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Gnade sei mit euch und Friede
von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Wir wollen heute auf einen Abschnitt
hören aus dem Epheserbrief. Wie gesagt, wir machen weiter
in unserer Reihe durch den Epheserbrief und wir sind mitten in dem, was
Luther die christliche Haustafel genannt hat. Und wir beschäftigen
uns heute mit Kindern und Eltern. Wir hören Gottes lebendiges Wort
aus Epheser Kapitel 6, die Verse 1 bis 4. Ihr Kinder seid gehorsam euren
Eltern in dem Herrn. Denn das ist Recht. Du sollst deinen Vater und deine
Mutter ehren. Das ist das erste Gebot mit einer
Verheißung. Damit es dir gut geht und du
lange lebst auf Erden. Und ihr Vater reizt eure Kinder
nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung
des Herrn. Gemeinde unseres Herrn Jesus
Christus, ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes. Das war der Auftrag, den Paulus
der Gemeinde in Epheser Kapitel 5, Vers 21 gegeben hat. Und was bedeutet das jetzt konkret?
Was bedeutet es praktisch, sich einander unterzuordnen? Und um
das zu erläutern, nimmt Paulus jetzt nach Epheser 5, Vers 21
drei Beziehungen in unserem Leben. drei Gruppen von Menschen und
macht für diese Gruppen von Menschen deutlich, was es bedeutet, sich
einander unterzuordnen. Als erstes nimmt er die Ehe,
das haben wir in der letzten Predigt gesehen, dort sagt er,
ihr Ehefrauen ordnet euch euren Männern unter und ihr Männer
liebt eure Frauen aufopferungsvoll. Als drittes beschreibt Paulus
die Beziehung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Das werden
wir in der nächsten Predigt zum Epheserbrief sehen. Und heute
als zweites schauen wir uns das an, was Unterordnung bedeutet
ganz praktisch für Familien. Genauer gesagt für das Verhältnis
und für den Umgang zwischen Kindern und Eltern. Und wie schon bei
der Ehe letzte Woche ist das, was Paulus hier schreibt, provokativ
für jede Gesellschaft, wo das Christentum nicht die Werte und
Normen, die dort gelten, vorgibt. Paulus provozierte mit dem, was
er hier über Kinder und Eltern schreibt, damals im Römischen
Reich, und er provoziert damit genauso heute. Aber auch heute möchte ich euch,
bevor wir richtig starten, an eine Sache erinnern. Das, was
wir hier lesen, ist nicht Paulus private Meinung zu diesem Thema,
sondern es ist das, was sich unser Schöpfer ausgedacht hat.
Ja, Gott hat sich die Ehe zwischen Mann und Frau ausgedacht. Er hat beschlossen, Kinder in
diese Ehe hineinzuschenken. Und er hat in seiner Weisheit
den Plan gemacht, dass Kinder von ihren Eltern für ihr Leben
vorbereitet werden. Und das hat er sich schon ausgedacht,
als noch alles in dieser Welt total gut war. Und das Wunderschöne
ist, er hat es uns nicht weggenommen, seitdem nicht mehr alles gut
ist. Natürlich ist all das durch die Sünde getrübt. Es gibt jetzt
Schwierigkeiten in jeder Ehe. Es gibt Ungehorsam der Kinder
in jeder Familie. Es gibt Fehler der Eltern bei
der Kindererziehung in jeder Familie. Aber an sich sind Ehe
und Familie wunderbare Dinge, die wir wegen Gottes Gnade immer
noch aus dem Paradies übrig haben. Und deswegen wollen wir heute
Morgen auf ihn, auf diesen Gott, der sich das ausgedacht hat,
hören. und verstehen, warum und wie er sich das alles ausgedacht
hat. Mein Thema für heute Morgen ist
Familien, die Gott Ehre machen. Ich habe drei Punkte. Familien,
die Gott Ehre machen, sind erstens Familien, wo Kinder ihren Eltern
bereitwillig gehorchen. Familien, die Gott Ehre machen,
sind zweitens Familien, wo Eltern ihre Kinder liebevoll erziehen. Und drittens Familien, die Gott
Ehre machen, sind Familien, die in enger Beziehung zu Jesus Christus
leben. Ich sage es noch einmal, Familien,
die Gott Ehre machen, sind Familien, erstens, wo Kinder ihren Eltern
bereitwillig gehorchen, zweitens Familien, wo Eltern ihre Kinder
liebevoll erziehen und drittens Familien, die in enger Beziehung
zu Jesus Christus leben. In Vers 1 lesen wir, Ihr Kinder,
seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist recht.
