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Gnade sei mit euch und Friede
von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Der Abschnitt für die heutige
Predigt steht im Epheserbrief Kapitel 1. Wir wollen weitermachen
in unserer Reihe durch den Epheserbrief. Und zwar habe ich es ja bei meiner
ersten Predigt so gemacht, dass ich die kompletten ersten 14
Verse des ersten Kapitels gemeinsam betrachtet habe. weil die eben
ein zusammenhängendes Kapitel, ja fast schon Lied sind darüber,
wie der dreieinige Gott geplant hat uns sündige Menschen zu erretten. Ich habe diese Überblickspredigt
vor einigen Wochen gehalten und ich möchte jetzt in drei weiteren
Predigten, dass wir uns genauer die drei Strophen dieses Liedes
angucken und heute mit der ersten beginnen. Die erste Strophe,
das sind die Verse 3 bis 6. Ich lese uns aber trotzdem noch
einmal Epheser Kapitel 1, die Verse 3 bis 14. Gepriesen sei der Gott und Vater,
unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem
geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus. Wie er uns in ihm auserwählt
hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos
vor ihm seien. In Liebe hat er uns vorherbestimmt
zur Sohnschaft für sich selbst. durch Jesus Christus nach dem
Wohlgefallen seines Willens, zum Lob der Herrlichkeit seiner
Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erlösung
durch sein Blut, die Vergebung der Übertretungen nach dem Reichtum
seiner Gnade, die er uns überströmend widerfahren ließ in aller Weisheit
und Einsicht. Er hat uns das Geheimnis seines
Willens bekannt gemacht, entsprechend dem Ratschluss, den er nach seinem
Wohlgefallen gefasst hat, in ihm, zur Ausführung in der Fülle
der Zeiten alles unter einem Haupt zusammenzufassen in dem
Christus, sowohl was im Himmel als auch was auf Erden ist. In ihm, in welchem wir auch ein
Erbteil erlangt haben, die wir vorherbestimmt sind, nach dem
Vorsatz dessen, der alles wirkt, nach dem Ratschluss seines Willens.
damit wir zum Lob seiner Herrlichkeit dienten, die wir zuvor auf den
Christus gehofft haben. In ihm seid auch ihr, nachdem
ihr das Wort der Wahrheit des Evangeliums eurer Errettung gehört
habt. In ihm seid auch ihr, als ihr
Gläubig wurdet versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung,
der das Unterpfand unseres Erbes ist, bis zur Erlösung des Eigentums
zum Lob seiner Herrlichkeit. Gemeinde unseres Herrn Jesus
Christus, ich esse gerne. Und ich denke, ihr alle auch. Fast alle Menschen essen gerne. Und die Frage ist, woran liegt
das? Warum essen wir gerne? Es liegt vor allem darin, dass
uns Essen gut schmeckt. Und wir wissen, dass Essen gut
schmeckt, weil unsere Zunge das unserem Gehirn mitteilt. Und die Frage ist, wie macht
das unsere Zunge? Gott hat dafür gesorgt, dass
es auf unserer Zunge ungefähr 10.000 Geschmacksknospen gibt. Und diese kleinen Teile sind
wahre Wunderwerke der Schöpfung. Sie alle können eine der fünf
Geschmacksrichtungen schmecken. Süß, salzig, sauer, bitter oder
Umami. Umami ist übrigens eine Geschmacksrichtung,
die wir am ehesten als herzhaft bezeichnen würden und von der
man noch gar nicht so lange weiß. Bis dahin war man immer nur von
vier Geschmacksrichtungen ausgegangen. Früher glaubte man auch mal,
dass verschiedene Regionen auf der Zunge für verschiedene Geschmacksrichtungen
zuständig sind. Aber heute weiß man, die Geschmacksknospen
für alle fünf Geschmacksrichtungen sind überall gleichmäßig auf
der Zunge verteilt. Unser Gott hat sich unsere Geschmacksknospen
so ausgedacht, dass es in diesen kleinsten Teilchen sogar eine
Spülfunktion gibt. Sobald sie geschmeckt haben,
werden sie einmal kurz durchgespült und sind dann in der Lage sofort
wieder zu schmecken. Wie gesagt, ich esse gerne und
ich glaube, ihr alle auch. Aber was wäre eigentlich, wenn
wir keine Geschmacksknospen hätten? Würden wir dann auch noch gerne
essen? Ich vermute, Essen wäre dann
für uns alle nur noch so eine nervige Angelegenheit. Ja, wir
würden alle schon essen, um nicht zu verhungern. Aber ich glaube
nicht, dass wir Freude daran hätten. Jemand, der keine Geschmacksknospen
hat, dem könnte man das zarteste Fleisch oder den besten Kuchen
oder das frischeste Brot vorsetzen und ich glaube, er würde sich
nichts daraus machen. Wir brauchen Geschmacksknospen,
um Essen zu genießen. Und ganz ähnlich ist es in unserem
geistlichen Leben. Um geistlich nicht zu verhungern,
brauchen wir geistliche Nahrung, das Wort Gottes. Aber um diese
Nahrung schmecken zu können, brauchen wir so etwas wie geistliche
Geschmacksknospen. Nur wenn wir die haben, wissen
wir, dass das Wort Gottes das Beste ist, womit wir unser Herz
und unsere Gedanken füllen können. Wenn Menschen diese geistlichen
Geschmacksknospen nicht haben, dann verstehen sie nicht, warum
Menschen zum Beispiel sonntags morgens nichts Besseres zu tun
haben, als sich Geschichten aus einem 2000 Jahre alten Buch anzuhören
oder mit jemandem zu reden, der augenscheinlich doch überhaupt
nicht da ist. Warum haben manche Menschen geistliche
Geschmacksknospen und andere nicht? Und die Antwort, die uns
dieser Abschnitt heute gibt, lautet, weil Gott uns diese geistlichen
Geschmacksknospen geschenkt hat. Weil Gott schon, bevor er die
Welt überhaupt geschaffen hat, beschlossen hat, dir das Herz
zu öffnen und dich mit geistlichen Geschmacksknospen auszustatten.
