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Gnade sein mit euch und Friede
von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Wir hören Gottes Wort heute aus
Apostelgeschichte 10. Das ist ein etwas längerer Abschnitt,
aber er hängt zusammen. Wir hören auf das gesamte Kapitel. Apostelgeschichte 10, Abvers
1. Wir hören Gottes lebendiges Wort. In Cäsarea lebte aber ein Mann
namens Cornelius, ein Hauptmann der Schar, die man die Italische
nennt. Der war fromm und gottesfürchtig
mit seinem ganzen Haus und gab dem Volk viele Almosen und betete
ohne Unterlass zu Gott. Der sah um die neunte Stunde
des Tages in einem Gesicht deutlich einen Engel Gottes zu ihm hereinkommen,
der zu ihm sprach, Cornelius. Er überblickte ihn an, erschrak
und sprach, Was ist, Herr? Er sprach zu ihm, Deine Gebete
und deine Almosen sind hinaufgekommen vor Gott, sodass er ihrer gedacht
hat. Und nun sende Männer nach Joppe
und lass Simon holen mit dem Beinamen Petrus. Dieser ist zu
Gast bei einem Gerber Simon, dessen Haus am Meer liegt. Der
wird dir sagen, was du tun sollst. Als nun der Engel, der mit Cornelius
redete, hinweggegangen war, rief er zwei seiner Hausknechte und
einen gottesfürchtigen Kriegsknecht von denen, die stets um ihn waren. Und er zählte ihnen alles und
sandte sie nach Joppe. Am folgenden Tag aber, als jene
auf dem Weg waren, und sich der Stadt näherten, stieg Petrus
auf das Dach, um zu beten, etwa um die sechste Stunde. Da wurde er sehr hungrig und
wollte essen. Während man aber etwas zubereitete,
kam eine Verzückung über ihn, und er sah den Himmel geöffnet
und ein Gefäß zu ihm herabkommen wie ein großes leinenes Tuch,
das an vier Enden gebunden war und auf die Erde niedergelassen
wurde. Darin waren all die vierfüßigen
Tiere der Erde und die Raubtiere und die kriechenden Tiere und
die Vögel des Himmels. Und eine Stimme sprach zu ihm,
Steh auf, Petrus, schlachte und iss. Petrus aber sprach keineswegs
her, denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen. Und eine Stimme sprach wiederum
zum zweiten Mal zu ihm, Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht
für gemein. Dies geschah dreimal, und dann
wurde das Gefäß wieder in den Himmel hinaufgezogen. Als aber
Petrus bei sich selbst ganz ungewiss war, was das Gesicht bedeuten
solle, das er gesehen hatte, siehe, da standen die von Cornelius
abgesandten Männer, die das Haus Simons erfragt hatten, am Toreingang. Und sie riefen und erkundigten
sich, ob Simon mit dem Beinamen Petrus hier zu Gast sei. Während nun Petrus über das Gesicht
nachdachte, sprach der Geist zu ihm, siehe, drei Männer suchen
dich. Darum stehe auf, steige hinab
und ziehe ohne Bedenken mit ihnen, denn ich habe sie gesandt. Da
ging Petrus zu den Männern hinab, die von Cornelius zu ihm gesandt
worden waren, und sprach, Sie, ich bin der, den ihr sucht, was
ist der Grund für euer Kommen? Sie aber sprachen, Cornelius,
der Hauptmann, ein gerechter und gottesfürchtiger Mann, der
ein gutes Zeugnis hat bei dem ganzen Volk der Juden, hat von
einem heiligen Engel die Weisung erhalten, dich in sein Haus holen
zu lassen, um Worte von dir zu hören. Da rief er sie herein
und beherbergte sie. Am folgenden Tag aber zog Petrus
mit ihnen Und etliche Brüder von Joppe gingen mit ihm. Und am anderen Tag kamen sie
nach Caesarea. Cornelius aber wartete auf sie
und hatte seine Verwandten und seine vertrauten Freunde zusammengerufen. Als nun Petrus gerade hineinkam,
ging ihn Cornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und huldigte
ihn. Petrus aber richtete ihn auf
und sprach, Steh auf, auch ich bin ein Mensch. Und während er
sich mit ihm unterredete, ging er hinein und fand viele versammelt.
Und er sprach zu ihnen, Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann
nicht erlaubt ist, mit einem Angehörigen eines anderen Volkes
zu verkehren oder sich ihm zu nahen. Doch mir hat Gott gezeigt,
dass ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll. Darum bin ich auch ohne Widerrede
gekommen, als ich hergerufen wurde. Und nun frage ich, aus
welchem Grund habt ihr mich gerufen? Und Cornelius sprach. Vor vier
Tagen fastete ich bis zu dieser Stunde, und ich betete um die
neunte Stunde in meinem Haus. Und siehe, da stand ein Mann
in glänzender Kleidung vor mir und sprach, Cornelius, dein Gebet
ist erhört und deine Almosen ist vor Gott gedacht worden. Darum sende nach Joppe und lass
Simon mit dem Beinamen Petrus holen. Dieser ist zu Gast im
Haus Simons, eines Gerbers am Meer. Er wird zu dir reden, wenn
er kommt. Da sandte ich auf der Stelle
zu dir, und du hast wohl daran getan, zu kommen. So sind wir
nun alle gegenwärtig vor dem Angesicht Gottes, um alles zu
hören, was dir von Gott aufgetragen ist." Da tat Petrus den Mund
auf und sprach, Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person
nicht ansieht, sondern dass in jedem Volk derjenige ihm angenehm
ist, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt. Das Wort, das er den Kindern
Israels gesandt hat, indem er Frieden verkündigen ließ durch
Jesus Christus, welcher Herr über alle ist, ihr kennt es. Das Zeugnis, das sich durch ganz
Judäa verbreitet hat und in Galiläa anfing nach der Taufe, die Johannes
verkündigte. Wie Gott Jesus von Nazareth mit
heiligem Geist und Kraft gesalbt hat und wie dieser umherzog und
Gutes tat und alle heilte, die vom Teufel überwältigt waren. Denn Gott war mit ihm. Und wir
sind Zeugen alles dessen, was er im Land der Juden und in Jerusalem
getan hat. Ihn haben sie getötet, indem
sie ihn ans Kreuz hängten. Diesen hat Gott auferweckt am
dritten Tag und hat ihn offenbar werden lassen. Nicht dem ganzen
Volk, sondern uns, den von Gott vorher erwählten Zeugen, die
wir mit ihm gegessen und getrunken haben nach seiner Auferstehung
aus den Toten. Und er hat uns geboten, dem Volk
zu verkündigen und zu bezeugen, dass er der von Gott bestimmte
Richter der Lebendigen und der Toten ist. Von diesem legen alle
Propheten Zeugnis ab, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen
Namen Vergebung der Sünden empfängt." Und während Petrus noch diese
Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort
hörten. Und alle Gläubigen aus der Beschneidung,
die mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich vor Staunen.
