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Vater und dem Herrn Jesus Christus. Das Wort Gottes bringe ich Ihnen
heute aus Matthäus, Kapitel 6, die Verse 1 bis 4 und wenn Sie
eine Bibel dabei haben, bitte ich Sie, das mit mir aufzuschlagen. Wir hören das Wort des lebendigen
Gottes. Habt Acht! dass ihr eure Almosen
nicht vor den Leuten gebt, um von ihnen gesehen zu werden. Sonst habt ihr keinen Lohn bei
eurem Vater im Himmel. Wenn du nun Almosen gibst, sollst
du nicht vor dir Herpo saunen lassen, wie es die Heuchler in
den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gepriesen
zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie
haben ihren Lohn schon empfangen. Wenn du aber Almosen gibst, so
soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Damit dein Almosen im Verborgenen
ist und dein Vater der ins Verborgene sieht, er wird dir öffentlich
vergelten. Gemeinde unseres Herrn Jesus
Christus. Indem wir uns heute wieder unter
einen Abschnitt aus der Bergpredigt Jesu stellen, gehen wir weiter
in der Rede unseres Herrn. Aber wir können nicht eigentlich
von einer Predigt-Serie sprechen, denn dafür sind die zeitlichen
Abstände zwischen den Predigten schlicht zu groß. Die erste Predigt über Matthäus
5, die war Anfang 2021, also vor zweieinhalb Jahren. Wir versuchten damals anhand
einer Begebenheit die Stefan Zweig bildet, uns den Kontrast
klarzumachen zwischen der Wirklichkeit, von der wir umgeben sind, und
der Wirklichkeit, von der der Sohn Gottes spricht und sie uns
hier in seinem Wort bringt. Stefan Zweig, er veröffentlichte
im Jahr 1941, also mitten im Zweiten Weltkrieg, ein Buch. Dieses Buch, es trägt den Titel
Die Welt von Gestern. Die Welt von Gestern. Und in diesem Buch schildert
der österreichische Schriftsteller einen Augenblick in seinem Leben,
der ihn tief berührte und prägte. Er berichtet Folgendes. In der Schweizer Grenzstadt Buchs
habe ich im Herbst 1919 einige unvergessliche Augenblicke mitgemacht. Ich bemerkte eine merkwürdige
Unruhe bei den Grenzbeamten und Polizisten. Es war als ob sie auf etwas sehr
Wichtiges warteten. Wir hörten die Klingelläuten,
die die Ankunft eines Zuges aus Richtung Österreich meldete. Die Beamten aus dem Stationsgebäude
kamen schnell angelaufen. Auf dem Bahnsteig stand eine
kleine Gruppe Wartender, unter ihnen war eine ältere, aristokratische
Dame in schwarz gekleidet mit ihren beiden Töchtern. Sie waren sichtlich emotionalisiert
und hatten immer ein Taschentuch vor ihren Augen. Langsam, etwas majestätisch,
rollte der Zug in den Bahnhof. Es war kein normaler Zug. Mit normalen Passagierwagen sondern
mit Salonwagen. Und als der Zug zum Stillstand
kam, da kam Bewegung in die Reihen der Wartenden. Und das war der Augenblick, dass
ich hinter den Spiegelfenstern des Salonwagens die hoch aufgerichtete
Gestalt von Kaiser Karl sah, dem letzten Kaiser von Österreich. und neben sich seine schwarz
gekleidete Gemahlin, Kaiserin Zita. Und Stefan Zweig, er fährt fort,
mich überfiel ein Grauen, ein Schrecken. Der letzte Kaiser von Österreich,
der Erbe der Habsburger Dynastie, die 700 Jahre lang das Land regiert
hatte, Er verließ nun für immer sein Land unter Zwang, unter
Druck. Als eine riesenhafte Gestalt
starrte er am Fenster zum letzten Mal zu den Bergen, zu den Häusern,
zu den Menschen seines Landes. Warum schildere ich diese Begebenheit
und jetzt bereits also zum zweiten Mal Der Grund ist, ich kenne
kaum ein Ereignis, in dem man so hautnah auch in der Darstellung
spüren kann, was die Geschichte der Menschheit in Wahrheit ist. Wir erfahren in der Geschichte
die Vergänglichkeit. Wir erfahren, dass in dieser
Welt alles, aber auch wirklich alles zeitlich ist. Alles was wir machen, es ist
flüchtig. Es geht irgendwann zugrunde. Und je älter wir werden, desto
mehr spüren wir auch unsere eigene Sterblichkeit. Menschliche Möglichkeiten, menschliche
Machtausübungen, sie haben ihre Zeit, aber sie gehen dahin. Was Stefan Zweig in diesem Buch
aussagt, das ist, Jetzt ist eine Epoche vorbei. Es ist die Welt