Herr Paulus macht es relativ kurz und relativ bündig. Gegenseitiges
Unterordnen, was bedeutet das für Kinder? Antwort, ganz einfach,
ihr Kinder seid euren Eltern gehorsam. Und das bringt uns
auch zum ersten Punkt. Familien, die Gott Ehre machen,
sind Familien, wo Kinder ihren Eltern bereitwillig gehorchen. Und diese Aufforderung, die richtet
sich natürlich in erster Linie an die Kinder unter euch. Vielleicht fragst du dich jetzt,
Bin ich noch ein Kind? Oder bis wann bin ich denn ein
Kind? Diese Frage ist gar nicht so
leicht zu beantworten, weil es auch auf die Kultur ankommt,
auf die Zeit, in der man lebt. Unsere Gesellschaft hat festgelegt,
dass wir mit 18 keine Kinder mehr sind. Und ich denke, dass
wir das auch ungefähr als Grenze übernehmen können. Obwohl natürlich eure Eltern
euch wahrscheinlich auch schon mit 16 weniger Vorgaben gemacht
haben als mit 3. Das ist auch gut so. Und wir
werden nachher auch sehen, dass du mit 18 noch nicht von allen
Verantwortung gegenüber deinen Eltern frei bist. Aber wir können
18 so ungefähr als Grenze nehmen. Und als Kind solltest du dich
fragen, was will Gott von mir? Ja, wie jeder Mensch, der Gott
nachfolgen möchte, gilt das auch für dich als Kind. Die wichtigste
Frage ist, was will Gott von mir? Wie kann ich so leben, dass
Gott das gut findet? Und das Erste und das Wichtigste,
was Gott dir als Kind sagt, ist, gehorche deinen Eltern. Warum sollst du gehorchen? Paulus gibt uns zwei Gründe,
vielleicht sogar drei, aber den dritten schauen wir uns erst
am Ende der Predigt an. Also warum sollst du als Kind
deinen Eltern gehorchen? Der erste Grund ist in Vers 1,
denn das ist Recht, sagt Paulus hier. Gehorche deinen Eltern,
denn das ist Recht oder das ist gerecht. Vermutlich meint Paulus
hier ganz einfach damit, dass du deinen Eltern gehorchen sollst. Das ist klar. Das weiß jeder. Das muss ich nicht großartig
begründen. In jeder Kultur ist das irgendwo klar. In allen Kulturen
mit allen Unterschieden ist es irgendwo klar, dass Kinder ihren
Eltern in irgendeiner Form gehorchen sollen. Die griechischen Philosophen
haben das gelehrt und auch im fernen Osten, in China und Japan
war es schon immer selbstverständlich, dass Kinder ihren Eltern gehorchen. Das galt, obwohl beide Denkrichtungen
rein gar nichts mit dem Christentum zu tun hatten oder vom Christentum
überhaupt nicht beeinflusst waren. Und doch sind wir als Christen
nicht wie alle anderen. Obwohl das irgendwo klar ist,
gibt Paulus uns hier noch einen zweiten Grund, einen spezifisch
christlichen Grund, könnten wir sagen. Vers 2. Du sollst deinen
Vater und deine Mutter ehren. Das ist das erste Gebot mit einer
Verheißung. Herr Paulus zitiert hier das
fünfte Gebot aus den zehn Geboten. Du sollst deinen Eltern gehorchen,
weil Gott selbst dir das sagt. Das ist ein zweiter Grund. Der
erste Grund ist, das ist selbstverständlich, dass es überall so. Der zweite
Grund ist jetzt, das steht in den zehn Geboten, die Gott uns
gegeben hat. Nun ist es ja unter Christen
umstritten, ob das Gesetz im Alten Testament heute im Neuen
Bund noch gilt. Und wenn ja, welche Teile des
Gesetzes? An dieser Stelle hier, die wir
hier lesen, ist einer der deutlichsten Hinweise im Neuen Testament dafür,
dass zumindest die zehn Gebote aus dem alltestamentlichen Gesetz
auch heute im Neuen Bund noch gültig sind. Paulus zitiert hier
nämlich das fünfte Gebot total selbstverständlich als gültig
für die neutestamentliche Gemeinde. Jeder weiß es im Grunde und Gott
sagt es dir in seinem Wort ganz deutlich. Gott möchte von euch
Kindern, dass ihr ihm gehorcht. Und dass ihr ihm gehorcht, indem
ihr euren Eltern gehorcht. Was heißt aber gehorchen jetzt
konkret? Also zum Beispiel morgen wieder. Es bedeutet für euch Kinder zunächst,
dass ihr tatsächlich das tut, was eure Eltern wollen. Ja, und
dabei kann es sogar sein, dass ihr nicht gut findet, was eure
Eltern euch sagen. Es kann sein, dass ihr es nicht versteht. Es
kann sein, dass ihr es überhaupt nicht einseht. Und es kann sogar
sein, dass eure Eltern dabei total ungerecht zu euch sind. Und trotzdem sollt ihr das tun,
was eure Eltern euch sagen. Ich weiß, wenn man 12 oder 13
wird, ich war auch mal so alt, dann wird das deutlich schwieriger
als vorher. Dann fühlt man sich nämlich plötzlich
erwachsen. Die Eltern werden aus irgendwelchen
Gründen plötzlich komisch. Aber mit zwölf oder 13 bist du
noch nicht erwachsen. Und auch dann gilt Gott möchte,
dass du deinen Eltern gehorchst. Ja, für den Gehorsam gegenüber
deinen Eltern gibt es nur eine Grenze. Und das ist das Gebot. Du sollst Gott mehr gehorchen
als den Menschen. Wenn deine Eltern etwas von dir
fordern, was klar gegen Gottes Wort gerichtet ist, dann brauchst
du ihnen nicht zu gehorchen. Aber bevor du mit dieser Begründung
deinen Eltern ungehorsam wirst, frage am besten lieber mal jemand
aus der Gemeinde, der älter ist, und frag ihn, ob es okay ist,
in dem Fall deinen Eltern nicht zu gehorchen. Im Normalfall gilt,
gehorche deinen Eltern. Du sollst deinen Eltern als Kind
also gehorchen. Aber Gott möchte noch mehr von
dir. Du sollst nämlich deinen Eltern
nicht nur einfach gehorchen, du sollst ihnen von Herzen gehorchen. In Vers 1 sagt Paulus, gehorcht
euren Eltern. Und bis dahin könnte man ja noch
denken, solange ich einfach alles mache, was meine Eltern mir sagen,
tue ich das, was Gott will. Das Problem ist, in Vers 2 zitiert
Paulus das fünfte Gebot. Und da steht nicht, gehorche
deinen Eltern, sondern da steht, ehre deinen Vater und deine Mutter.