Damit du unter anderem erkennst und glaubst, dass dieses Buch
halt kein normales, altes Buch ist, wie jedes andere auch, sondern
dass du darin dein Leben findest. Ja, das ist sogar, wie Mose an
einer Stelle sagt, dein Leben ist. Und diesen Plan, diesen
Beschluss, den Gott schon vor Grundlegung der Welt gefasst
hat, den nennt die Bibel Erwählung. Und davon spricht Paulus hier
ganz am Anfang des Epheserbriefes und darum soll es heute in dieser
Predigt gehen. Mein Thema lautet also Erwählung,
Gott plant deine Rettung. Und dabei ist mir bewusst, dass
dieses Thema kein leichtes Thema ist. Ich habe mich als Teenager,
werde ich nachher auch noch erzählen, alles andere als leicht damit
getan. Und deswegen möchte ich heute im ersten Punkt mit euch
diese vier Verse erstmal genauer anschauen. Und dann im zweiten
Punkt einige falsche Vorstellungen, die man haben könnte, über dieses
Thema aufgreifen und korrigieren. Und im dritten Punkt dann sagen,
was es für praktische Auswirkungen für unser Leben hat als Christen.
dass Gott uns erwählt hat. Mein erster Punkt, was bedeutet
es, dass Gott uns erwählt hat? Mein zweiter, was bedeutet es
nicht, dass Gott uns erwählt hat? Mein dritter Punkt, was
bedeutet es praktisch, dass Gott uns erwählt hat? Was bedeutet
es, was bedeutet es nicht und was bedeutet es praktisch? Was bedeutet es also, dass Gott
uns erwählt hat? Paulus schreibt in Vers 3, Gepriesen
sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns
gesegnet hat, mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen
in Christus." Paulus preist hier Gott für seine geistlichen Segnungen,
mit denen er uns gesegnet hat. Was sind solche geistlichen Segnungen? Es ist ja so, dass Gott uns auf
viele verschiedene Arten segnet. Wo wir heute schon beim Essen
waren, Das Mittagessen heute Mittag, das wird hoffentlich
richtig gut. Und dieses Mittagessen ist eine
Segnung Gottes. Aber geistlicher Segen ist etwas
anderes. Geistlicher Segen ist ein ganz
spezieller Segen. Es ist Segen, der mit unserer
Errettung zu tun hat. All das, was mit unserem heilen
Christus zu tun hat, das ist geistlicher Segen. Am Ende von
Vers 3 schreibt Paulus, dass wir in den himmlischen Regionen
gesegnet sind. Geistlicher Segen ist also ein
Segen, der im Himmel seinen Ursprung hat und der dann zu uns kommt
und dazu beiträgt, dass wir in den Himmel kommen. Paulus erklärt in Epheser 1 einiges,
was zu diesen geistlichen Segen dazugehört. Und er beginnt mit
dem ersten geistlichen Segen, den wir bekommen haben. Schon
vor Grundlegung der Welt hat Gott, schon vor Grundlegung der
Welt hat Gott, also lange bevor es dich überhaupt gab, hat er
dich unfassbar reich gesegnet, indem er dich erwählt hat. Paulus
schreibt es in Vers 4, wie er uns in ihm auserwählt hat, vor
Grundlegung der Welt. Deine Erwählung ist, wenn man
so will, die erste geistliche Segnung, die du je bekommen hast. lange bevor es dich überhaupt
gab. Und deswegen beginnt Paulus auch
mit diesem Segen. Es ist nicht ein Segen, den du
bekommen hast, weil du glaubst. Es ist auch kein Segen, den du
bekommen hast, weil Gott einmal vorausgesehen hat, dass du einmal
von dir aus glauben würdest. Es ist ein Segen, der dich überhaupt
erst in die Lage versetzt, zu glauben. Als natürlicher Mensch
stehen wir Gott und seinem Wort so gegenüber, wie Menschen ohne
Geschmacksknospen vor dem besten Essen der Welt stehen. Wir können dem Ganzen nichts
abgewinnen. Die Bibel sagt, wir sind in Bezug
auf Gott als natürliche Menschen tot. Deswegen nennt die Bibel
diesen Zustand auch geistlich tot. Wir sind nicht geistlich tot,
weil Gott uns so geschaffen hat. sondern wir sind geistlich tot,
weil wir durch die Sünde, weil wir in Adam geistlich gestorben
sind. Es ist nicht Gottes Schuld, sondern
es ist unsere Schuld. Als geistlich tote Menschen sind
wir in Bezug auf die Dinge, die mit Gott zu tun haben, so wie
Menschen vor dem besten Essen stehen, wenn sie nicht schmecken
können. Und was es braucht, ist, dass