von gestern. Zu dieser Vergänglichkeit, ihr
Lieben, steht die Bergpredigt in einem deutlichen Kontrast. Das, was der Sohn Gottes hier
verkündet, es betrifft nicht die Welt von gestern, sondern
es geht um die Welt von morgen. Es geht um die Welt, die in Jesus
Christus bereits angebrochen ist. Es geht um das Reich Gottes. Das ist das Thema der gesamten
Bergpredigt. Und es geht damit um die Wirklichkeit
Gottes. Eine Wirklichkeit, die nicht
von dieser Welt ist und darum ewig ist, beständig ist. Wenn Jesus Christus das Reich
Gottes den Menschen bringt, dann beginnt er nicht mit programmatischen
Aufrufen zum Handeln. Er fordert schon gar nicht, reißt
euch jetzt endlich mal zusammen, jetzt ist es soweit. Vielmehr beginnt er mit Segnungen,
mit Seligpreisungen, mit Glückseligpreisungen. Da werden Arme im Geist. Trauernde,
sanftmütige. Menschen, die nach Gerechtigkeit
hungern und dürsten. Selig, glückselig gesprochen. Schon das ist ein Hammer. Und im Anschluss daran kommt
Jesus Christus dann auf das Gesetz Gottes zu sprechen. Dabei zerschlägt
er die Auslegungen, die Menschen um das Gesetz Gottes herum gelegt
haben. Er, wir würden heute sagen, er
destruiert ihre Auslegungen, mit denen Menschen Gott und seine
Heiligkeit auf ein menschliches Maß zurückfahren wollten. Sie hatten die Gebote Gottes
so interpretiert, dass man wie bei einem Fischernetz die Maschen
so weit auseinander dehnte, dass es einem gelang, dann auch hindurch
zu flotschen. Und bei diesem Unternehmen, da
hielt man sich sogar für sehr clever. Allerdings hatte man eines dabei
verdrängt. Das Wort Gottes stellt uns nicht
für uns selbst. Und es stellt uns auch nicht
vor andere Menschen, es stellt uns vor Gott. Und können wir bei diesen Auslegungen
reagieren, indem wir erklären, naja, das waren die Juden. Bei
uns ist das anders. Ich frage einmal, ist es wirklich
anders? Mir jedenfalls fällt auf, wie
häufig Prediger und inzwischen auch Gemeindeglieder, die das
natürlich dann übernehmen, davon sprechen, dass heute dieser oder
jener Text dran ist. Wenn wir von Gottes Wort sprechen,
dann sprechen wir von einem Text. Was ist ein Text? Nun, der Begriff Text, der stammt
aus dem Lateinischen und er meint so viel wie Gewebe. Wir haben
den gleichen lateinischen Wortstamm auch in dem Wort Textil. Da wird
es deutlicher. Gewebe. Natürlich kann man auch ein literarisches
Schriftstück als Gewebe bezeichnen. Natürlich auch einen Abschnitt
aus der Heiligen Schrift. Und dann kann es sein, dass man
auch Verbindungslinien innerhalb des Textes entdeckt und aufzeigt. Und das alles ist nicht falsch,
natürlich ist es das nicht. Aber ihr Lieben, was Gott uns
in seinem Wort gegeben hat, das ist nicht ein philologisch interessantes
Gewebe. Das Gewicht dieses Wortes ist
durch irgendeine literarische Schriftgelehrsamkeit nicht zu
erfassen. Bei dem Wort Gottes geht es um
viel, viel mehr als um einen Text, um ein Gewebe. Was der Herr in seinem Wort sagt,
das ist eine unser Leben verändernde Kraft. Paulus sagt nicht in Römer
1, ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist ein hochinteressanter
Text. sondern er sagt, es ist eine
Kraft Gottes, zum Heil jedem, der da glaubt. Eine Kraft Gottes. Es ist ein wirksames Schwert,
das schärfer ist als jedes andere Schwert, das zwischen Seele und
Geist scheidet. Dieses Wort stellt den Hörer
vor das Angesicht Gottes. Genau das hatten die ersten Zuhörer
verstanden. Nachdem die Volksmenge auf dem
Berg in Galiläa Jesus zugehört hatte und dann heißt es am Ende
der Bergpredigt, da erstaunten die Menschen. Sie erstaunten, weil er nicht
lehrte wie die Schriftgelehrten, sondern mit Vollmacht. Dieses Beharrt in den Antithesen,
in denen er der Auslegung der Pharisäer und Schriftgelehrten
entgegentrat, mit dem ich aber sage euch, dass das Wort Gottes
uns vor Gott, vor den Heiligen Gott stellt. Genau das geht auch
weiter hier in Kapitel 6. Ich predige Ihnen das Wort Gottes
heute Morgen unter dem Thema Jesus Christus zieht uns aus
dem religiösen Schein in die Wirklichkeit des Vaters im Himmel. Wir sehen zwei Punkte. Erstens