Wisst ihr, Ehren ist mehr als Gehorchen. Ehren bedeutet unter anderem,
dass du ihn wirklich von Herzen, wirklich breitwillig gehorchst. Selbst wenn du ganz anderer Meinung
bist und deine Eltern überhaupt nicht verstehst. Ja, sagen wir,
deine Eltern sagen dir, dass du ins Bett gehen sollst. Und dann gehst du, siehst es
überhaupt nicht ein, nimmst dein Handy mit, und schreibst deinem
besten Freund oder deiner besten Freundin, ey voll blöd, meine
Eltern schon wieder, immer muss ich so früh ins Bett gehen. Ja,
äußerlich hast du dann gehorcht, aber innerlich rebellierst du
gegen deine Eltern. Ja, viele Teenager rebellieren
nicht gegen ihre Eltern, indem sie ihnen andauernd widersprechen,
das auch, aber nicht nur so. sondern vor allem dadurch, wie
sie über ihre Eltern denken oder wie sie über ihre Eltern reden.
Ja, weißt du, deinen Eltern zu gehorchen, deine Eltern wirklich
zu ehren, das bedeutet, ihnen wirklich zu gehorchen. Mit dem, was du tust, nach außen
hin, aber auch mit dem, was du über sie denkst und was du fühlst
und wie du über sie sprichst. Bei deinen Eltern zu ehren, das
bedeutet noch etwas. Deinen Eltern zu gehorchen, das
hört irgendwann auf. Irgendwann werden deine Eltern
dir hoffentlich immer weniger Dinge vorschreiben und du wirst
tatsächlich erwachsen. Wenn du dann erwachsen bist,
also irgendwo um deinen 18. Geburtstag herum, dann läuft
es, wie gesagt, mit dem Gehorchen langsam aus. Wenn du auch danach
noch zu Hause wohnst, dann musst du dich natürlich weiterhin an
die Regeln halten, die im Haus gelten. Aber auf der anderen
Seite lebst du dann auch dein eigenes Leben und bist für dich
selbst verantwortlich. Deine Eltern haben jetzt nicht
mehr die Hauptverantwortung für dich, sondern du selbst. Das
heißt, gehorchen musst du irgendwann nicht mehr in dem Sinn, aber
ehren musst du deine Eltern ihr ganzes Leben lang. Ja, wir haben
eben die Begebenheit gelesen, wo Jesus mit den Pharisäern streitet.
Und die Pharisäer hatten überhaupt keine Lust, sich um ihre alten
Eltern zu kümmern. Ja, das war ja in einer Zeit
vor Pflegeheimen, vor Pflegediensten, vor einer Pflegeversicherung.
Das heißt, es war Aufgabe der Kinder, sich um ihre Eltern zu
kümmern. Und die Pharisäer hatten darauf keine Lust, aber sie kannten
natürlich das fünfte Gebot. Also haben sie sich einen Trick
ausgedacht. Sie haben gesagt, ich gebe das Geld, was eigentlich
für die Pflege meiner Eltern nötig wäre, ich gebe das einfach
dem Tempel als Weihelgabe. Der Witz an der Sache war, sie
haben es dann natürlich irgendwann indirekt vom Tempel wieder zurückgekriegt,
aber sie geben es ganz dem Tempel. Ja, es war also zwei Fliegen
mit einer Knappe. Man hat einerseits super fromm
Geld dem Tempel gespendet und damit natürlich Gott unglaublich
gefallen. Und andererseits war man die
Verantwortung los, sich um seine Eltern kümmern zu müssen. Besser geht's doch überhaupt
nicht. Jesus sagt, Pharisäer, kennt
ihr das fünfte Geburt nicht? Du sollst Vater und Mutter ehren. In anderen Worten, was Jesus
uns hier sagt, ist, irgendwann müssen wir unseren Eltern nicht
mehr gehorchen. Aber unser ganzes Leben lang
sind wir aufgerufen dazu, unsere Eltern zu ehren. Gerade auch
dann, wenn sie alt werden oder sind. Und es betrifft jetzt jeden von
uns, der zumindest noch ein Elternteil hat. Aber Paulus sagt uns nicht einfach
nur, gehorcht euren Eltern, ehrt sie, denn das steht im fünften
Gebot. Er möchte dich noch einmal zusätzlich dazu motivieren. In Vers 2 heißt es, du sollst
deinen Vater und deine Mutter ehren und dann geht es weiter.
Das ist das erste Gebot mit einer Verheißung. Dann kommt die Verheißung
in Vers 3, damit es dir gut geht und du lange lebst auf Ehren. In anderen Worten, wenn du deinen
Eltern gehorchst, dann verspricht Gott dir etwas Großes. Tatsächlich war das fünfte Gebot
ein ganz besonderes Gebot der 10 Gebote. Ja, wenn wir uns die
10 Gebote mal angucken, dann können wir sagen, dass sich die
ersten vier Gebote mit unserem Verhältnis gegenüber Gott beschäftigen.