Gott selbst eingreift. Was es braucht, sind neue geistliche
Geschmacksknospen. Was es braucht, ist ein neues
Leben, nichts weniger. Und deswegen greift Gott in das
Leben von denen ein, die er vor Grundlegung der Welt erwählt
hat. Und diesen Eingriff in unser
Leben, den nennt die Bibel Wiedergeburt. Menschen, die nicht wiedergeboren
sind, die glauben nicht. Sie haben keine geistlichen Geschmacksknospen. Und Menschen, die wiedergeboren
sind, die glauben dann plötzlich. Und wann und wie jetzt ein Christ
seine Wiedergeburt erlebt, das ist sehr, sehr unterschiedlich. Manche erleben das schon sehr
früh in ihrem Leben, andere sehr spät. Gerade wenn man in einem
christlichen Elternhaus aufgewachsen ist, können viele, die das so
erlebt haben, gar nicht sagen, wann das genau war, sondern sie
haben es eher als so eine Art Prozess erlebt. Und andere, die
nicht mit dem christlichen Glauben aufgewachsen sind, die können
häufig genau den Tag sagen, an dem Gott ihnen ein neues Herz
geschenkt hat. Sie können dann sogar ihren Wiedergeburtstag
feiern. Völlig egal. Wenn du heute Morgen
hier sitzt und an Jesus Christus glaubst, dann nur, weil Gott
dir die Wiedergeburt geschenkt hat. Dann nur, weil du neue geistliche
Geschmacksknospen bekommen hast. Johannes erklärt das am Anfang
seines Evangeliums. Er schreibt, Johannes sagt, alle
Gläubigen sind Kinder Gottes. Und warum sind sie gläubig? Warum haben sie sich für Gott
entschieden? Johannes schreibt weiter im nächsten
Vers. Es sind die Menschen, die nicht aus dem Blut, noch aus
dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern
aus Gott geboren sind. Es sind nicht Menschen, die aus
irgendeiner bestimmten Familie stammen, nicht Menschen, die
irgendwie besser sind als andere, nicht Menschen, die einen super
starken Willen haben, sondern es sind Menschen, die aus Gott
geboren sind, denen Gott ein neues Herz geschenkt hat. Wenn
wir wiedergeboren sind, wenn wir diese geistlichen Geschmacksknospen
haben, dann werden wir glauben. Ja, dann ist zwar auch immer
noch unser altes Herz da, das ist ja nicht sofort weg, und
es gibt immer noch den Teufel. Ja, und sie versuchen uns davon
abzuhalten zu beten. Und sie versuchen, dass wir möglichst
immer einen ganz, ganz weiten Bogen um die Bibel machen. Es ist dann dieser Kampf. Soll
ich jetzt in der Bibel lesen? Ich habe noch so viel zu tun.
Ja, soll ich jetzt beten? Ach, nachher ist auch noch Zeit. Aber trotzdem, wenn wir wiedergeboren
sind, dann kennen wir diesen Kampf. Und wir wissen tief in
unserem Herzen, dass das Einzige, was uns wirklichen Halt geben
kann, für dieses Leben und für alles, was nach diesem Leben
kommt, nur in der Beziehung zu Jesus Christus zu finden ist. Gott hat uns vor Grundlegung
der Welt auserwählt und uns in diesem Leben deswegen ein neues
Herz geschenkt, sodass wir glauben. Und wozu hat Gott uns auserwählt? Was ist das Ziel? Das ist die nächste Frage, die
Paulus uns in Epheser 1 beantwortet. Am Ende von Vers 4 schreibt er,
er hat uns erwählt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien. Und dann weiter? In Liebe hat
er uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus
nach dem Wohlgefallen seines Willens. Gott hat zwei Ziele. Und das erste Ziel betrifft uns. Ja, er hat uns erwählt. Warum?
Damit wir heilige und tadellose Kinder Gottes sind. Ja, von Natur
aus sind wir das genaue Gegenteil. Wir sind geistlich tot. Wir sind
Sklaven der Sünde. Wir sind Feinde Gottes. Und Gott
möchte nicht, dass wir so bleiben. Er hat uns auserwählt, um uns
zu verändern, indem wir in einer Beziehung mit ihm leben. Ja,
das ist der eine Grund, der betrifft uns, warum Gott uns erwählt hat.
Damit wir heilige und tadellose Kinder Gottes sind. Aber es gibt
auch einen Grund, der Gott betrifft. Und das ist Vers 6. zum Lob der
Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem
Geliebten. Gott hat uns erwählt zu unserem
Besten, aber vor allem zu seiner eigenen Ehre, zum Lob der Herrlichkeit
seiner Gnade. Ja, das sind die beiden Ziele.