der Kontrast. Der Kontrast zwischen unserer
Welt des frommen Scheins und der Welt Gottes. Und zweitens die Nahtstelle,
unser Geld im Licht des himmlischen Vaters. Aber zunächst zum Kontrast. Unsere Welt des frommen Scheins
einerseits und andererseits die Welt Gottes. Ich denke, dass uns allen klar
ist, ihr Lieben, dass zum christlichen Leben das Halten der Gebote Gottes
gehört. Aber es geht nicht nur um das
Einhalten von Anordnungen, sondern es geht um eine umfassende Lebensweise. Es geht um eine umfassende Lebensweise,
die dem Reich Gottes entspricht, zu dem wir berufen sind. Das Leben eines Christen erschöpft
sich nicht in Formen, aber es ist auch nicht formlos. Es hat eine Gestalt, eine Gestaltung. Früher sprach man von christlicher
Sitte. Aber der Begriff Sitte, den kennen
wir nicht mehr oder wir verstehen ihn falsch. Es geht darum, wie
man im Alltag sein Leben als Christ gestaltet. Das ist mit
Sitte ursprünglich gemeint. Es geht darum, was sich für einen
Christen gehört. Und darum geht es in Kapitel
6. In Kapitel 5 hatte der Sohn Gottes
seinen Finger auf den Aspekt der Gebote Gottes gelegt. Und hier nun geht es um mehr
als um Gebote. Im Blick auf die Gebote Gottes
kann man immer noch sehr punktuell denken, sehr situativ. Wenn das eintritt, dann muss
ich so handeln. Aber geistliches Leben eines
Christen, es wäre arm, es wäre sehr formal, wenn es allein aus
dem Einhalten einiger Gebote Gottes bestehen würde und dann
vielleicht auch nur aus dem zweiten Teil der zehn Gebote. Hier in Kapitel 6 geht es nicht
nur eher um den ersten Teil der Gebote, sondern es geht unserem
Heiland darum, dass du dein ganzes Leben vor dem Angesicht Gottes
führst, also 24 Stunden am Tag. Hier in Matthäus 6 spricht der
Sohn Gottes zu Beginn des Kapitels drei Lebensbereiche an. Nicht in Kapitel 6, den Versen
1 bis 4 geht es um das Geben von Almosen. Dann in den Versen
5 bis 15 um das Gebet. Und dann in den Versen 16 bis
18 um das Fasten. Diese drei Bereiche sind natürlich
nicht vollständig, wenn wir an unser christliches Leben denken. Aber auch bei den Geboten sprach
Jesus nicht jedes Gebot der zehn Gebote an. Es geht dem Sohn Gottes nicht
um Vollständigkeit, sondern um Tiefe. Und auch hier bei diesen Bereichen,
die unser Leben insgesamt gestalten sollen, hat Jesus nicht die Absicht,
vollständig zu sein. Nicht zum Beispiel könnte man
heutzutage noch hinweisen auf das tägliche Bibelesen, auf das
tägliche Leben aus dem Wort Gottes, aus seinen Verheißungen. Man könnte auch übrigens denken
an die Sonntagsheiligung. Ist für mich der Sonntag mit
seinem Gottesdienst ein Event, ein Ereignis neben anderen? Oder prägt es den ganzen ersten
Tag der Woche? Oder denken wir auch an die Bibel-
und Gebetsstunde am Freitag? Ja, ich verstehe. Man ist am
Ende der Woche erschöpft, müde. Trotzdem die Frage, was sind
die Prioritäten in deinem Leben? Was heißt es für dich, vor allem
anderen das Angesicht Gottes zu suchen oder wie es Jesus am
Ende von Matthäus 6 sagt, vor allem nach seinem Reich zu trachten? Unser Herr beginnt hier mit einem
ziemlich sensiblen Thema, mit dem Thema des Geldes. Ja, es gibt sensible Themen in
der Gemeinde und eines davon ist das Geld. Das ist meine Sache. So denken wir am stillen. Aber der Sohn Gottes, er kommt
direkt gleich auf dieses Thema. Und dabei ist es aufschlussreich,
dass Jesus in Vers 1 nicht von Almosen oder von Barmherzigkeitserweisungen
spricht. Die Schlachter 2000 Übersetzung
hat in Vers 1 tatsächlich auch mit Almosen übersetzt. Aber dieser Begriff, der kommt
erst in Vers 2, in Vers 3 und in Vers 4 vor. Schade eigentlich, dass die Schlachter
2000 diesen Unterschied nicht berücksichtigt hat. Hier in Vers
1 spricht Jesus von Gerechtigkeit. Habt Acht, dass ihr eure Gerechtigkeit
nicht vor den Menschen gebt. Natürlich hat der Herr auch hier
schon die Almosen und das Almosengeben im Sinn. Aber in Vers 1 verwendet
er bezeichnenderweise ein anderes Wort, nämlich das Wort für Gerechtigkeit. Und das ist nicht unwichtig.