Die Gebote 5 bis 10 beschäftigen sich dann mit unserem Verhältnis
zu unseren Mitmenschen. Und deswegen spricht man manchmal
auch von der ersten Tafel der 10 Gebote, Gebote 1 bis 4, die
sich mit Gott beschäftigen und dann die zweite Tafel der 10
Gebote, Gebote 5 bis 10, die sich mit unserem Nächsten beschäftigen. Und das fünfte Gebot ist jetzt
aus mehreren Gründen besonders. Es hat erstens diese Verheißung
dabei, damit du lange lebst, damit es dir gut geht und du
lange lebst auf Erden. Es ist zweitens das Gebot, was
Gott ganz an den Anfang gestellt hat von dieser zweiten Tafel.
Also es ist das erste Gebot, was wir haben, was unser Zusammenleben
mit den Mitmenschen regelt. Und das zeigt auch, wie wichtig
Gott gerade das Miteinander in der Familie ist. Und drittens,
und das ist jetzt sehr spannend, die Juden haben damals dieses
Gebot häufig nicht auf die zweite Tafel zugeordnet, sondern sie
haben es auf die erste Tafel zugeordnet. Also zu den Geboten,
die sich um unser Verhältnis gegenüber Gott drehen oder die
davon handeln. Und jetzt könnte man fragen,
wie kommt man darauf? Was hat Elternehren damit zu
tun, wie wir uns Gott gegenüber verhalten sollen? Wieso haben
die Juden das gemacht? Und die Antwort auf diese Frage
lautet, Gott hat die Eltern, deine Eltern eingesetzt, um durch
sie euch Kinder auf den richtigen Weg zu bringen. Das heißt, die Eltern sind Instrumente
in Gottes Hand, um dich auf den richtigen Weg zu bringen. Dazu
hat Gott sie eingesetzt. Und das bedeutet umgekehrt für
euch Kinder, wenn ihr euren Eltern ungehorsam seid, dann seid ihr
dadurch Gott ungehorsam. Wie wichtig es Gott ist, dass
Kinder ihren Eltern gehorchen, sieht man daran, dass Eltern
im alten Bund ihre Kinder steinigen durften, wenn sie rebellisch
waren. Und wir lesen das und denken uns, wie krass ist das
denn? Das kann doch überhaupt nicht wahr sein, dass das da
wirklich steht. Aber der Grund dafür ist, dass
Gott ungehorsam gegenüber den Eltern so sieht. Als wäre man ihm selbst gegenüber
ungehorsam, als würde man gegen ihn selbst rebellieren. Ja, wenn
du als Kind deinen Eltern gehorchst, dann gehorchst du Gott. Wenn
du ihn nicht gehorchst, dann rebellierst du gegen Gott höchstpersönlich. Wie ist jetzt diese Verheißung
zu verstehen in Vers 3? Damit es dir gut geht und du
lange lebst auf Ehren. Zunächst einmal geht es hier
nicht in erster Linie um unser Leben hier auf der alten Erde,
sondern um unser Leben auf der neuen Erde, ja, um unser Leben,
nachdem Jesus wiedergekommen ist. Paulus sagt hier nicht,
wenn ihr eure Eltern ehrt, dann bekommt ihr das ewige Leben. Er spricht hier ja zu Christen,
die das ewige Leben haben. Aber ein Zeichen unseres Glaubens
nach außen ist, dass wir uns darum bemühen, die zehn Gebote
oder die Gebote Gottes zu halten und uns so Schätze im Himmel
zu sammeln. Und für dieses Gebot heißt das, wenn ihr euren Eltern
gehorcht, dann wird Gott euch in Zukunft reich belohnen. Das verspricht er dir hier in
seinem Wort. Aber ich glaube, daneben gilt
das, was wir hier lesen, auch schon in Ansätzen für unser Leben
hier auf der Erde. Auf der alten Erde. Natürlich ist es nicht so, dass
jedes Kind, was seinen Eltern gehorcht, danach garantiert über
90 wird. Und doch zeigen alle Untersuchungen,
dass Kinder in Familien, wo die Eltern verheiratet sind und verheiratet
bleiben und wo die Kinder klare Orientierung und Regeln bekommen,
dass dort die Kinder glücklicher sind, gesünder sind, seltener
psychische Probleme haben, weniger wahrscheinlich in Süchte und
Abhängigkeiten geraten und deutlich besser in der Schule abschneiden.