Es ist zu unserem Besten und zum Lob seiner Herrlichkeit. Und was ist der Grund dafür,
dass er ausgerechnet uns erwählt hat? Ich kann euch nur das sagen,
was Paulus uns hier sagt. In Vers 4 am Ende lesen wir,
dass er es in Liebe getan hat. Ich glaube übrigens, und so habe
ich es auch vorgelesen, vielleicht habt ihr euch gewundert, dass
das in Liebe an den Anfang von Vers 5 gehört. Und dann am Ende von Vers 5 lesen
wir nach dem Wohlgefallen seines Willens. Es sind zwei Gründe,
die uns Paulus hier nennt. Erstens, weil er uns liebt und
zweitens, weil es ihm gefällt, weil er das so will. Ich sage
euch ganz ehrlich, ich wüsste gerne mehr. Ja, warum ausgerechnet
ich? Aber Gott verrät es uns nicht,
außer dass er uns sagt, ich habe dich erwählt, weil ich dich liebe
und weil mir das so gefällt. Aber wisst ihr was, ich kann
euch sagen, was auf jeden Fall nicht der Grund ist, warum Gott
dich hier erwählt hat. Es gibt auf jeden Fall nichts
in dir, was ihn dazu gebracht hat, dich vor Grundlegung der
Welt zu erwählen und mit jedem geistlichen Segen zu segnen. Da ist nichts. Du hast alles
dafür getan, dass er das nicht tut und er hat es trotzdem getan. Tatsächlich ist es so, dass wir
uns für Gott entscheiden. Wir glauben. Aber wir tun das
alles eben nur, weil er sich zuvor für uns entschieden hat.
Nur weil er uns den Glauben geschenkt hat. Und ich habe ja schon am
Anfang gesagt, dieses ganze Thema ist ein schwieriges Thema. Und ich glaube, bei dem ganzen
Thema kann man eine ganze Menge missverstehen. Zumindest, und
das kann ich aus meinem eigenen Leben erzählen, ging es mir so. Ich erinnere mich noch ganz genau,
ich war ein Teenager und habe das erste Mal Römer Kapitel 9
gelesen. Und das ist das Kapitel, wo Paulus
vermutlich am ausführlichsten über dieses Thema schreibt. Fast
das ganze Thema beschäftigt sich, das ganze Kapitel beschäftigt
sich mit dem Thema Erwählung. Und ich habe das gelesen und
ich fand das, was ich da gelesen habe, ganz furchtbar. Und ich
weiß noch ganz genau, ich hab mir dann folgende Taktik zurechtgelegt,
ich dachte mir, ich lese einfach ganz schnell. Ja, als ob das
irgendwie dazu führen würde, dass das nicht mehr in der Bibel
steht. Und ich hab die ganze Zeit inständig gehofft, dass
es nicht wahr ist, was da steht. Und die Frage ist, warum fand
ich das damals so schlimm? Und ein Grund war, dass ich einiges
über das Thema missverstanden habe. Und deswegen möchte ich
jetzt im zweiten Punkt einige Missverständnisse zu diesem Thema
aufgreifen und erklären. Mein zweiter Punkt, was bedeutet
es nicht, dass Gott uns erwählt hat? Also wir gehen jetzt einige
Missverständnisse durch und ich erkläre sie. Das erste, was es
nicht bedeutet, ist, ich muss nicht rauskriegen, ob ich erwählt
bin. Als ich das erste Mal eben von
Erwählung gehört habe, Römer 9 gelesen habe, dachte ich mir,
Also so richtig erwählt fühle ich mich jetzt gerade nicht. Wie finde ich das denn jetzt
raus? Vielleicht gehöre ich ja zu denen,
die nicht erwählt sind. Aber darum geht es in der gesamten
Bibel nicht. Die Botschaft der Bibel ist an
dich, wenn du an Jesus Christus glaubst, wenn du Christ bist,
dann bist du erwählt. Denn wenn du nicht erwählt wärst,
dann würdest du nicht glauben. Und wenn du nicht oder noch nicht
glaubst, dann solltest du nicht fragen, ob du denn erwählt bist
oder vielleicht nicht, sondern dann solltest du an Jesus Christus
glauben. Jesus sagte zu den Juden einmal
folgendes, wir haben es eben gelesen in Johannes Kapitel 6.
Alles, was mir der Vater gibt, das kommt zu mir. Also alle,
die Gott, der Vater, erwählt hat, die glauben an mich. Und dann sagt er weiter, und
wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. In anderen
Worten, an Jesus glauben wir, weil wir erwählt sind. Und wenn
wir zu Jesus kommen, dann deswegen, weil wir erwählt sind. Und er
wird niemanden, der zu ihm kommt, hinausstoßen. Erwählung bedeutet auch nicht,
dass wir Menschen dann keine Verantwortung mehr haben. Wir
werden durch die Erwählung nicht wie Marionetten, die dann so
ferngesteuert einfach nur noch durchs Leben laufen. Dieses Missverständnis gibt es
in unterschiedlichen Versionen. Ich habe einmal eine Predigt
über Erwählung gehört. Und bei dieser Predigt war ein
Nichtchrist anwesend. Und der meinte dann nachher so
schulterzuckend, naja, dann brauche ich ja gar nicht zu glauben.
