gesonderten
Predigt nochmal ausführlicher anschauen. Heute in dieser Predigt wollen
wir es bei diesem kurzen Überblick über die verschiedenen Waffen
belassen. Und jetzt uns noch eine abschließende
Frage stellen, nämlich die Frage, wozu brauchen wir die Waffenrüstung
überhaupt? Mein dritter und letzter Punkt.
Nimm den Kampf gegen den Teufel an. Wozu? damit du im Glauben
standhaft bleibst. Was ist das Ziel unseres Kampfes
gegen den Teufel und seine Armee? Das Ziel ist, wie wir schon im
dritten Punkt jetzt gehört haben, im Kampf standzuhalten, stehen
zu bleiben, nicht nachzugeben. Und Paulus betont es hier unglaublich
stark. Ja, Vers 10. Im Übrigen, meine
Brüder, seid stark in dem Herrn. Vers 11, zieht die ganze Waffenrüstung
Gottes an, damit ihr standhalten könnt. Vers 13, deshalb ergreift
die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen
und nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt. Vers 14, so steht nun fest. stark
sein, standhalten, widerstehen, sich behaupten, feststehen. Darum geht es, Paulus. Das ist
das Ziel. Es geht gar nicht darum, einen
großen Eroberungskrieg zu führen und riesige Erfolge zu feiern,
sondern es geht vor allem darum, im christlichen Glauben einen
festen geistlichen Stand zu haben. Und jetzt könnte man denken,
okay, Jesus hat mich gerettet. Er hat sein Leben gegeben. Er
hat mir alle meine Schuld vergeben. Aber möchte er jetzt tatsächlich,
dass ich von nun an aus eigener Kraft mir diese Waffenrüstung
anziehe und dann gegen den Teufel kämpfe, damit ich standhalte? Ist das wirklich das christliche
Leben? Jesus hat mich einmal gerettet
und jetzt kommt es auf mich an? Ich denke, wir Christen sind
immer wieder geneigt, so zu denken. Am Anfang hat Jesus alles für
mich getan, aber jetzt kommt es auf mich an. Und ich sage
es so deutlich, wie es ist. Es ist falsch, so zu denken. Und das wird in unserem Abschnitt
an drei Dingen deutlich. Erstens, diesen Punkt haben wir
auch schon gesehen. Es ist Gottes Waffenrüstung,
die wir anziehen. Er schenkt sie uns. Ja, also
er schenkt dir alles, was du zum Kampf brauchst. Das zweite, was uns zeigt, dass
wir diesen Kampf nicht alleine kämpfen müssen, ist die Tatsache,
dass Jesus den Teufel schon besiegt hat. Vielleicht überrascht dich das
jetzt. Warum müssen wir gegen jemanden
kämpfen, der den Krieg schon verloren hat? Schauen wir uns
das genauer an. Die Bibel zeigt uns, dass Jesus
den Krieg gegen den Teufel am Kreuz gewonnen hat. In Kolosser
2, Vers 15 zum Beispiel lesen wir, dass Jesus die teuflischen
Herrschaften und Gewalten am Kreuz entwaffnet hat. Wir haben
das auch eben in Offenbarung Kapitel 12 gelesen, wie der Kampf
gewonnen ist, wie der Teufel verloren hat. Aber der Teufel ist noch nicht
vernichtet. Das wird erst passieren, wenn
Jesus ein zweites Mal wiederkommt. Und in der Zwischenzeit, also
zwischen Kreuz auf der einen Seite und dem zweiten Kommen
von Jesus, also jetzt gerade in der Zeit, wo wir jetzt leben,
versucht der besiegte Teufel, Jesus noch so viel Schaden zuzufügen,
wie irgendwie möglich. Und das kann er am besten, indem
er die angreift, die ganz eng zu Jesus gehören, nämlich uns. Aber wie passt das zusammen?