Im Dezember 2010 schrieb die Erziehungswissenschaftlerin Christine
Brink einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die
klassische, d.h. von christlichen Werten geprägte
Familie. Also Vater und Mutter sind verheiratet
plus Kinder. Und der Titel des interessanten
Artikels lautet »Totgesagte leben länger«. Und unter dem »Totgesagten«
versteht die Autorin die klassische Familie. Sie schreibt, aber was
ist denn die Alternative zur Familie? Die Patchwork-Familie? Von ihren erwachsenen Schöpfern
mit kräftiger Unterstützung fortschrittlicher Frauenmagazine zum Zukunftsmodell
hochgejubelt, entpuppt sie sich doch für die unmündigen Mitglieder
als schwierig. Was in der intakten Familie Sache der Eltern ist,
wird in der Patchwork-Familie den Kindern aufgebürdet. Ständiges
Verhandeln, Lavieren, Austarieren kann des Lebens sehr anstrengend
machen. Egal was marktschreierisch verkündigt
wird, die Statistik zeigt rundum für Kinder aus intakten Familien
größere Erfolge in Schule und Leben. Ehe und Familie sind eben
ein wirtschaftlich stabiler Ort. Wer die Texte der wildesten Hip-Hop,
Rap, Punk oder Rockmusiker aufmerksam liest, wird ihnen kaum ein Plädoyer
für die Patchwork-Familie, Alleinerziehung und Fremdbetreuung entnehmen
können. Ganz im Gegenteil sind viele
ihrer Texte ein Hilfeschrei nach der intakten, zuverlässigen Familie,
nach Vätern, die sie nicht verlassen." Das Interessante an dem Artikel
ist, dass die Autorin keine Christin ist. Sie ist die Ehefrau von
Josef Joffe, dem Herausgeber der Zeitung Die Zeit und damit
eher dem linksliberalen Spektrum zuzuordnen. Und doch bestätigt die Autorin
hier das, was Paulus schreibt. Ja, selbst in diesem Leben gilt,
nicht immer im Einzelfall natürlich, aber zumindest als Grundprinzip,
wer sein Familienleben an christlichen Maßstäben ausrichtet, lebt ein
längeres, gesünderes und glücklicheres Leben. Aber wie auch schon bei der Ehe
überrascht Paulus vor allem dadurch, dass er nicht nur Anweisungen
für die Gruppe gibt, die sich unterordnen soll. Letztmal die
Ehefrauen, diesmal die Kinder. Sondern dass auch die leitende,
die übergeordnete Gruppe Pflichten hat. Denn das war in der damaligen
Zeit absolut revolutionär und neu. Und damit kommen wir zum
zweiten Punkt. Familien, die Gott Ehre machen,
sind Familien, wo Eltern ihre Kinder liebevoll erziehen. Ich glaube, es ist in unserer
heutigen Kultur wichtig, vor allem den ersten Punkt zu betonen.
Ihr Kinder gehorcht euren Eltern. Wir sind heute alle Erben der
68er, die im Prinzip jede Form von Autorität abschaffen wollten. Glücklicherweise konnten sie
sich nicht ganz durchsetzen, aber trotzdem prägt ihr Denken
unsere Familien, unsere Kindergärten und unsere Schulen. Mehr als wir denken. Ja, vor
einigen Jahren war ich mit einigen Kollegen auf einer Fortbildung
und eine Aufgabe, die wir dort bekamen, alles Lehrer, wir sollten
15 Begriffe, Eigenschaften unserer Schüler in eine richtige Reihenfolge
bringen. Ja, das, was uns bei unseren Schülern am wichtigsten
ist, ganz oben und das, was uns am unwichtigsten ist, ganz unten.
Und das waren dann Begriffe wie Kreativität und Ehrlichkeit und
ein Begriff war Gehorsam. Und was mich damals überrascht
hat, war, dass alle Kollegen von anderen Schulen, die mit
dabei waren, dafür waren, Gehorsam ganz nach unten in diese Reihenfolge
einzusortieren. Ich habe sie dann etwas entsetzt
gefragt, sag mal, wollt ihr nicht, dass eure Schüler euch gehorchen? Aber Gehorsam, was sich da gezeigt
hat, war ganz unten in der Rangliste. Und sie waren sich da ziemlich
einig. Und es hat mir einmal mehr gezeigt,
wie wichtig es ist, dass wir Christen das betonen, auch gegen
unsere Kultur heute. Aber wie gesagt, damals, als
Paulus das geschrieben hat, war der Gehorsam der Kinder völlig
selbstverständlich. Anti-autoritäre Erziehung war
im römischen Reich nicht das Problem. Was damals die Menschen
überrascht hat, vielleicht sogar schockiert hat, ist das, was
Paulus den Eltern schreibt in Vers 4. Und ihr Vater reizt eure
Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und
der Mahnung des Herrn. Damals in der griechisch-römischen
Welt gab es ein Gesetz für Väter. Das Gesetz hatte den schönen
Titel, das Gesetz des Lebens und des Todes. Dieses Gesetz erlaubte den Vätern
mit ihren Kindern das zu machen, was sie wollten. Das klingt krass
und das war auch krass. Waren Kinder ungewollt, schwach
oder behindert, wurden sie von daher nach der Geburt meistens
ausgesetzt. Vätern war es erlaubt, ihre Kinder
völlig willkürlich zu behandeln, zu bestrafen, zu schlagen, wie
sie das wollten. Kinder hatten im Recht genauso
viele bzw. genauso wenig Rechte wie Sklaven. Und gegen diese kinderverachtende
Kultur schreibt Paulus, ihr Väter, ihr habt nicht das völlige Recht
über eure Kinder. Ihr habt euren Kindern gegenüber
Pflichten. Zunächst formuliert er diese
Pflichten negativ. Er sagt, reizt eure Kinder nicht