Ja, wenn ich erwählt sein sollte, dann glaube ich ja eh irgendwann.
Ja, und es gibt andere Christen, die sagen, wenn das mit der Erwählung
stimmt, dann brauchen wir gar nicht mehr zu evangelisieren.
Mission ist dann auch sinnlos. Denn die, die erwählt sind, die
kommen ja eh zum Glauben. Und das Missverständnis lautet,
wenn Gott entscheidet, wer gerettet wird, dann bringt alles, was
wir tun und alles, was wir entscheiden, ja überhaupt nichts mehr. Aber wisst ihr, das wäre ungefähr
so, wie wenn ich sagen würde, ich höre jetzt heute mit diesem
Tag für den Rest meines Lebens auf zu essen. Denn wenn Gott
geplant hat, dass ich 90 werde, dann werde ich auch ohne zu essen
90 und wenn er will, dass ich morgen sterbe, dann sterbe ich
halt morgen, ob ich jetzt esse oder nicht. Natürlich könnte
Gott jeden von uns 90 werden lassen, ohne dass wir auch einen
Bissen essen. Aber er hat es so geplant, dass
er uns am Leben erhält, dadurch, dass wir uns unter anderem Essen
machen und selber essen. Ja, sein Planen und Erwählen
und unser Handeln, die schließen sich nicht aus, sondern das ergänzt
sich. Ein Beispiel, und dieses Beispiel
betrifft meine Schwiegereltern, da wusste ich noch nicht, dass
sie heute da sein werden, Meine Schwiegereltern haben in ihrem
Garten Gewächshäuser mit richtig guten Gurken und Tomaten. Und wieso sind diese Gurken und
Tomaten da? Die Antwort ist, weil Gott sie
hat wachsen lassen. Gott hätte sie einfach so wachsen
lassen können. Ja, so hat er das mit den Pflanzen
im Paradies gemacht. Aber ihm gefällt es, sie wachsen
zu lassen, indem meine Schwiegereltern sich kümmern, sie pflanzen, sie
gießen und sie dünnen. Gott schenkt Wachstum und wir
Menschen haben Verantwortung. Das schließt sich nicht aus,
sondern das ist beides unverzichtbar. Nur Gott kann es schenken, dass
Menschen zum Glauben kommen. Und deswegen ist es so wichtig,
dass wir regelmäßig Gott bitten, dass er unsere ungläubigen Familienangehörigen
und Freunde rettet. Aber ihm gefällt es, uns dabei
zu gebrauchen. Und deswegen ist es so wichtig,
dass wir die gute Nachricht weitersagen und ein gutes Zeugnis für ihn
sind. Manchmal gibt es auch eine andere
Vorstellung unter Christen. Am Ende, dann wenn Jesus wiederkommt,
dann kommen Menschen in den Himmel, die zwar erwählt sind, die aber
eigentlich gar nicht in den Himmel wollten. Und auf der anderen
Seite kommen Menschen in die Hölle, die liebend gerne in den
Himmel wollen, aber nicht dürfen, weil sie nicht erwählt sind. Aber ich hoffe, an diesem Punkt
ist klar geworden, kein Mensch will von sich aus zu Gott kommen.
Keiner will das. Und deswegen kommt auch niemand
von sich aus, genau wie keiner das beste Essen der Welt mit
Begeisterung essen würde, wenn er keine Geschmacksknospen hat. Und auf der anderen Seite bekommen
die, die Gott erwählt hat, durch die Wiedergeburt eben dieses
neue Herz, das dann zu Gott kommen will. Ein Herz, das glaubt. Und wie wir eben gelesen haben,
verspricht Jesus uns, jeder, der zu mir kommt, den werde ich
nicht hinausstoßen. Im letzten Kapitel der Bibel
sagt uns Gott, Offenbarung Kapitel 22, und wen da dürstet, der komme,
und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst. Das Problem ist eben nur, dass
Menschen, die kein neues Herz haben, überhaupt nicht wollen. Aber wie reagieren wir Christen
darauf, dass viele Menschen einfach nicht wollen? Man könnte auf
die Idee kommen, Gott hat es so beschlossen, also muss ich
das so akzeptieren. Also nehme ich es mal einfach
so schulterzuckend hin, dass viele Menschen zum Beispiel in
unserem Land mit Vollgas auf die Hölle zusteuern. Gott hat
es ja so entschieden. Aber das wäre die völlig falsche
Einstellung. Erstens wissen wir überhaupt
nicht, ob jemand, der heute noch nicht glaubt, tatsächlich nicht
erwählt ist. Unsere Aufgabe ist es, für jeden Nicht-Christen
zu beten, zu hoffen und ihn auf Jesus hinzuweisen. Und selbst die generelle Tatsache,
dass es eben Menschen gibt, denen Gott die neuen Geschmacksknospen
nicht schenkt, die sollen wir nicht einfach so schulterzuckend
hinnehmen, so nach dem Motto, naja, Gott hat's ja entschieden. Ja, Paulus, der, der vermutlich
so viel wie kein anderer in der gesamten Bibel über das Thema
Erwählung schreibt, der lebt uns selbst vor, wie wir damit
umgehen sollen. Wie gesagt, in Römer 9 schreibt
er sehr viel über das Thema Erwählung. Er erklärt das Thema ausführlich. Er verteidigt es gegen Kritiker. Aber er beginnt das Kapitel nicht
mit diesem Thema. Sondern am Anfang des Kapitels
denkt er über sein eigenes Volk nach, über die Juden. Und er
sieht, dass viele, sogar die meisten, Jesus ablehnen. Ja, und gerade in einem Kapitel
wie Römer 9 könnte man jetzt erwarten, dass Paulus sagt, ja,