dass die Gabe des Heiligen Geistes auch über die Heiden ausgegossen
wurde. Denn sie hörten sie in Sprachen
reden und Gott hochpreisen. Da ergriff Petrus das Wort. Kann auch jemand diesen das Wasser
verwehren, dass sie nicht getauft werden sollten, die den Heiligen
Geist empfangen haben, gleich wie wir? Und er befahl, dass
sie getauft würden im Namen des Herrn. Da baten sie ihn, etliche
Tage zu bleiben. Gemeinde unseres Herrn Jesus
Christus. Vor ungefähr 2000 Jahren macht
sich der germanische Tuchhändler Hadubrand auf den Weg nach Rom. Ein befreundeter römischer Tuchhändler
hatte ihn auf die Reise eingeladen und für Hadubrand ist das eine
große Sache, denn Rom war damals ja die unangefochtene Metropole
Nummer 1 im Mittelmeerraum. Und in Rom angekommen, läuft
er jetzt mit seinem römischen Kollegen durch die Stadt, Und
plötzlich sieht er ein etwas seltsames Gebäude. Und er stellt
seinem Freund die Frage, sag mal, was ist denn das? Der Kollege sagt zu ihm, das
ist eine Synagoge. Und in der Synagoge, da treffen
sich die Juden. Adubrand völlig ahnungslos sagt,
okay, Juden, wer ist das? Sagt sein Freund, ja, das sind
so Leute, also ursprünglich sind die aus Israel, aber jetzt leben
sie irgendwie verstreut ums gesamte Mittelmeer herum. Und stell dir
mal vor, Die glauben an nur einen einzigen Gott. Das ist ein bisschen
komisch. Hado Brandt sagt, okay, klingt
interessant, habe ich noch nie gehört. Wollen wir da mal reingehen
in die Synagoge? Sagt sein Freund, vergiss es. Die sind ziemlich arrogant. Ja,
du musst von deren Stammvater abstammen. Das ist so ein Abraham,
glaube ich. Und wenn du das nicht tust, dann
hast du eigentlich schon verloren. Dann haben die einen Haufen Regeln,
die du befolgen musst. Zum Beispiel Schweinefleisch.
Das geht bei denen gar nicht. Und richtig Gemeinschaft mit
ihrem Gott, das haben die auch nur in Jerusalem, also am anderen
Ende der Welt. Da steht nämlich der Tempel von
denen, wo ihr Gott wohnt. Und deswegen gibt es auch jedes
Jahr eine Gruppe von Männern hier aus dieser Synagoge und
die machen sich wirklich auf den Weg nach Jerusalem, nur um
Gott zu begegnen. Stell dir das mal vor. Und wenn man echt einer von denen
werden will, dann ist es echt eine heftige Nummer. Also das
kann ich dir auch nicht empfehlen. Ja, wenn man es dann so halb
schafft, dann ist man irgendwie bei denen so Bürger zweiter Klasse. Richtig dazugehören kannst du,
wenn du von außen kommst, niemals. Und Hadubrand hört sich das so
an und er zuckt mit den Schultern und denkt sich noch kurz, war
ne seltsame Gruppe. Aber im nächsten Moment hat er
sie auch schon wieder vergessen und beide gehen weiter durch
Rom. Jahre später stirbt Hadubrand. Ohne jemals den lebendigen Gott
kennengelernt zu haben. So wie übrigens ausnahmslos alle
unsere Vorfahren, die vor 2000 Jahren in dieser Gegend hier
gelebt haben. Und wenn man auf Hado Brandts Leben zurückblickt,
dann gibt es einen einzigen Moment, wo er etwas von dem einzig wahren
Gott mitbekommen hat. Zumindest ein bisschen. Und das
war damals auf seiner Geschäftsreise nach Rom. Und die Botschaft damals
war, für jemanden wie dich ist die Tür zu. Du kommst hier nicht rein. Den Hadubrand, den gab es so
nie, den habe ich mir ausgedacht, aber genauso könnte es gewesen
sein. Genauso haben die Juden damals
alle anderen gesehen und genauso wussten alle anderen, die schon
mal mit Juden zu tun hatten, dass sie von den Juden gesehen
werden. Die anderen werden verachtet
und ausgeschlossen. Gottes Volk, das sind nur und
ausschließlich wir. Gottes Königreich ist nur für
uns. Gottes Gegenwart haben nur wir,
nicht ihr. Und es ist genau dieses Denken,
was damals Juden und Nichtjuden voneinander getrennt hat. Millionen von Menschen sind verloren
gegangen, weil sie nie von dem lebendigen Gott gehört haben. Zu einer ganz ähnlichen Zeit
ist in der römischen Garnisonsstadt Caesarea in Palästina etwas passiert,
was dieses Denken auf den Kopf gestellt hat. Am anderen Ende
des Mittelmeers hat Gott die Mauer zwischen Juden und Nichtjuden
nämlich einfach eingerissen. Und genau darum, wie Gott das
gemacht hat, genau darum geht es im 10. Kapitel der Apostelgeschichte. In dieser Geschichte von Petrus
und Cornelius sagt und zeigt uns Gott. Egal wo du herkommst,
egal was du aus deiner Vergangenheit mitbringst, egal welches Land
vorne auf deinem Reisepass draufsteht, wenn du an Jesus Christus glaubst,
dann gehörst du dem lebendigen Gott. Das ist mein Thema für
heute. Der Glaube an Jesus ist für jeden
die Tür. Wir wollen uns drei Dinge anschauen.