zum Zorn. Das bedeutet praktisch, seid
in eurer Erziehung nicht willkürlich. Kinder nehmen es zum Beispiel
ihren Eltern grundsätzlich nicht übel, wenn sie zu Recht bestraft
werden. Dann sind sie vielleicht einen
Tag beleidigt, aber am nächsten Tag sehen sie es eigentlich ein. Aber es macht ihnen etwas aus,
wenn sie zu Unrecht bestraft werden. Ich kann mich zum Beispiel
kaum an irgendwelche Strafen aus meiner Kindheit erinnern. Aber da, wo es ungerecht war,
das weiß ich heute noch. Und das bedeutet für die Eltern,
straft eure Kinder auch nicht aus einer Emotion heraus. Kindern sollte immer klar sein,
selbst wenn sie noch sehr klein sind, Strafe ist da, weil ich
eine Regel gebrochen habe, nicht deswegen, weil ich meine Eltern
in Rage versetzt habe. Ja, Strafe darf niemals etwas
sein, wodurch Eltern ihre Wut an ihren Kindern auslassen. Und
es bedeutet auch, dass man in der Erziehung das rechte Maß
beibehält. Ja, ihr Eltern, ihr müsst eure
Kinder schützen und erziehen. Aber es gibt dabei auch ein zu
viel, ein Überbeschützen. Je älter die Kinder werden, desto
wichtiger ist es auch, ihnen Freiheiten zu geben, freie Räume
zu geben. Und natürlich, und ich denke,
das ist in unserer heutigen Kultur völlig klar, haben Väter nicht
das Recht, über Leben und Tod ihrer Kinder zu entscheiden. Vielleicht ist euch aufgefallen,
dass Paulus hier in Vers 4 nur die Väter anspricht. Grundsätzlich glaube ich, dass
das, was hier steht, für Väter und für Mütter gilt. Und doch hat es meines Erachtens
Gründe, warum Paulus hier gerade die Männer anspricht. Zum einen
war es damals in der Kultur völlig klar, dass die Erziehungsverantwortung
in erster Linie bei den Männern liegt. Und zum Zweiten sagt Paulus
hier auch, trotz aller Kritik an der damaligen Kultur, die
Ehemänner und Väter sind das Haupt der Familie. Und damit
haben sie die Führung und die Hauptverantwortung in der Ehe
und auch in der Kindererziehung. Und zum Dritten ist es gut möglich,
dass gerade Väter diese Ermahnung hören müssen. Reizt eure Kinder
nicht zum Zorn. Aber wie soll Erziehung denn
jetzt positiv aussehen? Paulus schreibt in Vers 4, sondern
zieht die Kinder auf in der Zucht und in der Ermahnung des Herrn.
Und hinter den Begriffen Zucht und Ermahnung stehen im Griechischen
zwei Wörter, die gar nicht so leicht ins Deutsche zu übersetzen
sind. In Kurzform bedeutet es, ihr
Eltern erzieht eure Kinder konsequent, gebt ihnen klare Ansagen, klare
Regeln mit klaren Konsequenzen bei Ungehorsam. Und dann ergreift
auch die Konsequenzen, wenn das Kind nicht gehorcht. Und in der Erziehung konsequent
zu sein, das ist super anstrengend. Und wenn ihr euch jetzt denkt,
woher will der denn das wissen? Wisst ihr, was für die Familie
gilt, gilt so ähnlich auch in der Schule. Ja, es ist so viel
leichter zu denken, ach, passt schon, ich will jetzt nicht konsequent
sein, ich will jetzt eigentlich meine Ruhe. Aber die Botschaft, die dann
bei Kindern ankommt, ist immer die, egal ob ich gehorche oder
nicht. Es kommt aufs Gleiche raus. Wenn Familien, Eltern wie Kinder
nach diesen biblischen Maßstäben leben, dann ist es grundsätzlich
so, dass sie glücklichere und stabilere Familien sind. Wie wir gesehen haben, zeigen
das Statistiken und auch Menschen, die wenig bis gar nichts mit
dem christlichen Glauben am Hut haben, erkennen das und geben
das immer wieder zu. Aber wisst ihr was? Jesus, es
ist nicht nur wichtig, dass wir unser Familienleben nach biblischen
Maßstäben und Prinzipien ausrichten. sondern es geht ihm vor allem
und im Kern darum, dass wir als Familien in enger Beziehung zu
ihm nach biblischen Maßstäben leben. Und das bringt mich zu
meinem dritten und letzten Punkt. Familien, die Gott Ehre machen,
sind Familien, die in enger Beziehung zu Jesus Christus leben. Paulus macht es an zwei Stellen
in unserem Abschnitt deutlich. Wenn ihr möchtet, schaut nochmal
mit rein. Einmal in Vers 1. Er schreibt dort, ihr Kinder
seid gehorsam euren Eltern und dann in dem Herrn. Fest vier. Und ihr Väter reizt
eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und
der Mahnung. Und jetzt wieder des Herrn. Kinder und Eltern sollten aus
ihrer Beziehung zu Jesus heraus gestärkt als Familie leben. Und auch das ist für die damalige
Zeit revolutionär. Kinder waren damals nämlich nicht
nur ihren Vätern völlig ausgeliefert, Bis sie im Haushalt oder auf
dem Bauernhof oder wo auch immer mit anpacken konnten, galten
sie auch als ausnahmslos nervig. Alles was wir heute kennen, dass
man sich Gedanken macht darüber, welches Spielzeug man den Kindern
kauft und wie man das Kinderzimmer einrichtet, dass man kleine Kinder
süß findet, Klotz am Bein. Ja, sie waren
nötig, um später mal mit anzupacken, um den Namen der Familie weiterzutragen
und um die Altersversorgung zu übernehmen. Aber solange sie
klein waren, hoffte man nur, dass sie schnell groß werden.