das ist halt schade. Aber Gott, er wählt halt und
dann ist es halt so. Aber er tut das genaue Gegenteil. Ich lese mal einige Verse vom
Beginn von Römer 9. Paulus schreibt dort mit, man
kann es förmlich sehen, mit blutendem Herzen. Ich sage die Wahrheit
in Christus. Ich rüge nicht, wie mir mein
Gewissen bezeugt im Heiligen Geist, dass ich große Traurigkeit
und unablässigen Schmerz in meinem Herzen habe. Ich wünschte nämlich
selber von Christus verbannt zu sein für meine Brüder, meine
Verwandten nach dem Fleisch, die Israeliten sind und denen
die Sohnschaft und die Herrlichkeit und die Bündnisse gehören und
die Gesetzgebung und der Gottesdienst und die Verheißungen und den
Klammern, die trotzdem nicht an Jesus Christus glauben. Paulus
trauert so sehr über die Tatsache, dass ein Großteil der Juden,
also seines eigenen Volkes, nicht erwählt zu sein scheint, dass
er so weit geht zu sagen, ich wünsche mir selbst nicht zu Jesus
zu gehören, damit mein Volk zu Jesus gehören darf. Das muss man sich mal vorstellen. Das ist alles. Aber das ist kein
Achselzucken. Naja, Gott hat es entschieden.
Dann ist es halt so. Wir haben bisher gesehen, was
es von der Bibel her heißt, dass Gott uns erwählt hat. Und dann
haben wir jetzt im zweiten Punkt versucht, einige Missverständnisse
oder falsche Vorstellungen, die man haben könnte, zu korrigieren. Und vielleicht sagst du jetzt,
okay, Jochen, sehr schön, das habe ich jetzt alles verstanden. Theologie ist ja auch schön und
gut und ich weiß, es ist ja auch wichtig. Aber morgen ist wieder
Montag. Und morgen habe ich ganz andere
Probleme. Und da hat das Thema mit meinem
Alltag rein gar nichts zu tun. Ja, auch wenn es alles wahr ist,
was du sagst, für mein Leben als Christ ändert sich dadurch
morgen doch überhaupt nichts. Das könnte man tatsächlich meinen.
Stimmt aber nicht. Ich möchte euch im dritten und
letzten Punkt drei Bereiche zeigen, wie die Lehre der Erwählung ganz
praktisch für unser Leben als Christen ist. Drittens und letztens,
was bedeutet es praktisch für mein Leben, das Gott uns erwählt
hat? Mein erster praktischer Punkt,
es bringt etwas, anderen von Jesus weiterzuerzählen. Es bringt tatsächlich etwas für
Menschen, die noch keine Christen sind, zu beten. Das bedeutet
nicht, dass jeder, den wir von Jesus erzählen oder für den wir
beten, auch Christ wird. Aber wenn wir glauben, dass Gott
der Herr auch über das menschliche Herz ist, dass er es ist, der
den Menschen geistliche Geschmacksknospen geben muss und kann, dann haben
wir berechtigte Hoffnung, dass er es auch tun wird. Als Paulus und Barnabas in Antiochia
waren und predigten auf der ersten Missionsreise, da kamen längst
nicht alle zum Glauben, die das gehört haben. Vor allem die Juden
lehnten das Evangelium ab. Aber die Heiden kamen und sie
wollten immer mehr hören. Und nach einer Predigt von den
Aposteln lesen wir in Apostelgeschichte 13, als die Heiden das hörten,
wurden sie froh und priesen des Wortes Herrn und es wurden alle
die gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren. Jesus verwendet in einem Gespräch
mit seinen Jüngern einmal das Bild eines Getreidefeldes. Und in diesem Bild sind die Menschen
das Getreidefeld. Und er sagt zu seinen Jüngern,
hebt eure Augen auf und seht die Felder, sie sind schon weiß
zur Ernte, sie sind reif. In anderen Worten, geht und verkündigt
das Evangelium, ich habe die Ernte schon für euch vorbereitet. Ja, ihr müsst nicht zu den Feldern
gehen, geistlich gesprochen, und den Weizen aus dem Boden
ziehen. Eure Aufgabe ist es zu ernten, eine Ernte, die ich,
der König, auch über die Herzen der Menschen schon vorbereitet
habe. Die erste Anwendung ist, weil
wir wissen, dass Gott erwählt und Menschen bekehrt, bringt
es tatsächlich etwas für Menschen, die noch keine Christen sind,
zu beten und ihnen von Jesus zu erzählen. Denn es gefällt
Gott gerade durch uns, durch das was wir tun, was wir sagen
und was wir beten, Menschen zum Glauben zu führen. Meine zweite praktische Anwendung,
die Lehre der Erwählung, macht uns demütig und dankbar, gerade
in der Gemeinde. Nehmen wir mal an, wir wären
keine Gemeinde, sondern ein Fußballverein. Und in einem Fußballverein wird
es dann Spieler geben, die sind besser als andere. Die Besseren
können sich schon mal erlauben, nicht zum Training zu kommen
und die spielen dann am Samstag trotzdem. Dann gibt es Leute,
die sind schon lange dabei und haben einfach viel mehr Erfahrung
als andere. Und wenn am Ende der Saison ein
Pokal gewonnen wird, dann ist es so, dass einige mehr dazu
beigetragen haben als andere. Und das sind die Wichtigen, die
da in dem Verein natürlich auch mehr zählen. Die irgendwie wertvoller
sind, wo man sich bemüht, dass sie auf jeden Fall da bleiben.