Der Glaube an Jesus ist für jeden die Tür. Erstens zu Gottes Volk,
zweitens zu Gottes Königreich und drittens zu Gottes Gegenwart. Der Glaube an Jesus ist für jeden
die Tür zu Gottes Volk, zu Gottes Königreich und zu Gottes Gegenwart. Springen wir in diese Geschichte
rein. Petrus hatte gerade im Auftrag von Jesus zwei Wunder
getan. Er hatte einen Mann gesund gemacht
und er hatte eine Frau sogar aus dem Tod zurück ins Leben
geholt. Und jetzt wohnt er vorübergehend
in Joppe, das ist eine Stadt am Mittelmeer in Israel, und
zwar bei einem Mann, der genauso heißt wie er, nämlich bei einem
Simon. Das lesen wir im letzten Vers
von Kapitel 9. Und am Anfang von Kapitel 10 wechselt jetzt
die Perspektive zunächst auf einen römischen Hauptmann, auf
die zweite Hauptperson unserer Geschichte. Ein Mann namens Cornelius. Und dieser Cornelius ist ein
sehr interessanter Mann. In Vers 1 sehen wir, er ist erstens
Römer. Und er ist sogar ein richtiger
Römer. Er ist nämlich Hauptmann in der
römischen Armee und konkret in einer Abteilung, die man die
Italische nennt. Das römische Reich ging damals
ja um das ganze Mittelmeer herum und deswegen war auch die römische
Armee natürlich ein multikulturelles Sammelsurium von Menschen aus
allen möglichen Völkern. Aber die wichtigsten Einheiten
in der römischen Armee, also heute würden wir sagen so die
Elite-Einheiten, die hat man auch zu dieser Zeit noch mit
echten Römern besetzt, also mit Leuten, die aus Italien stammten.
Und so eine Einheit war die italische, die Einheit von Cornelius. Es
war nicht nur einfach irgendein Teil der römischen Armee, sondern
es waren echte Römer. Und so sehr dieser Cornelius
aber Römer war, von seiner Religion her hat ihn die Zeit in Israel
sehr geprägt. Er hat von dem lebendigen Gott
gehört. Und er wusste schon, so richtig
Jude kann ich nicht werden. Aber er hat angefangen, diesen
Gott anzubeten. Vers 2, der Cornelius war fromm
und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus und gab dem Volk
viele Almosen und betete ohne Unterlass zu Gott. Und genau diesen Mann ist eines
Tages ein Engel erschienen und gibt ihm den Auftrag, schick
ein paar von deinen Männern nach Joppe, das war einfach ein Stück
die Mittelmeerküste lang, und hol dort den Simon Petrus im
Haus von Simon dem Gerber. Und alles, was sonst noch wichtig
ist, das wird dir dann der Simon erzählen. Cornelius macht das
so, er schickt Leute los. Das ist der Anfang der Geschichte,
wie Gott den Cornelius und mit ihm zusammen Menschen aus allen
Völkern dieser Welt in sein Volk holt. Mein erster Punkt, der
Glaube an Jesus ist für jeden die Tür zu Gottes Volk. Sinnwechsel nach Joppe. Es ist
mittags und Petrus geht auf das Dach von seinem Gastgeber, um
dort zu beten. Währenddessen knurrt ihm der
Magen. Petrus ist nur ein Mensch. Und
zum Glück sind die unten schon dabei, das Essen vorzubereiten. Vielleicht ist es ihm sogar schwer
gefallen, sich beim Beten zu konzentrieren. So viel Hunger
hatte er. Und in dem Moment passiert etwas
total Seltsames. Er sieht, wie ein Tuch aus dem
Himmel runtergelassen wird. Und auf dem Tuch sind jede Menge
Tiere. Und viele von den Tieren auf dem Tuch, vielleicht sogar
alle, sind nach dem Gesetz im Alten Testament sogenannte unreine
Tiere. Das wird uns ausführlich dargelegt,
zum Beispiel in 3. Mose Kapitel 11. Das waren also
Tiere, die durfte man nicht essen als Jude. Aber jetzt passiert
etwas, was den Petrus fast komplett aus den Socken haut. Vers 13,
steh auf Petrus und schlachte und iss. Petrus ist völlig schockiert. Ja, der weigert sich. Aber Gott
sagt ihm noch zweimal, dass er genau das machen soll. Steh auf
Petrus, schlachte und iss! Petrus muss es dann zwar nicht
wirklich machen, denn die Decke verschwindet wieder im Himmel. Aber jetzt ist Petrus nicht mehr
schockiert, sondern jetzt ist Petrus total verwirrt. Ja, er versteht, okay, das ist
ein Bild, das ist irgendwie eine Botschaft, die mir irgendwas
sagen soll, aber... Aber was? Und in dem Moment stehen die
Gesandten von Cornelius unten an der Tür. Und Gott redet wieder
mit Petrus und sagt ihm, geh mit ihm, ich habe sie dir geschickt,
Vers 20. Und so macht sich Petrus am nächsten Tag mit einigen anderen