dass wir hier dasselbe Wort finden, dass der Sohn Gottes bereits
in Matthäus 5 etwa Vers 20 verwendet hatte. Dort sagt er, denn ich
sage euch, wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und
Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das
Reich der Himmel eingehen. Dann führt Jesus anhand einiger
Gebote aus, was er mit Gerechtigkeit meint. Hier geht es weiter um
dasselbe Thema. Christus ruft dazu auf, dass
wir unser Leben in Rechtschaffenheit, in Gerechtigkeit insgesamt führen. Vor dem Angesicht Gottes. Das erste Thema, das der Herr
hier anspricht, ist das Thema Geld. In unserem privaten Bereich ist
das Geld dann von Belang Wenn wir vor der Frage stehen, wofür
gebe ich es aus? Ist mir dieses oder jenes das
wert? Wie lege ich mein Geld am besten
an? Wie schütze ich es vor Inflation? Benötige ich etwa einen Kredit
für irgendetwas Größeres? Dann ist das Thema Geld für uns
wichtig. Man könnte das Thema auch das
Thema Geld auch grundsätzlicher angehen und etwa die Frage stellen,
was ist Geld eigentlich? Und dann wird man in irgendeinem
Lexikon schlau und erfährt, es ist ein Tauschmittel. Gut. Oder man beäugt das Thema des
Geldes mehr in seinem gegenwärtigen politisch-gesellschaftlichen
Kontext. Und dann stellen sich Fragen
wie, Was geht heute eigentlich vor? Woher kommen diese unterschwelligen
Versuche, das Bargeld zu reduzieren oder gar völlig abzuschaffen
zugunsten irgendeines digitalen Zentralgeldes? Derartige Fragen, sie mögen uns
beunruhigen, vielleicht sogar ängstigen. Dem Herrn hier aber geht es beim
Thema Geld um etwas ganz anderes. Jesus Christus legt seinen Finger
darauf, dass wir nicht nur bei den Geboten, sondern auch bei
unserer Lebensgestaltung insgesamt Gott nicht aus dem Auge verlieren
dürfen. Natürlich kannst du auch mit
Geld Gutes tun, wenn man es vor anderen Menschen gibt. Ist trotzdem
gut. Warum warnt der Herr hier eigentlich
vor einem solchen Lebensstil, vor einem solchen Verhalten,
dass man etwas tut vor Menschen? Die Kultur um uns herum heute,
die bezeichnet man als postmoderne. Das heißt als Epoche nach der
Moderne. Post hat hier nichts mit DHL
oder sowas zu tun, sondern es meint nach der Moderne, die Epoche
nach der Moderne. Das heißt, in dieser unserer
Umgebung, in unserer Umwelt herrscht die Überzeugung, objektive Wahrheit
gibt es nicht. Alles ist konstruiert oder jeder
hat seine eigene Wahrheit. Die einzige Frage, die heute
noch für die Lebensführung eines Menschen bestimmend ist, lautet,
was kommt an? Was für einen Eindruck mache
ich auf den anderen? Wie gefalle ich ihm? Wir sprechen in diesem Zusammenhang
von Narzissmus. Was ist damit gemeint? Narzissus, das war eine Gestalt
aus der antiken griechischen Mythologie. Narzissus, er war
ein junger Mann, der eine Wanderung machte und plötzlich sah er im
Wasser sein eigenes Spiegelbild. Er betrachtete sich und er fand
sich so schön, so attraktiv, dass er sich in sein eigenes
Spiegelbild verliebte. Wie kommt es nur, so fragte er
sich, dass nicht alle Welt von meinem Äußeren hin und weg ist. Und heute denkt man bei einem
Narzissen an jemanden, der von morgens bis abends einen einzigen
Lebensinhalt hat, nämlich sich selbst zu spiegeln. Sich selbst mit der Frage zu
beschäftigen, wie komme ich bei dem anderen an. Man spricht auch
von einem People Pleaser auf Neudeutsch. Und umgekehrt. Wenn man mich
dann nicht mag, Ist mein Leben ohne Sinn? Dann versinke ich in Schwermut. Diese Lebenseinstellung, ihr
Lieben, sie wirkt sich heute enorm auf das Miteinander unter
uns Menschen aus. Feste Normen hat man sowieso
nicht mehr. Der Philosoph Jürgen Habermas
spricht in diesem Zusammenhang von einer Verflüssigung der Persönlichkeit. Man hat nichts mehr als die Frage,
wie mache ich auf den anderen Eindruck. Hier in diesem Abschnitt geht
es ebenfalls darum, dass Menschen mit der Frage beschäftigt sind,
wie sie bei anderen Menschen Eindruck machen. Aber zur Zeit
Jesu waren es nicht irgendwelche säkularen Lebensformen, von denen
das Alltagsleben bestimmt war, also welche Klamotten ich trage
oder wie ich mich kleide oder was auch immer, sondern es waren
religiöse Dinge. Jesus sagt hier nichts gegen
Religion, aber er sagt etwas über und gegen Religiosität ohne
Gott, über Religiosität, die vor Menschen stattfindet. Diese Religiosität, diese Welt
des Frommenscheins, die zertrömmert der Herr hier mit einem einzigen
Hinweis. Und ich bitte euch darauf zu
achten. Der Heiland weist uns auf den Vater im Himmel. Vers 1. Habt Acht, dass ihr eure