Das sind die, die wirklich was dazu beigetragen haben. Mehr
als andere. In der Gemeinde ist es anders. Natürlich gibt es auch dort Leute,
die mehr mitarbeiten als andere. Leute, die mehr Verantwortung
haben als andere. Aber es gibt niemanden, der mehr
das Recht hat, als irgendwer anders hier zu sein. Wir sind alle hier, nicht weil
wir irgendwas geleistet haben, sondern weil uns Gott in seiner
Gnade ein neues Herz, neue geistliche Geschmacksknospen geschenkt hat. Ja, wir hatten alle vorher keine. Und wir haben alle welche geschenkt
bekommen, ohne etwas dafür zu tun. Na, was heißt das praktisch? Ja, immer wenn die Gedanken kommen,
So, ich hab's schon ein bisschen mehr verdient als der, der heute,
vielleicht an diesem Sonntag neben mir sitzt. In den Himmel zu kommen, hier
in der Gemeinde zu sein. Ich bin schon ein bisschen ein
besserer Christ. Ich hab schon mehr Anspruch auf
Gottes Gnade als der neben mir. Ich bin ja schon länger dabei. Oder irgendwie sowas. Dann erinnert
euch daran und schreit euch notfalls selbst an. Das stimmt nicht. Keiner von uns hat es verdient. Wir alle haben nichts dafür getan,
dieses Geschenk zu bekommen und alles dafür getan, dieses Geschenk
nicht zu bekommen. Überlegt euch doch einmal ganz
kurz an dieser Stelle, wer die übelste Person ist, die ihr persönlich
kennt, mit der ihr persönlich zu tun habt. Und jetzt macht euch deutlich,
dass ihr es keinen Millimeter mehr verdient habt. zu Jesus
zu gehören als diese Person. Und dieser Gedanke, dieses Wissen,
das sollte uns dankbar und sehr demütig machen. Stellt euch vor, ihr fahrt auf
einem riesigen Kreuzfahrtschiff und dieses Kreuzfahrtschiff bekommt
plötzlich ein Leck und sinkt. Und tausende von Menschen um
euch herum sind am Ertrinken, auch ihr kämpft ums nackte Überleben.
Zunächst habt ihr die Hoffnung schon aufgegeben zu überleben,
aber plötzlich kommt ein Rettungsboot und sammelt euch ein. Und zusammen
mit ein paar anderen Menschen, die ihr alle nicht kennt, die
ihr alle komisch findet, sitzt ihr jetzt in diesem Rettungsboot. Und ich weiß nicht, was ihr tut
oder denkt, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr nicht
anfangt, über die anderen auf dem Boot zu lästern. Oder zu
denken, während ich so toll bin und es verdient habe, hier in
diesem Boot zu sitzen, haben die anderen es alle nicht verdient.