Christen aus Joppa auf den Weg zur Cornelius. Und dort angekommen, sieht Petrus,
dass die ganze Familie und alle Freunde ganz gespannt warten. Was würde Petrus ihnen jetzt
erzählen? Cornelius begegnet dem Petrus
und fällt direkt vor ihm nieder und will ihn anbeten. Petrus
muss ihn erstmal davon abbringen und sagt ihm, Cornelius, stopp,
stopp, stopp. Auch ich bin nur ein Mensch. Vers 25. Und dann spricht Petrus
dem berühmten Elefanten im Raum an. Vers 28. Ihr wisst, dass
es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem anderen
Angehörigen eines anderen Volkes zu verkehren oder sich ihm zu
nahen. Doch mir hat Gott gezeigt, dass
ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll. Darum bin
ich auch ohne Widerrede gekommen, als ich hergerufen wurde." Die
ganze Versammlung, die wir hier sehen, die geht eigentlich gar
nicht. Auf der einen Seite Petrus und
andere jüdische Christen, Und auf der anderen Seite ein römischer
heidnischer Hauptmann und seine Crew. Und für Juden war es undenkbar,
das Haus eines Heiden zu betreten. Denn Heiden waren unrein, wie
die Tiere auf der Decke. Und Petrus redet nicht um den
heißen Brei herum. Leute, eigentlich geht das gar
nicht, was wir hier machen. Aber Gott hat mir gezeigt. Ja, das, was hier passiert, ein
Beispiel von heute zu wählen, wäre ungefähr so, wie wenn sich
in Berlin Bundestagsabgeordnete der Grünen und der AfD ganz freundschaftlich
zum Essen gehen verabreden würden. Ja, wenn das die Parteien der
beiden mitbekommen würden oder sogar die Öffentlichkeit, dann
wäre was los. Dann wäre der Skandal perfekt. Und dann erzählt Cornelius, wie
Gott auch ihm erschienen ist und ihm gesagt hat, er soll den
Petrus aus Joppe holen lassen. Und langsam passiert in dem Kopf
von Petrus etwas. Es setzen sich die Puzzlestücke
Stück für Stück zusammen. Petrus versteht, Gott hat nicht
nur zu mir gesprochen, sondern auch zu Cornelius. Und die Tiere auf der Decke,
das sind die Menschen, die gerade hier vor mir sitzen. Natürlich
soll ich sie nicht essen, aber ich soll mit ihnen Gemeinschaft
haben. Gott will das und zwar wirklich. Das gesamte Weltbild von Petrus
wird auf den Kopf gestellt. Dieses Weltbild lautete ja, Gott
liebt uns Juden, er hasst den Rest. Wir Juden sind rein, alle
anderen sind unrein. Und jetzt steht er hier im Wohnzimmer
von einem Heiden aus dem Lehrbuch. Ja, ein Oberster der verhassten
Besatzungsmacht, der auch noch direkt aus der Hauptstadt kommt.
Ein Römer, wie es römischer fast nicht geht. Warum ist Petrus so schockiert
und verwirrt? Die Frage ist ja, ist Gott wirklich
so überraschend hier oder hat Petrus vorher einfach nur etwas
Falsches geglaubt? Und ich glaube, die Antwort ist
so ein bisschen von beidem. Tatsächlich hat sich Gott während
der Zeit des Alten Testaments vor allem um das Volk Israel
gekümmert. Sie waren sein Volk. Sie hatten
auch bewusst den Auftrag, sich von den anderen Völkern abzugrenzen,
mit dem Ziel ja nicht, ihre Götter zu übernehmen. Paulus erklärt
das ausführlich, zum Beispiel in Epheser 2 und 3. Und insofern
hat Petrus das Recht, tatsächlich schockiert zu sein. Denn Gott
überrascht hier. Aber auf der anderen Seite haben
Petrus und mit ihm alle Juden zu der damaligen Zeit das Alte
Testament auch sehr einseitig gelesen. Denn schon im Alten Testament
kümmert sich Gott sehr häufig auch um Menschen, die nicht aus
dem Volk Israel kommen. Schon beim Auszug aus Ägypten
waren viele Nichtjuden dabei. Später sind dann Leute wie die
Hure Rahab oder die Moabiterin Ruth zum Volk Gottes dazugekommen.
Zur Zeit von Esther haben sich viele Heiden den Juden angeschlossen. Die Propheten sprechen immer
und immer wieder davon, dass Menschen aus allen Völkern eines
Tages Gott anbeten werden. Und auch in vielen Psalmen geht
es genau um dieses Thema. Heiden werden kommen, um Gott
anzubeten. Psalm 47 oder 87 oder 117. Und der Prophet Jonah wird ausgerechnet
mit dem Evangelium in die heidnische böse Stadt Nineveh geschickt. Kurz gesagt, wenn man das Alttestament
liest, eignet es sich nicht für eine Gott-liebt-nur-uns-Juden-Theologie. Und Petrus war ja mit Jesus unterwegs,
drei Jahre lang. Und er hat erlebt, Gott hat nicht
nur 5.000 Menschen mit zwei Fischen und fünf Broten satt gemacht.