Almosen nicht vor den Leuten gebt, um von ihnen gesehen zu
werden, sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Frage. Kennst du diesen Vater im Himmel? Jesus hatte in der Bergpredigt
bereits vorher von eurem Vater im Himmel gesprochen. In Vers 16. Matthäus 5, Vers 16. So soll euer Licht leuchten vor
den Menschen, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im
Himmel preisen. Und dann noch einmal den Vers
45. Darum sollt ihr vollkommen sein,
gleich wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. Hier weist uns der Herr auf folgendes
hin. Wenn du von der an dir nagenden
Frage frei werden willst, wie komme ich bei Menschen an? Wie komme ich bei den Leuten
an? Dann nimm Zuflucht zu diesem
Vater im Himmel. Gott ist unvorstellbar hoch über
uns. Er steht über der Zeit, über
unserer Vergänglichkeit. Er ist im Himmel. Und zugleich sagt Jesus, Er ist
dir so nahe, dass er dein Vater ist. Nun weiß ich, dass nicht alle
von euch positive Gefühle haben, wenn sie das Wort Vater hören. Aber der Vater, von dem Jesus
hier spricht, ist eben nicht nur der Erzeuger von Leben, um
danach der große Abwesende in der Familie zu sein. Dieser himmlische Vater ist da. Er ist nicht, wie viele irdische
Väter, nur dazu da, um die Miete zu bezahlen, aber das Erziehen
der Kinder, das überlassen Sie, Frau Frau. Was Jesus hier über den Vater
im Himmel sagt, das ist mit anderen Worten, aus der Welt des religiösen
Scheins kannst du nur heraus gelangen, wenn du deinen Blick
vom Zeitlichen weg auf die Ewigkeit lenkst. Auf den Vater im Himmel. Auf die Welt Gottes. Das ist der Kontrast. Beides
zusammen, das geht nicht. Ihr könnt nicht an Gott glauben,
sagt Jesus an einer anderen Stelle, wenn ihr noch Ehre voneinander
nehmt. Geht nicht. Damit komme ich zum zweiten Punkt. Die Nahtstelle. Unser Geld im Licht des himmlischen
Vaters. Es geht hier also um Geld. In den Versen 2, 3 und 4 spricht
der Herr von Almosen oder, wenn man es ganz wörtlich übersetzen
wollte, Erweisungen der Barmherzigkeit. Aber mal ehrlich, wenn wir so
das Wort Almosen hören, das weckt nicht viel an Sympathien bei
uns, oder? In der Schule haben wir jedenfalls
anderes gelernt. Als Ende des 18. Jahrhunderts
und dann zu Beginn des 19. Jahrhunderts die traditionelle
agrarische Ordnung hier in Mitteleuropa zusammenbrach, die industrielle
Revolution aufkam und viele Menschen von den Dörfern in die Industrie-
und Wirtschaftszentren strömten, um dort Arbeit zu finden. Da
wurde die soziale Frage bestimmend. Das soziale Elend, es war mit
Händen zu greifen. Auch Christen nahmen sich dieses
schreienden Elends an. Denken wir an die Heilsarmee
oder auch an die innere Mission. Aber so haben wir eben in der
Schule gelernt und vielfach auch verinnerlicht, dass durch Liebeserweise
solcher Almosen, die ökonomischen und die gesellschaftlichen Strukturen
fortbestehen. Die Kritik also lautet, man packte
das soziale Problem nicht strukturell an. Und folglich wirkten all
diese Barmherzigkeitserweisungen, die ja an sich schön und gut
sind, Aber sie wirkten wie ein Tropfen auf eine glühende Herdplatte. Okay, es waren Tausende, es waren
Zehntausende von Tropfen, aber die Herdplatte blieb weiter glühend. Almosen geben? Ohne Bild gesprochen hätten die
Sozialisten und hatten die Sozialisten und die Marxisten nicht recht,
weil sie die programmatische Forderung aufstellten, dass die
damals bestehenden Strukturen revolutionär aufgebrochen und
verändert werden müssen. Jetzt stellen wir einmal die
Frage, was ist eigentlich, wenn wir mit einer solchen Kritik,
mit einem solchen Einwand zu Jesus kommen würden? Herr, trägst du mit deinen Aussagen
über Almosen nicht dazu bei, dass man die Augen vor den strukturellen
Missständen in der Gesellschaft verschließt? Warum, Herr, sprichst du so unbefangen
vom Erweisen von Barmherzigkeiten, beziehungsweise dem Geben von
Almosen? Und ich will darauf mal folgende
Antworten geben. Erstens, Wir sollten uns klar machen, dass
die Heilige Schrift durchaus über Strukturen spricht. Ich denke hier an die Sabbat-
und Jubeljahresordnung. Von der lesen wir ausführlich
in 3. Mose, Kapitel 25. Und in denen
ist geboten, spätestens nach 50 Jahren soll jeder zu seinem
Eigentum zurückkommen. soll es wiederbekommen. Und auf
diese Weise war strukturell eine bleibende ökonomische Beelandung
ausgeschlossen. Wir lasen vorhin 5. Mose 15. Auch dort gibt der Herr strukturelle
Verordnungen und zwar mit der ausdrücklichen Absicht, wenn
wir richtig gelesen haben, kein Armer soll unter euch sein. Mit anderen Worten, die Heilige