Ja, und das war übrigens bei den Griechen und bei den Römern,
also bei den Heiden so, aber das war auch bei den Juden so. Aus damaliger Sicht ist es völlig
verständlich, dass die Jünger nicht gerade begeistert waren,
als lauter Leute zu Jesus kamen mit den Kindern, um sie von ihm
segnen zu lassen. Ja, wir haben das eben gelesen. Aber wisst ihr, Jesus teilt die
damalige Sicht auf Kinder nicht. Er tadelte seine Jünger, nahm
die Kinder auf seine Arme und segnete sie. Aber nicht nur das, er machte
den Kindern auch ein Versprechen. Markus 10, Vers 14. Lasst die Kinder zu mir kommen
und wehrt ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Jesus
sagt den Kindern hier des Reich Gottes zu. Und die Frage ist,
wo finden wir das Reich Gottes heute? Die Antwort ist recht
einfach hier in der Gemeinde. Und deswegen sehen wir hier in
Epheser 6 Vers 1 eine Erfüllung dieser Verheißung von Jesus. Paulus spricht hier die Kinder
der Gemeinde an, denen Jesus ein paar Jahrzehnte vorher das
Reich Gottes versprochen hat. Und einerseits werden die Kinder
eben als Teil der Gemeinde von Ephesus angesprochen. Paulus sagt nicht, ihr Kinder,
deren Eltern Teil der Gemeinde von Ephesus sind, sondern er
spricht sie als Teil der Gemeinde an. Und das ist übrigens auch
einer der Gründe, warum wir davon überzeugt sind, dass Kinder aus
christlichen Familien das Zeichen der Zugehörigkeit zur Gemeinde
bekommen sollen, nämlich getauft werden sollen. Und das bedeutet
natürlich nicht, dass alle Kinder, die in der Gemeinde aufwachsen,
bereits ab ihrer Geburt Christen sind oder auf jeden Fall Christen
werden. Aber es bedeutet, dass die Kinder
als Teil des Leibes Jesu Christi aufwachsen, eben in Christus,
wie Paulus es in Vers 1 sagt. Und die ganze Gemeinde zusammen
sollte dafür beten, dass die Kinder der Gemeinde später Bekenntnis
ablegen und auch von sich aus sagen, dass sie Teil der Gemeinde
bleiben und am Abendmahl teilnehmen wollen. Und aus dieser engen Beziehung
zwischen Jesus und uns, zwischen Jesus und Kindern und Jesus und
Eltern, sollten Familien ihr Familienleben gestalten. Wie sieht das praktisch aus?
Ich habe drei praktische Bereiche für euch. Das Erste geht aus
dem hervor, was ich gerade gesagt habe. Macht die Gemeinde zu einem
wichtigen Bestandteil eures Familienlebens. Wir haben das gerade ausführlich
gesehen. Paulus spricht davon, dass die Kinder in dem Herrn
gehorchen sollen und die Eltern im Herrn ihre Kinder erziehen
sollen. Aber diese Einheit mit Christus
ist eben nichts, was nur jeder Christ für sich alleine erlebt.
So nach dem Motto Einheit mit Christus ist so ein Ding zwischen
mir und Jesus. sondern es ist etwas, das in der Gemeinde stattfindet. Denn die Gemeinde ist der Leib
Christi und Christus ist der Kopf. Das gehört zusammen. Ja, natürlich ist man nicht automatisch
mit Christus vereinigt, nur weil man in eine Gemeinde geht. Aber auf der anderen Seite ist
eben unsere Beziehung zu Jesus so viel mehr als nur etwas zwischen
mir und Jesus. Und deswegen sind Familien, die
wirklich eng mit Jesus leben wollen, immer Familien, die die
Gemeinde zu einem zentralen Bestandteil ihres Familienlebens machen. Ich kann aus eigener Erfahrung
sagen, mich muss heute keiner mehr davon überzeugen, wie wichtig
und zentral die Gemeinde ist. Warum muss mich keiner davon
überzeugen? weil meine Eltern mir von frühester Kindheit an
vorgelebt haben, was es bedeutet, die Gemeinde zentral im Leben
zu haben. Einige von euch sind erst später
zum Glauben gekommen. Und ich kann mir vorstellen,
dass es für euch schwierig war oder vielleicht noch schwierig
ist, sich daran zu gewöhnen und das zu lernen, die Gemeinde wirklich
zentral zu haben. Wie bei allem ist es deutlich
leichter, solche Dinge zu lernen, wenn man noch ein Kind ist. Und
deswegen ist es euer Auftrag an alle, die Kinder haben, die
Eltern werden oder darüber nachdenken, Eltern zu werden. Macht die Gemeinde
in eurer Familie zentral. Eure Kinder werden es euch danken. Das Zweite. Betet füreinander. Unsere Einheit mit Jesus kommt
besonders dann zum Ausdruck, wenn wir durch Beten sagen Gott,
Ich bin in allem völlig abhängig von dir. Das gilt für Kinder
und das gilt für Eltern. Ja, ihr Eltern betet für eure
Kinder. Wahrscheinlich muss ich das vielen
von euch gar nicht sagen. Aber wisst ihr, macht euch immer
wieder deutlich, egal wie vorbildlich ihr eure Kinder erzieht, ob es