Er hat genau das Gleiche, was er mit den 5.000 Juden gemacht
hat, kurze Zeit später mit 4.000 Heiden gemacht. Gott hat nicht
nur Juden gesund gemacht, sondern auch Heiden. Und einmal hatte Jesus mit einem
Kollegen von Cornelius zu tun. Ja, ein römischer Hauptmann,
dessen Sklave krank war. Wir haben das eben gelesen. Der
heidnische Hauptmann beeindruckt Jesus mit seinem Glauben. Jesus
sagt dann zu ihm, Wahrlich, ich sage euch, einen so großen Glauben
habe ich in Israel nicht gefunden. Ich sage euch aber, viele werden
kommen vom Osten und vom Westen und werden im Reich der Himmel
mit Abraham, Isaac und Jakob zu Tisch sitzen. Aber die Kinder des Reiches,
also die Juden, die Jesus ablehnen, werden in die äußerste Finsternis
hinausgeworfen werden. Und auch die Geschichte der Apostelgeschichte
hat Petrus eigentlich schon vorbereitet. Ja, schon an Pfingsten waren
in Jerusalem zwar fast ausschließlich Juden dort, aber Juden, die völlig
unterschiedliche Sprachen gesprochen haben. Und durch das Wunder mit
den Sprachen damals, hat Gott schon damals gezeigt, Gott spricht
jetzt alle Sprachen der Erde. Und dann in Kapitel 8 lesen wir,
wie Petrus dabei ist, wo die Samariter den Heiligen Geist
bekommen. Und ich kann mir gut vorstellen,
dass auch Philippus ihm erzählt hat von dem äthiopischen Eunuchen,
den er getauft hat. Ja, Gott überrascht hier. Denn das Neue am neuen Bund ist
tatsächlich, dass Heiden jetzt gleichberechtigt mit dazugehören
dürfen. Aber spätestens, wenn man drei
Jahre mit Jesus unterwegs war, darf einen das nicht mehr schocken. Und es ist übrigens interessant,
so schockiert wie Petrus hier ist, auch bei ihm hat schon vor
der Geschichte ein langsames Umdenken eingesetzt. Er hat zum Beispiel Samariter
getauft in Kapitel 8. Und er ist bereitwillig bei einem
Gerber eingezogen, Kapitel 9. Ja, sowohl in Kapitel 9, Vers
43, als auch in Kapitel 10, Vers 6 wird erwähnt, dass sein Gastgeber
nicht nur genauso heißt wie er, nämlich Simon, sondern dass der
von Beruf Gerber ist. Sonst könnte man die Frage an
die Bibel stellen. Naja, okay, was interessiert
mich der Beruf von dem Mann? Naja, Gerber machen Leder. Und
um Leder zu machen, muss man tote Tiere anfassen. Und wenn
man tote Tiere anfasst, ist man nach dem jüdischen Gesetz unrein. Ein Pharisäer hätte niemals bei
einem Gerber übernachtet. Petrus zieht vorübergehend bei
dem ein und sieht auf seinem Dach die Decke mit den unreinen
Tieren. Apropos rein und unrein. Die Vorbehalte der Juden gegenüber
den Heiden waren eben nicht nur Vorurteile. Tatsächlich war es
ja so, dass die Juden rein waren und die Heiden eben nicht. Und
das Revolutionäre am Neuen Bund und das Revolutionäre an dieser
Geschichte hier ist, dass Gott diese Unterscheidung aufhebt. Kein Mensch ist mehr aufgrund
seiner Herkunft unrein. Oder positiv gesagt, jeder darf
durch den Glauben zu Gottes Volk dazugehören. Da stellt sich jetzt vielleicht
noch die Frage nach Gottes Charakter, oder? Gott ist doch ein unveränderlicher
Gott. Warum kann er einfach seine Gebote
ändern? Mal so, mal so. Dazu müssen wir verstehen, dass
es Gebote gibt, die wirklich unveränderlich sind. Ja, wenn
Gott sagt, du sollst keine anderen Götter neben mir haben, dann
gilt dieses Gebot einfach immer. Gott wird es nie ändern, er kann
es nie ändern, denn er ist immer ein eifersüchtiger Gott. Anders
ist es mit diesen Reinheitsvorschriften aus dem Alten Testament. Ja,
die ganzen Waschungen und Gebote, wer ist rein, wer ist unrein,
wann ist man rein und unrein? Sie waren nur gedacht, um uns
etwas beizubringen. Sie waren nur da für eine Zeit. Ich gebe euch mal ein Beispiel
dafür. Nehmen wir an, da ist eine Familie
und die hat einen Teich im Garten. Und wenn ihre Kinder, sie haben
kleine Kinder, und wenn die Kinder da reinfallen in diesen Teich,
dann gibt es wirklich ein Problem. Und im Kinderzimmer der Kinder
liegt so ein Spielteppich und mitten auf diesem Spielteppich
ist einfach ein großer Teich drauf gestickt. Und jetzt gibt es die Regel in
der Familie, kein Kind darf auf den Spielteppichteich treten.
Diese Regel ist einerseits ziemlich sinnlos, denn es passiert überhaupt
nichts, wenn man auf diesen Teich tritt. Das ist ja nur ein Teppich. Aber die Kinder sollen durch
diese Regel lernen, dass der Teich draußen im Garten echt
gefährlich ist. Und so ein bisschen so haben
die Reinheitsvorschriften im Alten Testament funktioniert.