Schrift blendet das Thema der Strukturen keineswegs aus. Aber wenn wir das so feststellen,
dann stellt sich doch umso drängender die Frage, ist nicht das, was
Jesus hier in der Bergpredigt sagt, im Vergleich zu dem, was
wir bereits von Mose lesen, dürftig, mager? Dazu weise ich auf ein zweites
hin, worauf ich bereits früher einmal aufmerksam machte und
was wir bedenken müssen. Jesus hielt die Bergpredigt in
einer Wende der Zeiten, in einem Epochenwechsel. Das alte Israel, es kam zu Ende. Johannes der Täufer war bereits
aufgetreten und er hatte deutlich Gericht angekündigt. Die Axt
ist an die Wurzel der Bäume gelegt. Matthäus 3. Und das, was Jesus
hier in der Bergpredigt sagt, das sagt er bereits im Horizont
des drohenden Gerichtes, das ja dann auch eine Generation
später, im Jahr 70, kam. Der jüdische Krieg. mit der Zerstörung
Jerusalems und dem Tempel. Wir können es auch andersherum
sagen. Das Elend des Volkes war gerade,
dass das, was Gott an Strukturen, an guten Strukturen angeordnet
hatte, von den Menschen nicht eingehalten wurde. Es war Papier, Es bewies die
Geduldigkeit von Papier. Mehr war es nicht. Um ein gutes, soziales Miteinander
zu bekommen, wird man zweifellos über gerechte Strukturen nachdenken
dürfen. Aber bitte vergiss eines nicht. Ohne Menschen, die in ihrem Herzen
Buße getan haben, bringen alle guten Strukturen nichts. Im Gegenteil. Ohne Menschen, die nicht vor
Gott leben, kommt aus allen Strukturen nur Schlimmeres heraus. Ich will das mal deutlich machen
anhand einer anderen Frage, die ja auch im Neuen Testament immer
wieder zur Sprache kommt, auf das Thema der Sklaverei. Der Apostel Paulus hatte mit
diesem Thema sehr konkret zu tun, Wir lesen davon im Philemon
Brief. Da war der Sklave Onesimus, der
von seinem christlichen Herrn Philemon, der in Kolosse wohnte
und arbeitete, geflohen war. Aber dann war Onesimus Christ
geworden. Paulus spricht mit ihm. Was tut Paulus jetzt? Ja, er
schickt den Onesimus zu seinem Herrn Philemon zurück. Aber er schreibt dann Philemon
einen Brief, den Philemon-Brief. Und unter anderem schreibt er
darin, Philemon, behandele Onesimus fortan nicht mehr wie einen Sklaven,
sondern wie einen Bruder in Christus. Was heißt das? Das Neue Testament
ruft nicht zur Revolution auf. Es fordert nicht auf, die Struktur
der Sklaverei zu beseitigen. Das kam dann erst viel, viel
später. Das Wort Gottes tut etwas anderes. Indem es von Philemon verlangt,
den Sklaven wie einen Bruder zu behandeln, unterwandert es
gleichsam die Struktur der Sklaverei durch die Liebe. Philemon, behandle Onesimus nicht
mehr wie Dreck, sondern wie einen Bruder. Ich sag's mal mit meinen
Worten. Denken wir auch an das Sozialsystem
hier in Deutschland. Das ist ja nicht schlecht, wie
die Massen von Migranten auch wissen. Aber jeder weiß, wie dieses System
schamlos missbraucht und ausgebeutet wird. Und es ist nur noch eine Frage
der Zeit, bis es zerreißen wird angesichts des vielen Missbrauchs,
die es dazu führen wird, dass es kollabiert. Denn die Menschen
sind schlecht. Wie werden Christen darauf reagieren? Sie werden nicht auftreten mit
der Botschaft, wir brauchen einen neuen Sozialstaat. Nein. Dann werden Sie, dann werden
wir hier auch in der Gemeinde anfangen, innerhalb der Gemeinde
einander zu helfen. und zu unterstützen im Rahmen auch unserer Möglichkeiten
außerhalb der Gemeinde. Um gute gesellschaftliche Strukturen
hinzubekommen, benötigt man zuerst Menschen, die wiedergeboren sind,
die nicht auf das ihre blicken, sondern auf das des anderen. Ich gehe sogar noch einen Schritt
weiter. behaupte, dass die Geschichte der beiden zurückliegenden Jahrhunderte
nach der französischen Revolution uns doch eines gelehrt hat. Wenn Menschen, ohne in ihrem
Herzen verändert worden zu sein, strukturelle Veränderungen durchsetzen
wollen, vielleicht mit den besten Absichten, dann führt das nur
zu größerem Zwang und zu schlimmerer Diktatur. Es führt dazu, dass sich diese
angeblichen Menschheitsbeglücker die Filetstücke für sich selbst
herausnehmen. So war es im Bolschewismus, so
war es im DDR-Sozialismus und so ist es in unseren Tagen mit
dem antichristlichen Gaga der Ökosozialisten die wegen des
angeblichen menschengemachten Klimawandels den Leuten vom Duschen
abraten, aber für sich selbst ganz andere Normen haben. Wenn wir eine Veränderung der
Gesellschaft wollen, dann lass uns beginnen nicht mit dem Aufbrechen
von ökonomischen Strukturen, sondern dann geh auf deine Knie.