Der Teufel hat schon verloren, aber doch noch nicht so richtig. Ich möchte euch ein Beispiel
aus der Weltgeschichte geben, um euch das ein bisschen zu verdeutlichen. Ihr wisst vermutlich alle, dass
zwischen 1939 und 1945 der Zweite Weltkrieg tobte. Ja, und in den
ersten Jahren dieses Krieges gelangen Nazi-Deutschland spektakuläre
Erfolge. Aber irgendwann waren sie dann
auf dem Rückzug. Und circa ein Jahr vor Kriegsende, am 6. Juni
1944, landeten amerikanische und britische Soldaten in Frankreich
in der Normandie. Die Deutschen konnten das nicht
verhindern und somit war der Krieg entschieden. Ja, jeder,
der von außen drauf geguckt hat, auf die militärische Lage, wusste,
jetzt ist es vorbei. Und deswegen nennt man diesen
Tag, diesen 6. Juni, auch bis heute im Englischen
den D-Day, also den Decision Day, den Tag der Entscheidung.
An dem Tag war der Krieg entschieden. Aber trotzdem war der Krieg noch
nicht vorbei. Es dauerte noch fast ein weiteres
Jahr, bis Nazi-Deutschland wirklich vollständig besiegt war und kapitulierte. Und in der Zwischenzeit mussten
noch viele harte Schlachten geschlagen werden. bis dann der 8. Mai 1945 zum V-Day, also zum
Victory Day, zum Tag des Sieges wurde. Und unsere Situation im Kampf
gegen den Teufel und seine Armee ist vergleichbar mit der Situation
der Amerikaner und Briten nach dem 6. Juni 1944. Ja, die Soldaten wussten ganz
genau, der Krieg ist entschieden. Wir sind jetzt am Vorrücken,
wir sind mehr, wir sind stärker, wir haben im Prinzip gewonnen.
Und genau so ist es bei uns. Der Krieg gegen den Teufel, der
ist entschieden. Jesus hat ihn gewonnen. Aber es ist eben wie bei den
Soldaten damals. Noch sind nicht alle Schlachten
geschlagen. Noch müssen wir immer noch kämpfen. Und das Dritte, was uns für unseren
Kampf Mut macht und uns Kraft gibt, wir kämpfen nicht aus eigener
Kraft, sondern aus unserer Verbindung mit Christus heraus. Ja, wenn
ihr mich nach der Reihe jetzt durch den Epheserbrief fragt,
was ist eigentlich das Thema des Epheserbriefs? Dann ist es
die Einheit mit Christus. Das kommt ständig, dass wir durch
den Glauben als Christen ganz eng mit Christus verbunden sind. Ständig in jedem Kapitel, ich
hätte fast gesagt in fast jedem Vers, lesen wir Ausdrücke wie
in Christus oder in ihm. Und auch hier ist es nicht anders.
Es ist so wichtig, dass Paulus es gleich im ersten Vers sagt,
Vers 10. Im Übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in
der Macht seiner Stärke. Ja, diese Stärke Gottes, die
beschreibt Paulus immer und immer wieder im Epheserbrief. Gleich
am Anfang betet er dafür, dass wir diese Kraft erkennen. Er sagt, es ist die Kraft, die
den Toten Jesus von den Toten auferweckte. Kapitel 1, Vers
20. Und dann in Kapitel 3 betet Paulus
erneut für die Epheser. Und in diesem Gebet gibt ihn
die Kraft Gottes Hoffnung darauf, dass Gott das Gebet erhören wird.
Er sagt in Kapitel 3, Vers 20, Gott ist der, der weit mehr tun
kann, als wir überhaupt nur uns ausdenken können. Warum kann
er das? Wegen der Kraft, die in uns wirkt.