Gott hatte nie ein wirkliches Problem damit, wenn ein Mensch
ein richtig leckeres Schweinesteak genießt. Aber im Alten Testament
hat er das für eine Zeit verboten, Stichwort Teich auf dem Teppich,
um seinen Kindern eine Sache deutlich zu machen. Ich bin heilig und ihr seid es
nicht. Ich bin rein und ihr seid erstmal
unrein. Wie der Teich auf dem Teppich
auf den wirklichen Teich draußen hinweist, so sollen die Reinheitsvorschriften
die Juden daran erinnern, dass sie tatsächlich in sich selbst
unrein sind. Aber dann ist Jesus in die Welt
gekommen und diese Reinigungsgesetze haben mit ihm ihren Zweck erfüllt
und ihre Schuldigkeit getan. Wenn die Kinder größer sind,
dann wird es die Teppichregel auch nicht mehr geben. Jesus
sagt es ausdrücklich, zum Beispiel in Markus Kapitel 7, dass diese
Gesetze aufgehoben sind. Und mit diesen Reinigungsvorschriften
verschwindet auch der Unterschied zwischen Juden und Heiden. Zwar
konnten auch vorher schon Heiden Teil von Gottes Volk werden,
aber es war immer schwierig. Immer blieben sie irgendwie Bürger
zweiter Klasse. Und jetzt sollen sie plötzlich
gleichwertige und vollwertige Mitglieder von Gottes Volk werden. Petrus steht hier im Wohnzimmer
von Cornelius und ist immer noch dabei, das zu verkraften. Aber
langsam versteht er und fängt an, diesen Menschen das Evangelium
zu predigen. Vers 35 Nun erfahre ich in Wahrheit,
dass Gott die Person nicht ansieht, sondern dass in jedem Volk derjenige
ihm angenehm ist, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt. Petrus versteht. Ja, wenn ich
die Frage stelle, ob ich Teil von Gottes Volk bin, Dann geht
es nicht um die Frage, ob ich gerne Schweinesteaks esse oder
nicht, ob ich das darf oder nicht darf. Gott sieht die Person nicht an,
er ist nicht parteiisch, er hat keine Vorurteile. Es geht stattdessen um die Frage,
ob ich Gottes Gerechtigkeit habe oder nicht. Habe ich diese Gerechtigkeit,
bin ich Teil von Gottes Volk. Habe ich sie nicht, bin ich nicht
Teil. Habe ich diese Gerechtigkeit,
dann bin ich Teil von Gottes Volk, egal wo ich geboren bin,
egal von wem ich abstamme, egal was ich gerne esse. Aber ich bin da nicht nur Teil
von Gottes Volk, ich darf Gott auch meinen König nennen. Und
das ist mein zweiter Punkt. Der Glaube an Gott ist für jeden
die Tür zu Gottes Königreich. Wir sind jetzt schon mittendrin
in der Predigt, die Petrus hält. Und Gott sieht zwar nicht die
Person an, aber natürlich hat er trotzdem Kriterien, wer zu
seinem Volk, wer zu seinem Königreich dazugehören darf. Und diese Kriterien
zeigt Petrus jetzt in seiner Predigt, die er den Leuten in
Cornelius Wohnzimmer hält. Und er betont dabei drei Dinge. Das erste, was er betont in seiner
Predigt ist, Jesus ist König nicht nur über Israel, sondern
über die ganze Welt. In Vers 36 sehen wir, wie er
zuerst sagt, dass Gott sich durch Jesus an die Kinder Israels gewandt
hat. Jesus war ja hauptsächlich in
Israel unterwegs, also dem Gebiet, wo die Juden gelebt haben. Und trotzdem, sagt Petrus, ist
das nicht die ganze Geschichte. Denn am Ende von Vers 36 sagt
Petrus über denselben Jesus, dass er Herr, also Kyrios, König,
über alle ist. Jesus ist nicht nur König über
Israel, über die Juden, er ist König über die ganze Welt. Er ist sogar Kyrios über den
Chef von Cornelius. Ja, der Kaiser in Rom, der hat
sich damals Kyrios nennen lassen. Und Petrus sagt hier, über diesen
Kyrios in Rom steht ein anderer Kyrios, Jesus. Und damit sagt Petrus zu diesen
Menschen in Cornelius Wohnzimmer, Jesus ist auch König über eurem
Leben. Das zweite, was Petrus hier betont,
ist, Jesus ist keine mythische Person, sondern er lebt wirklich. Jesus ist kein Mythos, sondern
er lebt wirklich. In den Versen 37 bis 42 fasst
Petrus das Leben von Jesus hier auf der Erde zusammen. Und die
einzelnen Stationen, die er hier erwähnt, die kennen die meisten
von euch. Es geht um seine Heilungen und seine Predigten. Es geht
um seinen gewaltsamen Tod und seine Auferstehung. Und es geht
um die Tatsache, dass Gott eines Tages alle Menschen richten wird. Und es ist Petrus dabei sehr
wichtig, dass er zeigt, dass das alles wirklich hier in Raum
und Zeit so passiert ist. Er zeichnet in seiner Predigt
fast eine Landkarte mit den Orten, wo Jesus unterwegs war. Er spricht
von Galiläa, Judäa, Nazareth, Land der Juden, Jerusalem. Das
sind lauter Orte, die der Cornelius gekannt hat. Das ist die Gegend,
wo er Tag für Tag mit seinen Soldaten unterwegs war. Und Petrus
sagt, auf denselben Straßen, in denselben Orten war Jesus
unterwegs. Warum ist das so wichtig? Die verschiedenen heidnischen
Ideologien und Religionen, die haben sich entweder damals auf
irgendwelche Mythen oder auf irgendwelche Ideen gestützt.