und flehe Gott den Vater an, dass er dein egoistisches Herz
bekehrt hin zu Gott und hin zum Dienst für deinen Nächsten. Zweifellos ist die persönliche
Barmherzigkeitserweisung das Geringere im Vergleich zum Größeren
des Veränderns einer Gesellschaft. Aber auch hier gilt, Fange im
Kleinen treu an. Wer im Kleinen treu ist, dem
wird auch Größeres dann anvertraut. Und darum spricht Jesus in der
damaligen Situation, also ungefähr eine Generation vor dem Untergang
der Nation, ganz freimütig vom Almosengeben von dem Kleineren. Und auch als Gemeinde, ihr Lieben,
Lasst uns im Kleinen anfangen, mit unseren geringen Möglichkeiten. Etwa mit dem, was wir hier für
einige wenige Missionare überweisen. Es ist nicht viel, nö. Es ist weniger als ein Tropfen
auf einer heißen Herdplatte. Aber lasst uns wenigstens darin
treu sein. Lasst uns das Kleine nicht verachten. Oder denken wir auch an das Geldspenden
für einen Missionseinsatz in der Slowakei oder in Süddeutschland. Da muss übrigens auch der Betrag
der Kollekte nicht im Gottesdienst abgekündigt werden. Es reicht, wenn wir einmal in
der Gemeindeversammlung über die Einnahmen und über die Ausgaben
informiert werden und das Übrige, das kann dann der Förderverein
übernehmen, um es korrekt gegenüber dem Finanzamt zu regeln. Denn sonst besteht die Gefahr,
von der der Herr hier warnt, nämlich, dass wir gleichsam eine
Kapelle engagieren und vor uns her pusaunen lassen, wie es die
Heuchler tun. Wenn du nun Almosen gibst, sollst
du nicht vor dir herrposaunen lassen, wie es die Heuchler in
den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gepriesen
zu werden. Sondern wie sollen wir es tun? Wenn du aber Almosen gibst, so
soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Das sind
natürlich Überzeichnungen. Ich weiß nicht, ob jemand tatsächlich
vor sich her posaunen ließ, wenn er zum Kollektenkasten sich aufmachte. Auch das mit dem Nichtwissen
der linken Hand, was die rechte tut, ist natürlich eine Veranschaulichung. Es ist eine Veranschaulichung
für das, was der Herr gleich darauf sagt, gib im Verborgenen,
damit dein Almusen im Verborgenen ist, Vers 4. Kurzum, Die Frage,
die der Herr Jesus Christus uns heute Morgen stellt, lautet,
wo ist dein Herz? Geht es dir darum, dass die Menschen
deine Frömmigkeit, deine Barmherzigkeitserweisungen sehen? Oder geht es dir darum,
dass wir unser Herz bei dem Herrn halten und so unserem Nächsten
das geben, was er benötigt? Übrigens, das muss in unserer
Gesellschaft heute gar nicht mal so sehr Geld sein. Vielfach ist es Zeit, die wir
dem anderen zur Verfügung stellen, weil er in seiner Einsamkeit
draufgeht, innerlich draufgeht. Es ist der Blick auf die Barmherzigkeit
Gottes, die uns herausführt aus der Gefahrenzone, die Jesus hier
anspricht. Also, dass wir versuchen, vor
Menschen Eindruck zu schinden. Und immer, wenn sich die Sicht
auf Gott, auf seine Barmherzigkeit vor unserem geistigen Auge vernebelt,
Dann fängt man an, auf den anderen zu schielen und zu bemühen, sich
im anderen irgendwie zu spiegeln. Kann ich bei dem anderen Eindruck
machen? Dann beginnt das Aufrechnen. Der Vater, er schaut ins Verborgene. Denken wir an das Gleichnis Jesu
vom letzten Gericht. Nicht dort fragen die Gerechten,
Herr, wann haben wir dich bedürftig gesehen und haben dir geholfen? Diese Gerechten, sie zählten
nicht. Ihre linke Hand hatte längst
vergessen, was die rechte getan hatte. Aber nun fällt in diesen vier
Versen auf, dass der Herr zweimal doch von Lohn spricht und einmal
sogar von Vergeltung. Also geht es doch, schlussendlich
doch, nach der Devise eines versteckten Eigeninteresses, Wir geben, damit
wir dann von Gott bekommen. Wir erweisen Barmherzigkeit,
denn man kann ja nie wissen, ob es sich nicht für mich in
der Ewigkeit auszahlt. Ja, es ist tatsächlich so, dass
Jesus hier von Lohn spricht. Er betont es sogar. Lohn. Aber wer bei dem Wort Lohn an
die eigenen Interessen und Vorteile denkt, der hat nicht verstanden,
von wem wir hier Lohn bekommen. Schaut bitte noch einmal genau
in den Abschnitt. Wir bekommen unseren Lohn von
unserem Vater im Himmel, Vers 1. Es ist der Vater, der ins
Verborgene sieht, der uns vergelten wird. Da stellt sich die Frage,
Passen eigentlich die Begriffe Vater und Lohn zusammen? Nicht
wahr? Normalerweise denken wir bei
Lohn an die Beziehung, die ein Angestellter zu seinem Chef hat. Wir denken an das bekannte Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis. Der Angestellte erliefert seine