Also wegen seiner Kraft, die durch den Heiligen Geist in uns
wohnt. Und es ist diese Kraft, die Auferstehungskraft,
die Jesus aus den Toten auferweckt hat, diese Kraft, die dafür sorgt,
dass unsere Gebete erhört werden, die uns jetzt geschenkt wird,
um den Angriffen des Teufels widerstehen zu können. Kommen wir noch einmal zu unserem
Bild zurück von den Amerikanern und den Briten im Zweiten Weltkrieg. Stell dir mal vor, du wärst ein
Soldat, der an diesem Angriff beteiligt ist. Du bist mittlerweile
mitten in Frankreich auf dem Weg zur deutschen Grenze. Und
du weißt ganz genau, der Krieg ist entschieden. Wir haben gewonnen. Und doch sind überall noch feindliche
Soldaten. Und jetzt bekommst du von deinen
Vorgesetzten den Auftrag, mit einigen anderen Soldaten einen
Vorposten zu bewachen. Du musst gar nicht irgendwas
angreifen, du musst einfach nur diesen Vorposten bewachen und
einfach nur standhalten, Widerstand leisten. Du hast diesen Auftrag
und du bist entsetzt. Ja, wie soll ich das denn aus
eigener Kraft schaffen?" Dann legt euch euer Offizier den Arm
auf die Schulter und sagt, du musst das überhaupt nicht aus
eigener Kraft schaffen. Denkt dran, erstens ist der endgültige
Sieg nur eine Frage der Zeit. Zweitens hast du die perfekte
Ausrüstung mit dabei. Und drittens, wir versorgen euch
aus der Luft mit allem, was ihr für den Einsatz braucht. Ihr
kämpft nicht aus eigener Kraft. Hinter euch steht die Kraft einer
ganzen Armee. Und so ähnlich ist es auch mit
unserem Kampf. Ja, du selbst kämpfst und du
sollst kämpfen. Aber gleichzeitig ist der Kampf
schon gewonnen und wir kämpfen in der Kraft von jemand anders.
Es kommt also nicht auf uns an und es kommt doch auf uns an. Ja, das ist die Spannung zwischen
Gottes Souveränität und unserer Verantwortung, die sich durch
die gesamte Bibel hindurchzieht. Gott bewirkt auf der einen Seite
alles, aber das soll uns eben nicht passiv, nicht zurückhaltend
machen, sondern ganz im Gegenteil, das soll uns aktiv kämpfend machen. Der deutsche Dramatiker Bertolt
Brecht sagte einmal, stell dir vor, es ist Krieg und keiner
geht hin. Für ihn war das eine hoffnungsvolle
Botschaft, weil er das Ende aller Kriege forderte. Aber es gibt zumindest einen
Krieg, da ist es dramatisch, wenn wir nicht hingehen. Und das ist der Krieg, von dem
wir heute gehört haben. Der Kampf gegen den Teufel und
gegen seine Armee. Denn wie wir am Anfang schon
gesehen haben, wenn wir diesen Kampf vergessen, wenn wir den
aus unserem Leben ausblenden, dann haben wir ihn schon verloren. Und diesen Kampf wirklich zu
kämpfen als Christen, das gehört mit zu den Kosten, die es mit
sich bringt, Jesus nachzufolgen. Für die, die letzten Sonntag
da waren, erinnert euch an die Predigt von letzten Sonntag. Paulus war jemand, der kannte
die Kosten. Er selbst war ja im Gefängnis,
als er diese Zeilen schrieb. Er war ein Botschafter in Ketten,
wie er in Vers 20 sagt. Und für alle, die das von außen
gesehen haben, vielleicht hat der Offizier, der auf ihn aufgepasst
hat, gesehen, was er da schrieb, und dachte, was schreibt er denn
da? Ja, wenn ich mir das so angucke, natürlich hat dieser Mann verloren.
Er sitzt noch im Gefängnis, er hat nichts mehr zu melden. Und einige Jahre später saß Paulus
dann sogar noch ein zweites Mal im Gefängnis. Und damals wusste
er dann auch, dass sein Leben bald enden würde. Und da schrieb er einen letzten
Brief an seinen Schüler Timotheus im Rückblick über sein Leben. Das ist der zweite Timotheusbrief,
sein letzter Brief. Und da schreibt er im letzten
Kapitel, ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet,
den Glauben bewahrt. Und es ist mein Gebet, dass das
eines Tages auch über jeden Einzelnen von uns gesagt werden kann. Amen.
Nimm den Kampf gegen den Teufel an!
Series Epheser
Nimm den Kampf gegen den Teufel an!
Warum? ...weil er dich mit seinen Soldaten angreift
Wie? ...indem du Gottes Waffenrüstung anziehst
Wozu? ...damit du im Glauben standhaft bleibst
| Sermon ID | 98228421662 |
| Duration | 43:20 |
| Date | |
| Category | Sunday Service |
| Bible Text | Ephesians 6:10-20 |
| Language | German |
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