Ja, das war das, was Cornelius vermutlich seit seiner Kindheit
kannte. Ja, der höchste Gott ist Jupiter
auf dem Olymp. Ob es den echt gibt? Keine Ahnung. Oder die philosophischen Ideen
der Griechen. Ja, das war sehr gebildet. Das hat sich teilweise wirklich
logisch angehört, aber es war immer abstrakt. Es war immer
irgendwie abgehoben. Es war immer irgendwie spekulativ. Der christliche Glaube der gründet
sich auf Ereignisse, die in Raum und Zeit ganz wirklich passiert
sind. Selbst nach seiner Auferstehung
war Jesus kein Geist, sondern ein wirklicher Mensch. Vers 41,
er hat mit den Jüngern gegessen und getrunken. Und deswegen sind Petrus und
die anderen Apostel Zeugen, Vers 41. Sie haben den Auftrag zu
bezeugen, was sie gesehen, gehört und erlebt haben. Ja, sie sind
weder Geschichtenerzähler noch Philosophen. Und das Dritte, was Petrus wichtig
ist, zu Gottes Königreich gehören nicht nur Juden, sondern auch
Heiden durch den Glauben. Gottes Königreich ist nicht auf
die Juden begrenzt. Es steht Menschen egal welcher
Herkunft offen. Gleichzeitig hat es aber trotzdem
Grenzen. Ja, zum Königreich gehören nur
die aus allen Völkern, die tatsächlich glauben. Vers 43. Von diesem Jesus legen alle Propheten
Zeugnis ab, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen
Vergebung der Sünden empfängt. Ja, das Königreich steht jedem
offen, jedem, der an Jesus glaubt. Und das ist auch der Grund, warum
Gott den Petrus zum Cornelius geschickt hat. Cornelius hat
vorher nämlich noch nicht wirklich geglaubt. Er musste diese Botschaft
hören, um zum Königreich dazuzugehören. Ich kriege immer mal die Frage
gestellt, was ist eigentlich mit den Menschen, die noch nie
von Jesus gehört haben und die trotzdem einfach den Gott, den
sie nicht kennen, irgendwie suchen? Ja, so Menschen, die total vorbildlich
leben, können die nicht auch ohne Jesus gerettet werden? Wisst ihr, wenn es einen Menschen
in der Bibel gibt, auf den das zutrifft, dann ist es Cornelius. Ja, der war scheinbar ohne Jesus
ganz nah dran am Königreich. Und trotzdem hat Gott alle Hebel
in Bewegung gesetzt, dass Cornelius das Evangelium von Jesus Christus
hört. Wäre schon am Anfang der Geschichte
ein Kind Gottes gewesen, dann wäre das ja alles nicht nötig
gewesen. Wir sehen hier an Cornelius, es gibt keinen Weg in das Königreich
Gottes an Jesus vorbei. Nicht mal für den Musterknaben
Cornelius. Jesus ist die einzige Tür. Jesus
ist der einzige Weg. Niemand kommt zum Vater als nur
durch ihn. Im ersten Punkt hat Gott durch
sein Reden, seine Führungen und seine Zeichen gezeigt, jeder
darf durch den Glauben zu Gottes Volk gehören, egal aus welchem
Volk er kommt. Jetzt im zweiten Punkt haben
wir gesehen, wie Gott durch die Predigt zeigt, jeder darf durch
den Glauben zu König Jesus gehören, der eben Herr über alle ist.
Jetzt im dritten Punkt werden wir sehen, nicht nur Gottes Volk
und sein Königreich stehen durch den Glauben jedem Menschen offen,
Durch Glauben kann auch jeder die Gegenwart Gottes erleben. Ein dritter Punkt, der Glaube
an Jesus ist für jeden die Tür zu Gottes Gegenwart. Petrus beendet seine Predigt
und direkt im Anschluss bekommen die Zuhörer den Heiligen Geist. Gott schenkt ihnen ein neues
Herz. Sie glauben an Jesus und sie
sind jetzt Teil von Gottes Volk, Teil von Gottes Königreich. Und
zwar wieder eine spektakuläre, eine Bekehrung zum Zugucken. Cornelius und seine Leute fangen
an, in anderen Sprachen zu reden, Vers 46. Und auch hier stellt
sich die Frage, wie öfter schon in der Apostelgeschichte, warum
sind diese Bekehrungen so spektakulär? Wir haben es hier mit einer weiteren
sogenannten Ausnahme zu tun. Das erste Mal, dass Menschen
so spektakulär den Heiligen Geist bekommen haben, das war in Apostelgeschichte
2, als die Juden das erste Mal den Geist bekommen haben, am
Pfingsten. Das zweite Mal, dass es nach
diesem Muster abläuft, ist in Apostelgeschichte 8, wo die Samariter
den Heiligen Geist zum ersten Mal bekommen. Und jetzt lesen
wir, dass das dritte Mal, dass die Bekehrung von Sprachenreden
begleitet wird, wo eben Heiden in das Königreich Gottes dazukommen. Immer wenn das Evangelium in
der Apostelgeschichte durchbricht zu einer neuen Gruppe, dann bekommen
die Christen ganz sichtbar und hörbar den Heiligen Geist. Und das hat den Grund, damit
alle Beobachter, die dabei sind, verstehen, Die gehören jetzt
ganz wirklich auch dazu. Ja, es war nicht vielleicht die
Idee von Petrus, so eine Privatidee, dass jetzt auch mal die Heiden
dazugehören können. Nein, es war Gottes Idee. Der meint das wirklich so mit
den Samaritern und den Heiden im Königreich Gottes. Und es ist wichtig, dass wir
uns auch an dieser Stelle mal wieder in einen Juden damals
hineinversetzen, um zu verstehen, wie krass das war. Ja schon,
der heilige Geist für die Samariter in Kapitel 8 ging eigentlich
gar nicht. Ja, die Samariter, der kleine
Halbbruder der Juden, das schwarze Schaf in der Familie. Der darf dazugehören? Echt jetzt? Und jetzt die Heiden, das ist
der radikale Schock. Menschen ohne jeden Bezug zum
Volk Gottes, ohne jede Verwandtschaft mit Abraham, die bekommen den
Heiligen Geist. Gott wohnt auch in denen, wie
er in uns wohnt. Die haben genauso Gemeinschaft
mit Gott, wie wir es haben. Vers 45. Und alle Gläubigen aus
der Beschneidung, also es waren die Christen, die mit Petrus
mitgekommen waren, die alle jüdischer Abstammung waren, Die mit Petrus
gekommen waren, die Geritene außer sich vorstaunen, dass die
Gabe des Heiligen Geistes auch über die Heiden ausgegossen wurde. Wie gesagt, auch zur Zeit des
alten Bundes konnten Leute schon mit dazugehören, aber es war
eben kompliziert. Und man ist irgendwie auch immer
Bürger zweiter Klasse geblieben. Es gab spezielle Bezirke im Tempel,
da durfte man mit rein, aber so weit wie die Juden durfte
man nicht vor. Und die Frage ist ja jetzt, würde
es im neuen Bund vielleicht auch so sein? Ja, dass die Heiden zwar mit
dazugehören dürfen, aber irgendwie gibt es trotzdem noch einen Unterschied.