Arbeitsleistung und der Chef händigt ihm dafür den Lohn aus,
als Vergütung. Auf diese Weise haben beide ihre
Verpflichtung erfüllt. Leistung gegen Leistung. Aufgrund der erbrachten Arbeitsleistung
kann für eine gewisse Zeit ein gewisses Band zwischen dem Chef
und den Angestellten zustande kommen. Aber indem der Chef den Lohn
bezahlt, ist dieses Band gewissermaßen wieder aufgehoben. Denn aufgrund
des Lohnes ist man, wie wir zu sagen pflegen, quitt. Das Wort quitt, es hängt zusammen
mit dem Wort Quittung. Und dieses Wort kommt aus dem
Französischen. Es meint so viel wie verlassen,
sich trennen. Der Lohn. den man aufgrund der
erbrachten Arbeitsleistung erhalten hat, der führt zu einem gegenseitigen
Verlass. Man isst sich quitt. Das meint
so viel wie, jetzt sind wir wieder auseinander. Ihr Lieben, der Lohn, den man
hier bekommt, den Jesus hier verheißt, der liegt auf einer
völlig anderen Ebene. Es geht um die Beziehung, ich
sagte es bereits, zwischen Vater und Kind. Und da ist der Lohn nicht etwas,
das die beiden trennt, sondern der Lohn verbindet sie. Der Lohn bringt das Kind dichter
zu seinem Vater und die Beziehung des Vaters zu seinem Kind, sie
wird enger. Wenn hier der Herr Jesus Christus
von Lohn spricht, dann meint er, dass wir dadurch, dass wir
vor dem Angesicht Gottes leben, Gott näher finden. Oder richtiger, dass Gott uns
findet. Gerade wenn wir ein christliches
Leben führen, wenn wir im Dienst für Gott stehen, dann merken
wir, wie wir ihn unverzichtbar nötig haben. Wenn wir nur ein
einziges Mal auf den Gedanken kommen sollten, wir würden es
auch ohne Gott schaffen, dann landen wir sehr schnell auf der
Nase. Du führst dein christliches Leben
nicht um des Lohnes willen. Es verhält sich eher umgekehrt. Der Lohn ist Christliches Leben. Es ist die enge Beziehung zu
deinem Vater im Himmel. Denken wir an das, was Gott selbst
einst zu Abraham sagte. Abraham, ich bin dein sehr großer
Lohn. Gott sagt dir, indem er hier
von Lohn spricht, ich selbst gehöre dir und darum ängstige
dich nicht. Nicht solange man noch die Frage
stellt, was habe ich davon, dass ich Gott diene, Geld dem Bedürftigen
gebe, solange kennst du Gott, den Vater, noch nicht. Aber wenn du ihn kennst, dann
bekennst du aus tiefstem Herzen und mit vollem Mund einen schöneren
Lohn, als Gott, den Vater zu haben, sein Reich zu empfangen,
gibt es gar nicht. Gott selbst, er ist mein Schild
und mein sehr großer Lohn. Gott ist das höchste Glück meines
Lebens. Und diesem Gott darf ich dienen. Ihm darf ich nachfolgen. Wenn Jesus Christus hier von
Lohn spricht, dann spricht er nicht von dem Lohn, den man von
seinem Chef erhält. Es geht hier nicht um eine Vergütung,
durch die wir mit unserem Arbeitgeber quitt geworden sind. In Wahrheit würde uns dies auch
nur zu einem Nicht-Verhältnis zum himmlischen Vater führen. Christus spricht hier von dem
Lohn bei deinem Vater im Himmel. Es ist der Vater im Himmel, dem
ich dienen darf. Die Nahtstelle beim Almosengeben,
und sagen wir es generell in unserem Leben vor dem Angesicht
Gottes, ist das Glück, diesem himmlischen Vater zu gehören
und ihm zu dienen. Das, Bruderschwester, ist ein
Lohn. Und dann kannst du aufhören,
vor Menschen zu leben. Du brauchst du nicht mehr vor
ihnen Eindruck zu schinden. Die Erkenntnis des Vaters im
Himmel, sie reißt uns die Maske der frömmelnden Scheinwelt vom
Gesicht. Du darfst Gott Vater nennen. Mein Vater im Himmel. diesen
Vater im Himmel, den darfst du suchen, mit deinen Gerechtigkeiten,
mit deinen Liebeserweisungen, wie zum Beispiel deinem Nächsten
mit Geld zu helfen. In dieser Welt, der Ödnis, der
Leerheit, auch der Feulnis, der inneren Feulnis, in der alles,
was Menschen sich aufbauen, doch wieder zerfällt, wenn auch wie
bei den Habsburgern erst nach Jahrhunderten. Da macht dieser Lohn, der Gott
selbst ist, der dein Vater im Himmel ist, dein Leben reich
für die Ewigkeit. Es ist niemand anders, als der
Vater im Himmel selbst der diese deine Lehre ausfüllt. Und darum tritt aus der Scheinreligiosität
in die herrliche Gegenwart des Vaters im Himmel. Amen.
Jesus Christus zieht uns aus dem religiösen Schein in die Wirklichkeit Gottes
Series Bergpredigt
Der Kontrast: Unsere Welt des frommen Scheins und die Welt Gottes
Die Nahtstelle: Unser Geld – im Licht Gottes
| Sermon ID | 9423125967545 |
| Duration | 57:40 |
| Date | |
| Category | Sunday Service |
| Bible Text | Matthew 6:1-4 |
| Language | German |
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