Wahrscheinlich sitzt ihr einfach nur da und seid dankbar für eure
Rettung. Und das Gleiche sollte die Lehre
der Erwählung mit uns in der Gemeinde machen. Wisst ihr, Paulus
schreibt den Epheserbrief nicht, um uns eine Abhandlung über die
Lehre der Erwählung zu geben. Er erklärt das Thema nur einmal
hier ganz am Anfang und dann greift er es in Kapitel 2 nochmal
auf und sonst kommt es nicht vor. Sein eigentliches Thema in dem
Brief ist die Einheit der Gemeinde. Es geht darum, dass er die Gemeinde
damals in Ephesus, die aus Heiden und Juden bestand, aus völlig
unterschiedlichen Menschen, dass er dieser Gemeinde sagen wollte,
lebt zur Ehre Gottes, indem ihr eins seid. Und deswegen schreibt Paulus
hier am Anfang über das Thema Erwählung. Damit wir über die
riesige Gnade nachdenken, die er uns geschenkt hat und damit
wir dankbar und demütig werden. damit wir aufhören, uns für würdiger
oder besser zu halten als so manch anderen in der Gemeinde. Meine erste Anwendung, Evangelisation
und Gebet für andere bringt etwas. Meine zweite, die Lehre der Erwählung
macht uns dankbar, zumindest dann, wenn wir uns wirklich bewusst
gemacht haben, was wir geschenkt bekommen haben und wie wenig
wir es verdient haben. Und meine dritte und letzte Anwendung,
die Lehre der Erwählung schenkt uns Heilsgewissheit. Oder anders
formuliert, wegen der Erwählung wissen wir, dass wir ganz sicher
im Himmel ankommen werden. Wenn du heute Christ bist, woher
weißt du, dass du morgen auch noch Christ bist? Woher weißt
du das? Paulus beantwortet diese Frage
ausführlich im Römerbrief Kapitel 8. Und er sagt dort, weil Gott
deine Errettung schon vor Grundlegung der Welt geplant hat, Deswegen
kannst du sicher sein, dass er dich auch bis ans Ziel bringen
wird. Gott macht keine halben Sachen. Gott überlegt sich nicht
zwischendurch das Anders. Wenn du heute von Herzen glaubst,
dann wirst du es auch morgen tun. Wenn du heute ein Kind Gottes
bist, dann wirst du auch an deinem letzten Tag hier auf der Erde
ein Kind Gottes sein und du wirst es bis in alle Ewigkeit sein. Paulus schreibt am Ende von Römer
8, diesem Kapitel, wo Paulus das erklärt, dass nichts und
niemand uns von der Liebe Gottes trennen kann, die in Christus
Jesus ist. Wenn ihr euch erinnert, das sind
die Verse, die Hilli sich für ihre Beerdigung und ihre Trauersanzeige
gewünscht hat. Aber kurz bevor er schreibt,
dass nichts und niemand uns trennen kann von der Liebe Gottes, stellt
er diese rhetorische Frage. Wer will gegen die auserwählten
Gottesanklage erheben? Ja, wer will überhaupt auf die
Idee kommen, Leute, die Gott sich schon vor Grundlegung der
Welt erwählt hat, überhaupt irgendwie von Gott wegzuziehen? Oder sie zu verurteilen? Und
die Antwort ist klar. Niemand. Gott hat sie schließlich
auserwählt. Jesus selbst sagt in Johannes
Kapitel 10, Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie,
und sie folgen mir nach, und ich gebe ihnen ewiges Leben,
und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, und niemand wird
sie aus meiner Hand reißen." Und die Frage ist, warum können
wir sicher sein, dass wir nicht verloren gehen können? Jesus
sagt im nächsten Vers folgendes, die Begründung, warum niemand
die Schafe aus seiner Hand reißen kann. Mein Vater, der sie mir
gegeben hat, also der sie erwählt hat, der ist größer als alle
und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. Durch
den Glauben wissen wir nicht nur, dass uns alle unsere Sünden
vergeben sind, sondern wir wissen auch, dass Jesus uns bis zum
Ende festhält. Und das ist übrigens auch der
große Unterschied zwischen dem Christentum und dem Islam. Auch im Islam gibt es sowas ähnliches
wie Erwählung. Man glaubt dort, Allah ist souverän
und Allah entscheidet, wer in den Himmel darf. Aber es gibt
im Islam keine Verheißungen, es gibt im Islam keinen Glauben,
keine Vergebung durch das Kreuz und es gibt schon gar keine Heilsgewissheit. Ja, du kannst den kompletten
Islam für wahr halten, du kannst so fromm wie möglich als Moslem
leben und du kannst trotzdem beim jüngsten Gericht von Allah
in die Hölle geschickt werden. Selbst Mohammed sagte kurz vor
seinem Tod von sich selbst, dass er nicht weiß, ob Allah ihn in
den Himmel lassen würde. Der wahre Gott, der Gott, den
es wirklich gibt, der ist anders. Er ist souverän, das haben wir
heute gesehen, aber er lässt uns nicht im Unklaren. Er ist
es, der uns die geistlichen Geschmacksknospen geschenkt hat, mit denen wir
schmecken können, dass er unsere einzige Hoffnung ist. Er hat
uns die geistlichen Augen geöffnet, dass wir sehen und glauben. Und wenn wir an ihn glauben,
dann wissen wir, dass er uns vor Grundlegung der Welt erwählt
hat. Dann wissen wir, dass wir jetzt
sicher in seinen Armen sind. Und dann wissen wir, dass wir
eines Tages für immer bei ihm sein werden. Amen.
Erwählung - Gott plant deine Rettung
Series Epheser
Erwählung - Gott plant deine Rettung
Was bedeutet es, dass Gott uns erwählt hat?
Was bedeutet es nicht, dass Gott uns erwählt hat?
Was bedeutet es praktisch, dass Gott uns erwählt hat?
| Sermon ID | 8302219426567 |
| Duration | 38:46 |
| Date | |
| Category | Sunday Service |
| Bible Text | Ephesians 1:3-6 |
| Language | German |
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