Und Petrus zerstört diesen Gedanken. Vers 47. Kann auch jemand diesen
das Wasser verwehren, dass sie nicht getauft werden sollten,
die den Heiligen Geist empfangen haben, gleich wie wir? Wisst ihr, die wichtigsten beiden
Wörter in diesem Vers sind gleich wie wir. Ich habe in dieser Predigtreihe
schon öfter gesagt, die Taufe ist so etwas wie der Personalausweis
von Gotteskönigreich. Jedes Mitglied in Gotteskönigreich
bekommt die gleiche Taufe, weil jeder gleichberechtigtes Mitglied
ist. Für die Heiden gibt es nicht
irgendwie sowas anderes, so einen Ausweis zweiter Klasse. Sie bekommen
die gleiche Taufe, gleich wie die Judenchristen. Die Heiden
dürfen nicht einfach nur irgendwie dazugehören, sie dürfen gleichberechtigt
dazugehören. Sie genießen genauso die Gegenwart
Gottes durch den Heiligen Geist, der jetzt in ihren Herzen wohnt. Und sie haben mit der Taufe genau
den gleichen Personalausweis. Jetzt denkst du dir vielleicht,
nette Geschichte, aber irgendwie hat das doch nicht wirklich was
mit mir zu tun, oder? Ja, es ist ja heute klar, dass
nicht nur Juden gerettet werden. Es sind hier alle um mich rum,
soviel ich es weiß, zumindest Heidenchristen. Damals war das
vielleicht ein Schock für Petrus, aber für uns heute ist das doch
normal. Ich neige dazu, immer genau so
zu denken oder immer wieder genau so zu denken. Aber weißt du, genau das ist
das Ziel des Teufels. Er möchte, dass du anfängst,
Gnade für normal zu halten. Für selbstverständlich. Dabei hat dich Gott aus reiner
Gnade gerettet und das gleich doppelt. Einmal hat er dich aus
deinem geistlichen Tod geistlich lebendig gemacht. Er hat dich
von seinem Feind zu seinem Freund gemacht. Und meistens denken
wir an diese, ich will es mal nennen, erste Gnade, wenn wir
von Gnade reden. Aber hier in diesem Kapitel sehen
wir die zweite Gnade. Er hat dich, obwohl du nicht
aus dem Volk Israel stammst, in sein Volk geholt. Auch das ist Gnade, eine Gnade,
die Petrus und seine Begleiter hier auf die harte Tour lernen
müssen. Und wenn dir vielleicht gerade
diese zweite Gnade manchmal so normal, so selbstverständlich
erscheint, dann denk mal über Folgendes nach. Ausnahmslos alle
deine Vorfahren, die vor 2000 Jahren gelebt haben, also die
Harubrands dieser Welt, die sind gestorben. Und sie sind gestorben,
ohne jemals von Jesus gehört zu haben. Sie waren draußen,
wirklich draußen. Wenn sie jemals an einer Synagoge
vorbeigelaufen sind, war klar, hier kommst du nicht rein. Harubrand und ausnahmslos alle
seine Zeitgenossen hier im heutigen Deutschland sind gestorben. Und
zwar ohne Hoffnung. Heute, 2000 Jahre später, darfst
du kommen. Egal, wer du bist, egal, wo du
herkommst. Egal, wo du dich gerade aufhältst. Aber das ist niemals, niemals
selbstverständlich. Es ist niemals normal. Es ist
immer Gnade. Cornelius ist sozusagen der Erste
deiner Art. Er ist dein großer geistlicher
Bruder, wenn du so willst. Es gibt noch etwas zweites, was
du hier lernen kannst und sollst. Im Alten Testament waren die
Juden die einzigen, die Gottes Gnade genossen haben, von wenigen
Ausnahmen abgesehen. Und genau das hätte sie demütig
machen sollen. Ja, zu erkennen, wir sind nicht
besser, wir sind nicht anders und doch hat Gott uns lieb. Genau
das sollten sie ja durch diese Reinheitsvorschriften verstehen. Aber was sie eigentlich hätte
demütig machen sollen, hat sie hochmütig gemacht. Wir sind's. Alle anderen sind Abschaum. Und die unangenehme Frage heute
Morgen für dich und für mich ist, wo sind wir genau wie die
Juden damals? Ja, wir nehmen Gottes Gnade gerne,
sogar Gottes doppelte Gnade. Und dann drehen wir uns um und
fangen an zu bestimmen, für wen die Tür zu Gottes Volk, zu Gottes
Königreich, zu Gottes Gegenwart offen steht und für wen nicht. Wo wirst du vielleicht so, wie
die Juden damals waren? Diese Gnade, die wir empfangen
haben, diese doppelte Gnade, die sollte uns demütig machen. So wie die Reinheitsvorschriften
die Juden hätten demütig machen sollen. Aber macht sie uns nicht
vielleicht viel zu oft hochmütig? Der oder die passt nicht zu uns.
Ja, es ist wichtig. Das Königreich ist nicht grenzenlos. Auch das wird heute leider immer
wieder suggeriert. Diese Geschichte zeigt uns auch,
es ist für die und nur für die, die glauben und von ihren Sünden
umkehren. Aber es ist für jeden, der das
tut. Für die, die du magst und für
die, die du nicht magst. Für die, die genauso sind wie
du und für die, die ganz anders sind als du. Und wenn du denkst, das stimmt
vielleicht vom Prinzip her und das stimmt vielleicht für fast
alle, aber für den Ekel da hinten, für den doch nicht. Dann vergiss nie, genauso einen
Ekel hat Gott in sein Königreich geholt, als er dich gerettet
hat.
Der Glaube an Jesus ist für jeden die Tür …
Series Apostelgeschichte
… zu Gottes Volk
… zu Gottes Königreich
… zu Gottes Gegenwart
| Sermon ID | 39241719297902 |
| Duration | 47:00 |
| Date | |
| Category | Sunday Service |
| Bible Text | Acts 10 |
| Language | German |
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