am Ende Frucht bringt in ihrem Leben, habt ihr nicht endgültig
in der Hand. Aber ich möchte auch die Kinder
ansprechen. Betet für eure Eltern. Ich glaube, ich habe als Kind
nicht ein einziges Mal Gott für meine Eltern als Eltern gedankt
oder dafür gebetet, dass Gott mich durch sie gut erzieht oder
dass Gott mir hilft, sie auch dann zu ehren, wenn ich sie mal
wieder überhaupt nicht verstehe. Mir hat es einfach niemand gesagt. Und ich möchte euch Kinder, die
ihr noch zu Hause lebt, dazu ermutigen, betet für eure Eltern
und ihre Erziehung. Und ihr Kinder, die ihr schon
erwachsen seid, aber noch Eltern habt, betet auch dann weiter
für ihre Eltern, wenn ihr nicht mehr zu Hause lebt. Wenn eure Eltern älter werden,
schwächer werden, vielleicht öfter krank sind und das Leben
für sie unangenehmer wird, betet weiter für sie. Macht die Gemeinde in euren Familien
zentral. Betet füreinander als Eltern
und Kinder und drittens, lebt aus dem Evangelium der Gnade
Gottes. Wisst ihr, ihr Kinder? Eure Eltern machen Dinge in eurer
Erziehung falsch. Ich glaube, bis ich sechs oder
sieben war, dachte ich, meine Eltern sündigen niemals. Das
stimmt nicht. Und wenn ihr älter seid, haben
eure Eltern im Rückblick in eurer Erziehung Dinge falsch gemacht. Manche mehr, manche weniger.
Wie geht man damit um? Wisst ihr, viele Menschen verbittern
über die Fehler ihrer Eltern. Vielleicht auch du manchmal. Gerade wenn du vielleicht wirklich
keine guten Eltern hattest. Aber als Christen ist das niemals
das Ende der Geschichte. Denn wir haben alle einen Vater
über unserem irdischen Vater, einen perfekten Vater im Himmel,
der nie Fehler macht. Und dieser perfekte Vater beauftragt
deine fehlerhaften Eltern, um dich fehlerhaftes Kind zu erziehen.
Wenn Paulus im Römerbrief schreibt, ordnet euch einander unter in
der Furcht Gottes. Nehmt euch gegenseitig so an,
wie Christus euch angenommen hat. Das sagt er im Römerbrief. Dann meint er damit auch, dass
du mit deinen fehlerhaften Eltern gnädig umgehen sollst. Weil du einen perfekten Vater
hast, der mit dir gnädig umgeht. Weil ihr Gnade nötig habt. und
Gnade von diesem perfekten Vater erfahren habt, seid deswegen
gnädig mit euren Eltern. Aus der Gnade leben, für euch
als Eltern bedeutet das auch, dass ihr eure Kinder erzieht
mit einem dankbaren Herzen dafür, dass sich euer Vater im Himmel
mit einer größeren Geduld erträgt, als ihr euch das vorstellen könnt.
Ja, gerade wenn die Kinder klein sind, dann sind sie oft undankbar
und fordernd. Und auch wenn sie unabhängiger
werden, kommen andere Herausforderungen dazu, zum Beispiel wenn sie Teenager
werden. Predigt euch selbst das Evangelium
als Eltern, gerade dann, wenn Erziehung wirklich hart ist. Und versucht, euren Kindern auch
in eurem Umgang zu vermitteln, dass eure Erziehung ein Stück
weit das widerspiegelt, was ihr von Gott geschenkt bekommen habt.
Es gibt zum Beispiel immer wieder in der Erziehung den Fall, dass
Eltern ihren Kindern absichtlich oder unabsichtlich vermitteln,
dass sie ihre Kinder weniger lieben, wenn sie ungehorsam sind.
Das muss gar nicht so sein, dass sie sie weniger lieben, aber
das kommt bei den Kindern an. Und dann lernen die Kinder, dass
sie sich die Liebe der Eltern durch Gehorsam verdienen müssen.
Das Hauptproblem dabei ist, dass dann die Kinder dieses Prinzip,
ich muss mir die Liebe der Eltern durch Gehorsam erarbeiten, dass
sie das auf ihre Beziehung zu Gott übertragen. Aber wisst ihr, die Beziehung
zu Gott ist ja genau andersrum. Er hat uns zuerst geliebt, bedingungslos,
und deswegen sollen wir ihm gehorchen. Wir mussten uns nicht erst seine
Liebe erarbeiten, sondern sie ist ein freies Geschenk seiner
Gnade. Und wenn wir trotz unserer Unvollkommenheit so mit unseren
Kindern umgehen, dann können wir ihnen ein Stück von dieser
Liebe vorleben, trotz unserer Unvollkommenheit und sie so auf
unseren perfekten Vater im Himmel hinweisen. Amen.
Familien, die Gott Ehre machen
Series Epheser
Familien, die Gott Ehre machen, sind Familien, …
…wo Kinder ihren Eltern bereitwillig gehorchen
…wo Eltern ihre Kinder liebevoll erziehen
…die in enger Beziehung zu Jesus Christus leben
| Sermon ID | 982273356199 |
| Duration | 41:07 |
| Date | |
| Category | Sunday Service |
| Bible Text | Ephesians 6:1-4 |
| Language | German |
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